Wölfe in einer verwalteten Welt
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(PresseBox) - Natürlich habe ich in meiner Kindheit auch von Rotkäppchen und dem bösen Wolf sowie dem Wolf und den sieben Geißlein gehört. Mehr beeindruckt hat mich allerdings die düstere Schilderung meines Vaters vom Heulen der Wölfe im Winter rund um den Bauernhof des Großvaters in Ungarn.
Vielleicht hätte mein Vater in seiner Kindheit nicht so ängstlich sein müssen, wenn er gewußt hätte, daß Menschen nicht zum Beuteschema des Wolfes gehören. Es bleibt jedoch die Frage offen, ob die Wölfe das auch wissen.
Die Wölfe wandern von Polen aus nach Westen. Inzwischen haben Wolfsrudel Nordrhein-Westfalen erreicht. In Deutschland stoßen sie auf eine typisch deutsche Willkommens-Kultur. In zig Gesetzen und Verordnungen ist alles geregelt: zum Beispiel das Jagdrecht und die Entschädigung für gerissene Schafe.
Wolf (!) Martenstein schreibt im Zeitmagazin dazu:"Es gibt Wolfsbetreuer, Rissgutachter, die vom Wolf erlegte Tiere begutachten, Sachverständigenräte, Förderrichtlinien, Runde Tische, Wolf-Zentren, Entschädigungspläne für Landwirte,deren Nutzvieh in Wolfsmägen gelandet ist, es gibt ein 'Lupus-Insitut' und der Bundestag hat bereits mehrfach über die 300 Wölfe beraten."
Der "böse" oder wilde Wolf ist geradezu das Gegenbild zur verwalteten Welt, denn er steht für Natur, Wildnis und Wildheit - als Gegenpol zur Zivilisation. Doch was hilft ihm das - die deutsche Bürokratie erweist sich als stärker und vereinnahmt ihn einfach. Es darf nicht sein, daß ein wildes Wesen in unseren "Baumplantagen", die wir deutscher Wald nennen, existiert.
Wenn Wölfe Adorno lesen würden, würden sie Deutschland nur durchqueren und sich in Frankreich niederlassen...
Hans-Peter Oswald
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Datum: 26.12.2016 - 16:16 Uhr
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