Schwäbische Zeitung: Erfolg sieht anders aus - Leitartikel zu Islamist beim Verfassungsschutz
ID: 1431131
für Verfassungsschutz gilt den einen als Erfolg. Andere, die
Geheimdienste per se als ein Übel empfinden, sehen die Tatsache, dass
der Mann überhaupt so weit kommen konnte, als Beweis für das
unprofessionelle Vorgehen der Sicherheitsbehörden. Vollkommen
unangebracht scheint zumindest die Beschwichtigungsrhetorik aus Köln:
es gebe keine Beweise, dass der Mann tatsächlich eine terroristische
Gewalttat geplant habe. Nein, aber der 51-Jährige hat sich
eingeschlichen, alle Sicherheitsüberprüfungen bestanden und ist nur
dank der Aufmerksamkeit eines Kollegen und seiner eigenen Dummheit
überführt worden. Ein Fahndungserfolg sieht anders aus.
Immer dann, wenn es massive gesellschaftliche Veränderungen gibt,
steigt in der deutschen Verwaltung und bei den Sicherheitsbehörden
der Bedarf an Experten. Das war nach dem Fall der Berliner Mauer und
der deutschen Wiedervereinigung so: es brauchte Ökonomen in Massen,
um Betriebe abzuwickeln und Verwaltungsstrukturen zu reformieren.
Dass nicht alle, die damals kamen, einen guten Leumund hatten, wissen
wir inzwischen. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
musste dies Erfahrung machen und sich von eilig eingestellten
Sachbearbeitern trennen, die inkompetent und überfordert waren.
Der Verfassungsschutz wie auch der für die Auslandsaufklärung
zuständige Bundesnachrichtendienst richten sich sehr wohl auf die
neue Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus ein.
Spezialisten für Arabisch oder Persisch wurden angestellt, ferner
IT-Fachleute und Experten, die sich im Nahen Osten, in Afghanistan
und Pakistan auskennen. (Übrigens hätte ein vergleichbarer Aufwand
gegen den Rechtsterrorismus seinerzeit womöglich die Morde des NSU
aus Jena verhindern können.) Die Erfolgsmeldungen des
Bundesinnenministers wirken aber nicht nur darum verstörend. Die
Erfahrung mit Maulwürfen bei Geheimdiensten zeigt, dass sie selten
alleine agieren und mit weiteren Enttarnungen gerechnet werden darf.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Original-Content von: Schw?bische Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.11.2016 - 19:44 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1431131
Anzahl Zeichen: 2478
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 439 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Erfolg sieht anders aus - Leitartikel zu Islamist beim Verfassungsschutz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Südwest Presse: Kommentar zur Populismus-Studie ...
Angst ist ein schlechter Ratgeber, das weiß der Volksmund. Doch Angst ist auch eine starke Kraft. Die Bertelsmann-Stiftung zeigt das in einer Studie. Weil immer mehr Menschen angesichts der Veränderungen in Wirtschaft und Politik überfordert sind, orientieren sie sich an Kräften, die die hö
Mitteldeutsche Zeitung: zur Enttarnung eines Islamisten beim Verfassungsschutz ...
Der enttarnte Islamist hätte es niemals ins Bundesamt schaffen dürfen. Offenkundig haben die Prüfmechanismen versagt. Es ist überdies nicht ausgeschlossen, dass sich Extremisten anderer Couleur ebenfalls im Apparat einnisten. Das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Pressekontakt: Mitt
Mitteldeutsche Zeitung: zum Rückzieher des sachsen-anhaltischen Innenministers zu einer Podiumsdiskussion zum Rechtsruck ...
Die Regierungsreaktion ist hilflos, falsch - und typisch. Man hat keinen Begriff von pluraler Gesellschaft, aber von konformer Gemeinschaft. Die Parteien ziehen sich aus dem Streit zurück und zeigen vormundschaftliche Gesten. Das hat weder etwas mit der Freiheit der Theater noch der Meinung
Mitteldeutsche Zeitung: zur Panne im Prozess um die getötete Yangjie Li in Dessau ...
Wenn das Verfahren nun trotz des gerichtlichen Fehlstarts weitergeht, ist das Problem für Dessau vielleicht gelöst. Was bleibt, sind gehörige Zweifel an der Gewissenhaftigkeit in der Justizbehörde. Pressekontakt: Mitteldeutsche Zeitung Hartmut Augustin Telefon: 0345 565 4200 Original-Con




