NOZ: DGB warnt vor "unsinnigen Debatten"über Lebenserwartung und Rentenalter
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Lebenserwartung und Rentenalter
Buntenbach: Arme und Arbeitslose sterben früher als reiche Männer
Osnabrück. Der DGB warnt angesichts großer Unterschiede in der
Lebenserwartung vor "unsinnigen Debatten" über ein höheres
Renteneintrittsalter.
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Dienstag): "Im reichen Deutschland sterben arme
Männer rund elf Jahre früher als wohlhabende, bei Frauen beträgt der
Unterschied rund acht Jahre." Wer ein höheres Renteneintrittsalter
fordere und dabei pauschal mit einer gestiegenen Lebenserwartung
operiere, der verkenne gravierende Unterschiede, die von sozialen und
ökonomischen Bedingungen abhingen. Auch in Deutschland gelte mit
zunehmender Arbeitslosigkeit ein ansteigendes Sterblichkeitsrisiko
als belegt, so Buntenbach weiter. "Arbeitslose sterben demnach
früher."
Die DGB-Funktionärin reagierte auf eine Studie der
Zurich-Versicherung, die der "Welt" vorliegt. Armutsgefährdete Männer
in Deutschland haben danach eine Lebenserwartung von gerade mal 70,1
Jahren. Bei Frauen liegt diese bei knapp 77 Jahren. Dagegen können
reiche Männer auf 81 Jahre Lebenszeit hoffen, Frauen auf 85. Als
armutsgefährdet gilt in Deutschland, wer weniger als 60 Prozent des
durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Reich ist nach
dieser Definition, wer über mehr als 150 Prozent des
durchschnittlichen Einkommens verfügt.
Buntenbach warnte mit Blick auf die Studie vor einer weiteren
Anhebung des Renteneintrittsalters. Sie betonte: "Schon heute
schaffen es nur wenige bis zur regulären Rente. Nur jeder sechste
64-Jährige (15,8 Prozent) arbeitet noch in einem
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Bei den
60-Jährigen sind es lediglich 44,8 Prozent." Und je größer der
Abstand zum gesetzlichen Renteneintrittsalter sei, "desto höher sind
die Abschläge und umso niedriger fällt die Rente aus".
Buntenbach bekräftigte, ein höheres Rentenalter bedeute nichts
anderes als ein Rentenkürzungsprogramm. Sie forderte einen
Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die gesetzliche Rente müsse
gestärkt und das gesetzliche Rentenniveau bei 48 Prozent der
Durchschnittslöhne stabilisiert werden.
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Datum: 06.12.2016 - 05:00 Uhr
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