Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Volkswagen
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nicht wirklich. Lange hat Europas größter Autobauer unter dem
Eindruck satter Gewinne und mit dem alten Fahrensmann Martin
Winterkorn an der Konzernspitze vor den ganz großen Schritten
zurückgeschreckt. Während Premium-Töchter wie Audi und Porsche die
Kasse füllten, blieb bei der Massenmarke VW immer weniger Geld
hängen. Trotz Verkaufsschlagern wie Golf und Passat waren es von 100
Euro Umsatz zuletzt nur noch 1,60 Euro Gewinn - vor Zinsen und
Steuern. Auf die chronische Renditeschwäche hätten andere längst
reagiert. VW mit dem Land Niedersachsen als Großaktionär und einem
mächtigen Betriebsrat saß das Problem weiter aus. Und das, obwohl
sich mit Elektromobilität und Digitalisierung längst neue
Megatrends abzeichneten. Ausgerechnet der Abgasskandal hat den
Koloss in Bewegung gebracht. Jetzt konnte VW nicht mehr anders, als
die Flucht nach vorne anzutreten. Was mit tiefen Einschnitten
verbunden ist, kann zur großen Chance werden, indem VW gerade noch
rechtzeitig Fahrt aufnimmt.
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Datum: 18.11.2016 - 21:30 Uhr
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