Save the Children fordert sofortiges Ende der Belagerung in ganz Syrien
ID: 1439251
UN-Beobachter, innerhalb der nächsten 24 Stunden die Evakuierung der
verbliebenen Zivilisten zu überwachen. Es muss sichergestellt werden,
dass die Schwächsten - Kranke, ältere Menschen und Kinder - die
Geisterstadt verlassen können. Darüber hinaus fordert die
Kinderrechtsorganisation ein Ende der Belagerung in ganz Syrien. Noch
immer leben fast 750.000 Menschen im gesamten Land im
Belagerungszustand. Der Wintereinbruch verschärft die Not.
Bislang haben schätzungsweise 34.000 Menschen Ost-Aleppo
verlassen, oft mit wenig mehr als ihren Kleidern am Leib. Während die
Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, schlafen viele Familien
in unbeheizten Gebäuden oder Zelten, unter ihnen Tausende Kleinkinder
und Neugeborene. Viele sind nach den Monaten der Belagerung
entkräftet und unterernährt.
Dr. Mounir Hakimi, Vorsitzender unserer Partnerorganisation Syria
Relief, sagte: "In den letzten drei Tagen haben wir 30 schwer
verletzte Kinder aufgenommen. Oft leiden sie an Infektionen, die
während der Belagerung nicht richtig behandelt werden konnten. Aus
den Bussen stolpern hungrige und erschöpfte Menschen - ich hätte nie
gedacht, dass Menschen so verzweifelt um einen Keks bitten würden.
Wir brauchen noch viel mehr Decken und Nahrungsmittel. Denn der
Schnee wird unsere Arbeit in den kommenden Tagen zusätzlich
erschweren."
Dabei ist die Situation schon jetzt extrem angespannt, wie Muslem
Essa berichtete, eine Entwicklungshelferin in Idlib: "Die Kinder, die
tagelang auf ihre Evakuierung gewartet haben, kommen hungrig,
erschöpft, krank und offensichtlich traumatisiert bei uns an."
Nick Finney, Save the Children-Länderdirektor für Nordwest-Syrien,
warnt davor, die bisherige Evakuierung Aleppos als einen Erfolg zu
betrachten: "Diese Familien wurden nach unvorstellbarem Leid
gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Sie wohnen jetzt in Zelten und
verlassenen Gebäuden, mitten in einem Schneesturm, noch dazu in einem
Gebiet, das schon vorher mit der hohen Zahl an Vertriebenen
überfordert war. Wir brauchen deshalb die Unterstützung der
internationalen Gemeinschaft. Sie muss dafür sorgen, dass diese
Kinder den Winter überleben und sich erholen können. Und die
Weltgemeinschaft muss sicherstellen, dass diese Tragödie sich niemals
wiederholt."
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Datum: 22.12.2016 - 15:42 Uhr
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