A.T. Kearney: Telematik birgt 1 Mrd. Euro Prämienpotenzial für Kfz-Versicherungen
ID: 1436586
Fahrverhalten überwachen lässt, will vor allem sparen
"Die Skepsis gegenüber Telematik-Tarifen ist nach wie vor groß.
Dennoch haben Versicherer das volle Kundenpotenzial noch längst nicht
ausgeschöpft - immerhin gibt es in Deutschland rund eine Million
Autofahrer, die unmittelbar zu einem Telematik-Tarif wechseln
würden", so Ralf Kalmbach, Partner bei A.T. Kearney und globaler
Leiter des Automobilgeschäfts. Für Versicherer bedeute das, sich vor
allem auf die Bedürfnisse dieser Fahrer einzustellen.
Rund die Hälfte aller deutschen Autofahrer wollen die neuen
Telematik-Tarife von Kfz-Versicherungen nicht nutzen. Nur 40 Prozent
aller Fahrer sind an den Systemen, die Versicherungsprämien je nach
Fahrstil erhöhen oder senken, potenziell interessiert. Das ergab eine
Studie von A.T. Kearney, durchgeführt von Kantar TNS. Im Rahmen der
repräsentativen Barometer-Studie "Mobilitätsradar Deutschland" wurden
im September 2016 mehr als 1.000 deutsche Autofahrer über 18 Jahre zu
Telematik-Tarifen befragt.
Hauptgrund für die überwiegend kritische Haltung ist die Angst vor
dem Missbrauch personenbezogener Daten, sogenannter
Mobilitätsprofile. Diese werden entweder per Smartphone oder über im
Fahrzeug verbaute Telematikboxen direkt an den Versicherer gesendet.
Interessiert an Telematik-Tarifen sind dagegen laut Studie eher
Frauen als Männer, eher Besser- als Weniger-Verdiener und eher
jüngere als ältere Personen. Vor allem für junge Autofahrer scheint
ein Telematik-Tarif attraktiv: Unter ihnen ist das Unfallrisiko
besonders hoch - wer jedoch umsichtig fährt, kann sparen.
"Aus Sicht der Kunden sind vor allem direkte Kostenvorteile
ausschlaggebend: 60 Prozent aller Autofahrer gehen davon aus, durch
den Umstieg auf Telematik-Tarife Geld zu sparen - hier müssen die
Versicherer ansetzen", kommentiert Dr. Karl Obermair, Projektleiter
und Experte für Mobilitätsservices bei A.T. Kearney. Besonders
Rabatte seien dabei ein wirksamer Hebel, neue Kunden zu werben: Bei
Rabatten von 25 Prozent wären bis zu 35 Prozent der Kunden bereit,
ihren Versicherungstarif zu wechseln. Vor allem jüngere Personen mit
niedrigem Einkommen und einer hohen Affinität zu digitalen Produkten
stünden einem neuen Tarif aufgeschlossen gegenüber. Ältere Personen
mit höherem Einkommen blieben ihrer Versicherung dagegen eher treu.
Dass das Geschäft mit Telematik trotz vorhaltender Skepsis noch
ungenutzte Potenziale birgt, zeigt sich vor allem bei Autofahrern
zwischen 18 und 40 Jahren: Das Mobilitätsradar sieht in dieser
Zielgruppe eine hohe Wechselbereitschaft. Attraktive
Telematik-Tarife, die beispielsweise einen Prämienrabatt beim Wechsel
bieten, könnten laut Befragung bei den 18-30-Jährigen maximal
325.000, bei den 30-40-Jährigen sogar bis zu 575.000 Neukunden
anziehen. "Diese potenziell knapp eine Million Wechselkunden könnten
für die Versicherungen unmittelbare Prämien im Wert von einer
Milliarde Euro abschöpfen - und das pro Jahr", kommentiert Obermair.
Neben dem Argument der Kostenersparnis kann Telematik bei den
Verbrauchern auch mit direkten Sicherheits- und
Bequemlichkeitsvorteilen punkten. Für rund zwei Drittel ist es
wichtig, dass in Pannen- oder Unfallsituationen automatisch Hilfe
organisiert wird - auch aus Kostengründen. So stufen 77 Prozent der
Autofahrer mit einem Einkommen unter 1.000 Euro den Sicherheitsaspekt
als sehr wichtig ein.
Autoexperte Kalmbach sieht die Potenziale von Telematik-Tarifen in
Anbetracht vorherrschender Bedenken differenziert: "Ein positiver
Befund für die Versicherer: In Bezug auf Datensicherheit zeigt sich,
dass jeder zweite Verbraucher Telematik-Tarifen offener
gegenübersteht, solange nachvollziehbar ist, welche Daten die
Versicherung wofür nutzt. Auch wenn die Angst vor Datenmissbrauch
schrumpft - das Thema "vernetztes Auto" ist nach wie vor extrem
erklärungsbedürftig, insbesondere worin genau der relevante Mehrwert
für den Kunden liegt." In Zeiten, in denen immer mehr
Alltagsgegenstände permanent mit dem Internet verbunden sind, sei das
Kaufargument der Vernetzung längst nicht mehr ausreichend.
Die Vorteile von Telematik, z.B. Kostenersparnisse oder erhöhte
Sicherheit, müssten daher noch besser kommuniziert werden - vor allem
gegenüber jenen Autofahrern, die neue Tarife begrüßen. "Nur wer
seinen Kunden klare Vorteile bietet und mit sensiblen Daten
glaubwürdig umgeht, hat die Chance junge, digital affine
Kundengruppen nicht nur zum Wechseln zu bewegen, sondern auch
langfristig an sein Unternehmen zu binden."
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier:
http://ots.de/XcrQM
Über A.T. Kearney
A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden
Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global
tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und
öffentliche Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer
Umsetzungsstärke unterstützt das Beratungsunternehmen seine Klienten
bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation. Im
Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation,
Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der
Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in
globalen Produktions- und Lieferketten. A.T. Kearney wurde 1926 in
Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro
außerhalb der USA. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 3.500
Mitarbeiter in über 40 Ländern der Welt. Seit 2010 berät das
Unternehmen Klienten klimaneutral.
Weitere Informationen finden Sie unter www.atkearney.de und auf
Facebook: www.facebook.com/atkearney.de.
Pressekontakt:
Anke Engelbrecht
Marketing Coordinator
A.T. Kearney GmbH
Charlottenstraße 57
10117 Berlin
Telefon: + 49 30 2066 3186
E-Mail: anke.engelbrecht@atkearney.com
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Datum: 15.12.2016 - 09:22 Uhr
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