Das Präventionsgesetz im Betrieb: Noch ein steiniger Weg
Bonn. Anfang 2016 ist das Präventionsgesetz vollumfänglich in Kraft getreten. Die Erwartungen der deutschen Unternehmen waren in Bezug auf das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) hoch. Der Status Quo lässt sich jedoch in einem Wort zusammenfassen: Unzufriedenheit. Gerade für die Krankenkassen zeigen sich dabei noch erhebliche Potentiale.
Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Preisverleihung des Corporate Health Awards im November 2016 vorgestellt und in einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der beteiligten Akteure diskutiert. Es wird klar, dass die Erwartungen hoch waren: Zwei Drittel der Befragten wünschten sich eine höhere finanzielle Unterstützung durch die Krankenkassen. Ebenfalls unter den Top 5 Erwartungen finden sich eine stärkere fachliche Unterstützung, die proaktive Ansprache und eine adäquate Analyse der unternehmensspezifischen Bedürfnisse durch die Krankenversicherungen. Rund 35 Prozent der Befragten erhofften sich darüber hinaus eine bessere Vernetzung der Akteure im Gesundheitsmanagement.
Weitaus alarmierender sind die Aussagen zu den Erfahrungen im Jahr 2016. Alle zwölf abgefragten Aspekte wurden im Durchschnitt mit der Aussage „trifft eher nicht zu“ beantwortet. Themen wie die Stärkung der Rolle der Betriebsmedizin, die Förderung von KMUs oder die obenstehenden Erwartungen an die Krankenkassen haben bisher nicht oder kaum in der Realität Beachtung gefunden. „Es gilt insbesondere für die Krankenkassen, diese Diskrepanz zwischen Erwartungen und Erfahrungen nicht als reine Kritik, sondern als Chance für das Jahr 2017 zu sehen“, so Dr. Thomas Olbrecht, Leiter Markt- und Sozialforschung bei EuPD Research.
Positiv fällt letztlich auf, dass die Mehrzahl der Befragten das Präventionsgesetzt für einen wichtigen Schritt in die Zukunft des betrieblichen Gesundheitsmanagements hält, welcher dabei hilft, das Thema Gesundheit stärker im Betrieb zu verankern. Transparenz und Vereinheitlichung von Leistungen, gestützt durch die Krankenkassen, sind die wichtigsten Zukunftswünsche der Befragten. Es bleibt weiter spannend, ob sich in 2017 die Lücke zwischen Erwartungen und Erfahrungen der Unternehmen schließen wird.
Für weitere Informationen oder bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Thomas Olbrecht
(+49 [0]228 97143-59 | t.olbrecht@eupd-research.com) oder unsere Pressestelle.
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Datum: 24.11.2016 - 10:26 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:
Prävention
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Freigabedatum: 24.11.2016
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