Studie "Pricing Lab 2016" beleuchtet
ID: 1427681
?Kundenloyalität: Wie Amazon ein 40 %-ige Preissteigerung bei Prime durchsetzen kann?
Ab 2017 steigt der Preis des Jahres-Abos auf 69 EUR / Prime ist mittlerweile mehr als ein Premium-Lieferdienst / Timing der Kommunikation und Bestandschutz verringern spontanen Kundenverlust / In den USA wurden bereits in 2014 starke Preiserhöhungen durchgesetzt
An die regelmäßigen Ankündigungen zu Preiserhöhungen von Abonnements, seien es Zeitkarten im ÖPNV, die BahnCard oder Zeitschriften, haben sich die Verbraucher gewöhnt. Der Schritt, den der Internetgigant Amazon geht, ist allerdings außergewöhnlich. Der angebotene Servicedienst Prime soll demnächst 69 Euro pro Jahr kosten - anstatt bisher 49 EUR. Das bedeutet einen Preisanstieg von über 40 Prozent. Diese Erhöhung tritt für alle Neukunden ab dem 1. Februar 2017 in Kraft.
?Hohe Preissteigerungen von mehr als 10 % stellen immer ein erhöhtes Risiko für Unternehmen dar, weil Kunden weniger auf die absoluten als vielmehr auf die relativen Preisänderungen reagieren - es gibt aber Anzeichen dafür, dass Amazon ohne große Kundenabwanderung diese massive Preiserhöhung im Markt durchsetzen kann?, betont Prof. Dr. Andreas Krämer als Autor der Studie Pricing Lab 2016. Die Studie untersucht u.a. allgemein die Kundenbeziehung bei Amazon bzw. spezifisch im Falle von Amazon Prime.
Die Ergebnisse der Studie im Überblick:
Ab 2017 steigt der Preis des Jahres-Abos auf 69 EUR
Aktuelle Nutzer des Amazon Abo-Services Prime sollen bei einer Verlängerung des Vertrages ab dem 1. Juli 2017 69 EUR für die Dienste aufbringen, also 20 EUR mehr als derzeit. Zusätzlich soll eine monatliche Zahlweise durch das Unternehmen angeboten werden. Dieser Preis liegt dann bei 8,99 Euro im Monat. Bei der Einführung von Amazon Prime in Deutschland wurde 2007 ein Preis von 29 Euro aufgerufen. Zehn Jahre danach liegt dieser mit 69 EUR pro Jahr dann bei dem 2,4-Fachen des Ausgangsniveaus. Allerdings hat sich in der Zwischenzeit auch die Leistung stark verändert, so bietet Amazon Prime neben dem kostenlosen Lieferservice u.a. auch die Möglichkeit von Video-on-Demand (Amazon Instant Video) oder Musikstreaming (Amazon Instant Music) an.
Prime ist mittlerweile mehr als ein Premium-Lieferdienst
Mindestens 80 % der Prime-Kunden halten die Top3-Leistungen (kostenlose Lieferung, Video- und Musik-Streaming) für sehr attraktiv. Darüber hinaus werden aber auch die kostenlose Nutzung der Kindle-Leihbücherei, der unbegrenzte Speicherplatz für Fotos im Amazon Cloud Drive und der Premiumzugang auf Amazon BuyVIP aus Sicht der Kunden geschätzt. Jeder zweite Kunde findet fünf und mehr Leistungen des Amazon Prime-Abos attraktiv. Das bedeutet, dass die Prime-Kunden i.d.R. eine hohe Wertschätzung für das Leistungsbündel haben und dies führt zu einer starken Inanspruchnahme. Ein Beleg dafür ist die Nutzung von Prime-Leistungen, die über die Logistik hinausgehen, zum Beispiel im Bereich Video-on-Demand, in dem Amazon eine dominierende Marktstellung inne hat.
Timing der Kommunikation und Bestandschutz verringern spontanen Kundenverlust
Das Timing der Kommunikation führt dazu, dass die wichtigste Leistung von Amazon Prime besonders wertig erscheint: Das Weihnachtsgeschäft führt zu einer besonders starken Beanspruchung des Services an kostenlosen Lieferungen. Gleichzeit ist es sogar möglich, dass die angekündigte Preiserhöhung zu einem kurzfristigen Schub in den Abo-Zahlen führt, wenn Amazon-Kunden sich das Abo zum Weihnachtsgeschäft noch zum ?alten Preis? sichern. Zusätzlich gewährt Amazon einen teilweisen Bestandsschutz: Kunden mit bestehendem Abo erhalten noch bis Juni 2017 eine Abo-Verlängerung zum ?alten Preis von 49 EUR?. Dies reduziert den Impuls einer sofortigen Kündigung. Ein derartiges Vorgehen ist ein geschickter Schachzug des eCommerce-Marktführers: Einerseits schafft Amazon Fakten und eine sofortige Verbesserung der Rentabilität im Neukundengeschäft, andererseits wird vielen Bestandskunden ein zeitlicher Aufschub in der Entscheidung für oder gegen das Abo geboten. Kunden, deren jetziges Abo in der ersten Jahreshälfte 2017 abläuft und sich verlängert, erhalten das Prime-Abo dann bis 2018 zum derzeitigen Preis von 49 EUR.
