Lausitzer Rundschau: Pfeifen im Walde Komplizierte Zeiten für die Liberalen

Lausitzer Rundschau: Pfeifen im Walde

Komplizierte Zeiten für die Liberalen

ID: 1441924
(ots) - Christian Lindner ist ein begnadeter Redner, eine
frische, jugendlich wirkende Alternative zu vielen etablierten
Politikern. Und er ist ein großer Blender. 2017 werde das Jahr der
FDP, sagt der Vorsitzende den Seinen immer wieder, gestern auch in
Stuttgart beim Dreikönigstreffen. Es ist Pfeifen im Walde. Die
Wahrheit ist: Ob die große Stunde der Liberalen bei der
Bundestagswahl im September kommt, ist alles andere als gewiss. Es
könnte genauso gut auch ihre letzte Stunde werden. Zwei Mal in Folge
außerparlamentarisch, das überlebt sie nicht. Es wird knapp werden.
Lindner hat das Seine getan, er ist für die FDP ein Glücksfall in
dieser schwierigen Situation. Er hat den Laden nach dem Desaster von
2013 zusammengehalten, hat ein neues, sehr entschlossen wirkendes
Team gebildet, in dem endlich einmal Eitelkeiten hinter der Sache
zurückstehen. Unter seiner Führung hat die FDP auch allen
Versuchungen widerstanden, nach rechts abzudriften, gegen
Flüchtlinge, gegen Europa, obwohl dafür Gelegenheit genug bestanden
hätte. Man kann sagen: Lindner hat die schon fast tote FDP
wiederbelebt. Er ist ihr Gesicht in gesichtsloser Zeit. Aber
gleichzeitig ist die Außenwelt für die Liberalen unwirtlicher
geworden. Eines ihrer beiden Kernthemen, die innere Liberalität, wird
gerade von Terroristen und Einbrecherbanden zertrümmert. Am Beispiel
der Grünen-Chefin Simone Peter hat man gesehen, wie empfindlich die
Gesellschaft jetzt auf Bedenken jedweder Art reagiert. Dies ist nicht
die Zeit, um mit Einwänden gegen Videoüberwachung, neue
Anti-Terrorgesetze oder die Vorratsdatenspeicherung Erfolg haben zu
können. Mit der Wirtschaftsliberalität ist es kaum anders. Natürlich
fehlt im Bundestag seit vier Jahren eine ordoliberale Kraft. Es
sitzen dort nur noch Parteien, die sich liebevoll um das Verteilen
des Erwirtschafteten kümmern, nicht um den mittel- und langfristigen


Erhalt der Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft. Nur, Deutschland
kann sich das derzeit alles leisten, und auch seine Wähler können es
sich leisten, solche Parteien zu wählen. Es gibt keinen wirklichen
Druck für wirtschaftsliberale Reformen, nicht einmal der Ruf nach
Steuersenkungen lockt so richtig. Wären die ökonomischen Verhältnisse
wie in Frankreich oder Italien, wäre das vielleicht anders. Die
Frage, ob die FDP im September wieder über fünf Prozent kommt, wird
sich deshalb weniger an ihren Inhalten, sondern eher wieder an ihrer
Rolle als Funktionspartei entscheiden, als Mehrheitsbeschafferin.
Viele haben die Nase von der Großen Koalition voll. Die Chancen der
FDP steigen, wenn sie Alternativen zu ihr möglich machen kann, ob
eine linke Ampel-Koalition mit SPD und Grünen oder ein
Jamaika-Bündnis mit CDU und Grünen. Der Spagat besteht freilich
darin, zugleich nicht prinzipienlos zu wirken. Denn, auch das gilt:
Wer nach allen Seiten offen ist, ist oft nicht ganz dicht.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Südwest Presse: Kommmentar: Klausurtagung CSU Badische Neueste Nachrichten: Durchdachte Strategie - Kommentar von Bernhard Junginger
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.01.2017 - 19:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1441924
Anzahl Zeichen: 3410

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 451 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Pfeifen im Walde

Komplizierte Zeiten für die Liberalen
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Südwest Presse: Kommmentar: Klausurtagung CSU ...
Horst Seehofer treibt es gerne bis zum Äußersten. Und dieses Äußerste ist aus seiner Sicht im Streit mit Angela Merkel und der CDU um die Obergrenze für Flüchtlinge immer noch nicht erreicht. Auch nicht nach mehr als einem Jahr Disput, Demütigungen und Drohungen. Wer glaubte, die CSU-Klau

Schwäbische Zeitung: Mit Vernunft den Bauch erreichen - Leitartikel zum FDP-Dreikönigstreffen ...
Für ihn macht sogar einer wie Wolfgang Kubicki, schleswig-holsteinischer FDP-Chef und kameraverliebter Talkshow-Veteran, gerne das Vorprogramm. Die Rede ist von Christian Lindner. Sein Auftritt beim Dreikönigstreffen der Liberalen am Freitag war bemerkenswert. Bemerkenswert kämpferisch und rhe

Berliner Zeitung: Kommentar zum Dreikönigstreffen der FDP: ...
Die FDP hat mit Christian Lindner einen wackeren Kämpfer an ihrer Spitze. Aber das ist es dann eben auch. Er hat auf dem Dreikönigstreffen wieder eine bravouröse Rede gehalten, voller rhetorischer Kniffe, gespickt mit Polemik, Witz und einfachen Wahrheiten. Aber wofür die FDP im Konkreten st

Frankfurter Rundschau: Zur Abwanderung aus Ostdeutschland ...
Das Institut der deutschen Wirtschaft meldet Vollzug. Der Strukturwandel in Ostdeutschland sei abgeschlossen, heißt es aus Köln. Und der Osten habe sich stabilisiert. Nur ist diese Botschaft mit Vorsicht zu genießen. Zum einen hat der Osten seit 1989 Millionen Menschen verloren - überwiegend


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z