Südwest Presse: Kommentar zum Syrien-Krieg
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spektakuläre Bau in Astana, den der britische Stararchitekt Norman
Forster seinerzeit zur Retortenhauptstadt Kasachstans beisteuerte. Ob
sich jedoch Mitte Januar die verfeindeten syrischen Kriegsparteien in
dem opulenten Glasbau treffen werden, steht bereits fünf Tage nach
Wladimir Putins feierlich verkündeter Feuerpause wieder in den
Sternen. Die wichtigsten syrischen Rebellenverbände haben alle
Vorgespräche für die russisch-türkische Initiative gestoppt. Sie
werfen dem Assad-Regime vor, wie 2016 in Aleppo nun auch nahe
Damaskus den Waffenstillstand permanent zu brechen. Im Blick auf
einen möglichen Frieden scheint nämlich das Kriegslager Assads alles
andere als einig. Der Diktator von Damaskus und seine Machtclique,
aber auch die iranisch-irakischen Milizen und die libanesische
Hisbollah wollen keinen politischen Kompromiss. Sie alle setzen auf
einen totalen Sieg auf dem Schlachtfeld, der ihnen ein
zusammenhängendes schiitisches Machtgebiet vom Iran über Irak und
Syrien bis in den Libanon bescheren würde. Russland und die Türkei
dagegen möchten das Blutvergießen beenden, auch wenn das noch ein
paar weitere Jahre Assad-Herrschaft bedeutet. Die Türkei ächzt unter
zwei Millionen Flüchtlingen aus dem Nachbarland und einer
beispiellosen Terrorserie des "Islamischen Staates". Ankara will
freie Hand im Kampf gegen das kurdische Autonomiestreben. Moskau
dagegen will sich nicht noch tiefer in den syrischen Sumpf
hineinziehen lassen und möglichst bald kassieren, indem es sich seine
Waffenhilfe mit einer militärisch-strategischen Präsenz in Syrien
vergelten lässt.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 03.01.2017 - 19:08 Uhr
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