In den USA wurde bereits in 2014 eine starke Preiserhöhung durchgesetzt
Auch in den USA wurde der Preis für Amazon Prime bereits vor zwei Jahren mit einer 25 %-igen Steigerung mehr als deutlich angepasst. Der Analogieschluss zur Situation in den USA lässt vermuten, dass die Kundenabwanderung trotz erheblicher Preiserhöhung auch in Deutschland begrenzt sein wird. In den USA kündigte Amazon im März 2014 eine Preiserhöhung von 79 $ auf 99 $ für den Service Prime an. Mehrere veröffentlichte Marktuntersuchungen ließen darauf schließen, dass eine signifikante Abwanderung von Prime-Kunden zu erwarten war. Tatsächlich wurde allerdings sowohl die Trägheit der Verbraucher bzw. die hohe Kundenbindung als auch die Dynamik des Marktes unterschätzt. Ein Jahr später (im März 2015) verfügte Amazon Prime in den USA bereits über zusätzlich 10 Mio. Mitglieder und setzt seither das rasante Wachstum fort.
?Mit der deutlichen Preiserhöhung schöpft Amazon nicht nur die in den letzten Jahren gestiegenen Zahlungsbereitschaften der Prime-Kunden ab, sondern verschafft sich auch Spielraum für weitere Marktexpansionen ? der Umsatzeffekt könnte in Deutschland bei mehr als 200 Mio. EUR liegen?, resümiert Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG.
Hier geht´s zur Studie
Hintergrund der Studie: Pricing Lab 2016 ist eine experimentelle Studie zur Ermittlung und Bewertung von Trends im Preismanagement. Sie wird jährlich mehrmals in Kooperation von der exeo Strategic Consulting AG und der Rogator AG durchgeführt. Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Befragung von ca. 500 Personen ab 18 Jahren.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 22.11.2016 - 15:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1427681
Anzahl Zeichen: 6266
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Nürnberg
Kategorie:
New Media & Software
Diese Pressemitteilung wurde bisher 357 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Studie "Pricing Lab 2016" beleuchtet"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Rogator AG (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Wir freuen uns, Sie in diesem Herbst wieder persönlich auf der succeet23 begrüßen zu dürfen. Die Messe findet dieses Jahr im RheinMain CongressCenter (RMCC) in Wiesbaden statt. succeet23: 25. - 26. Oktober 2023 | Hall North, Stand 226 Mit über 100 Ausstellern, zahlreichen Fachvorträgen, Podium
Homeoffice mit Luft nach oben aus Sicht der Beschäftigten ...
br /> Homeoffice-Quote seit Ende 2020 rückläufig Eingeschwungener Zustand beim Homeoffice mit 1,2 Arbeitstagen pro Woche erreicht 4 von 10 Beschäftigten wünschen sich mehr Homeoffice als bisher Nachhaltige Beeinflussung der Mobilität durch Homeoffice-Tätigkeit Die COVID-19-Pandemie löste â
„Gefühlte Inflation dreimal höher als die offizielle Teuerungsrate“ ...
. - Neun von zehn Verbraucherinnen und Verbraucher sehen sich aktuell von starken Preissteigerungen bei Lebensmitteln betroffen - Lücke zwischen gefühlter Preissteigerung und der offiziellen Teuerungsrate wird größer - Höchste wahrgenommene Preissteigerungen in den Bereichen Wohnen und Ernähru
Weitere Mitteilungen von Rogator AG
EASY SOFTWARE bringt Dokumentenmanagement-Lösungen in die Cloud ...
Köln, den 22. November 2016 - Die EASY SOFTWARE AG, einer der führenden Anbieter für elektronische Archivierung, Dokumentenmanagement und Enterprise Content Management, bietet ihre Lösungen künftig auch im Cloud-Modell an. Dabei setzt das Software-Unternehmen auf eine Partnerschaft mit der Canc
Mit Brocade erzielt Netzlink Cloud Service Provisioning in nur 3 Minuten ...
München, 22. November 2016 - Brocade (NASDAQ: BRCD) gibt heute bekannt, dass das in Deutschland ansässige IT-Service-Unternehmen Netzlink durch die Zusammenarbeit mit Brocade signifikante Zeit- und Kosteneinsparungen bei der Bereitstellung von Cloud Services für seine Kunden erzielt hat. In Zusa
RTL Service hat das neue "RealTrac 3.0" vorgestellt ...
Die Unternehmensgruppe RTL Service präsentierte eine neue Version des lokalen Positionierungssystems "RealTrac 3.0". Dabei handelt es sich um ein Modularsystem zur Ortsbestimmung von Personen, Fahrzeugen und Geräten in Innenräumen, unter Tage und in offenen Gebieten, in denen es unmögl
ABBYY auf der Shared Service und Outsourcing Woche ...
München, Deutschland (22. November 2016) - ABBYY Europe, ein führender Anbieter von Technologien und Lösungen für Dokumentenerkennung, Data Capture und Linguistik, berät von 21. bis 24. November 2016 im Humboldt Carre in Berlin Betreiber von Shared Service Centern (SSC) und Outsourcing Dienstle




