Lausitzer Rundschau: Scharf, schärfer - Wahlkampf Der Wettlauf der Parteien um die innere Sicherhe

Lausitzer Rundschau: Scharf, schärfer - Wahlkampf

Der Wettlauf der Parteien um die innere Sicherheit

ID: 1442025
(ots) - Der Wettlauf hat begonnen. Dazu gehören nun mal
parteipolitische Spielchen, wie dem anderen dramatisch vorzuwerfen,
in der inneren Sicherheit unzuverlässig zu sein. Das sagt
Innenminister Thomas de Maizière über SPD-Chef Sigmar Gabriel. Der
wiederum hält die Ideen des CDU-Mannes zur Zusammenlegung von
Verfassungsschutzämtern und einer föderalen Strukturreform für
Symbolpolitik. Und sekundieren darf SPD-Justizminister Heiko Maas mit
seinem Vorstoß, die Gefährderhaft auszuweiten. Scharf, Schärfer,
Wahlkampf. Ob das gut ist? Der Anschlag in Berlin vor Weihnachten
markiert einen Wendepunkt in der deutschen Sicherheitspolitik.
Seitdem laufen sich die Wahlkämpfer warm. Selbst die Grünen müssen
sich nun als "Law and Order"-Partei darstellen. Das hat sich bei der
letzten Debattenrunde der vier Bewerber um die Spitzenkandidatur für
die Bundestagswahl gezeigt. Wer nicht mitrennt, den bestraft der
Wähler. Doch Vorsicht: Die Politik zäumt bei diesem Wettstreit das
Pferd mal wieder zu oft von hinten auf. Anstatt jetzt eine
konsequente Schwachstellenanalyse zu betreiben, werden vor allem
immer neue Maßnahmen diskutiert, mit denen vermeintlich
Sicherheitslücken geschlossen werden sollen. Dabei gibt es in
Deutschland eindeutig kein Gesetzes-, sondern insbesondere ein
Anwendungsdefizit. Was zum Teil auch damit zu tun hat, dass in den
vergangenen Jahren bei den Behörden massiv Personal abgebaut wurde.
Verantwortlich dafür ist nicht nur eine Partei. Die Politik hat zum
Glück wieder den entgegengesetzten Weg eingeschlagen. Doch der
braucht Zeit, weil die neuen Beamten erst gefunden und ausgebildet
werden müssen. Ein Beispiel für den mangelnden Vollzug von Gesetzen
scheint der Umgang mit Gefährdern zu sein. 224 davon mit
ausländischer Staatsangehörigkeit sollen laut Auskunft des
Innenministeriums derzeit in Deutschland leben, bei 62 wurde der


Asylantrag abgelehnt. Schon jetzt können Ausreisepflichtige, die
straffällig geworden sind, bis zu 18 Monaten festgesetzt werden. Doch
angewendet wird diese Möglichkeit offenkundig ähnlich selten wie die
Verfügung von Meldeauflagen. Das verstehe, wer will. Wer mehr
Sicherheit verspricht, muss endlich auch das Naheliegende tun und vom
Möglichen Gebrauch machen. Schon längst hätten zudem die
Rückführungen praktikabler gestaltet werden können - zur Not mit
Druck auf die Staaten, die sich weigern, ihre eigenen Bürger
zurückzunehmen. Die Entwicklungshilfe wäre dafür ein geeignetes
Instrument. Die Grundsatzfrage bleibt freilich: Ist es gut, in
Zeiten, in denen die Bürger extrem verunsichert sind, in der
Sicherheitspolitik zu wetteifern? Oder sollten die Parteien nicht
versuchen, das Notwendige gemeinsam auf die Beine zu stellen?
Letzteres wäre wohl sinnvoller.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Lausitzer Rundschau: Suchen ohne  zu finden

Zur Suche nach einem Atommüllendlager Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Wie sich die Worte gleichen
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.01.2017 - 19:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1442025
Anzahl Zeichen: 3266

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 490 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Scharf, schärfer - Wahlkampf

Der Wettlauf der Parteien um die innere Sicherheit
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Wie sich die Worte gleichen ...
Der tödliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin war noch keine zwei Stunden her, da wusste Marcus Pretzell schon genau, wer der Schuldige war. Der Landesvorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen twitterte: "Es sind Merkels Tote." Das war am 19. Dezem

Der Tagesspiegel: Brandenburgs Ministerpräsident Woidke sieht keine Chance für Rot-Rot-Grün im Bund ...
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht keine Chance für Rot-Rot-Grün im Bund. "Ich sehe nicht, dass die Linke im Bund in der Lage wäre, Teil einer Bundesregierung zu sein", sagte Woidke, der in Brandenburg mit der Linken regiert, dem Berliner "Tagesspiegel&qu

Berliner Zeitung: Kommentar zur in der Türkei beginnenden Verfahrens zur Einführung eines Präsidialsystems: ...
Gewinnt Erdogan dann, ist er mit einem Dilemma konfrontiert. Das Präsidialsystem bedeutet nicht nur die legale Macht, sondern auch eine Bürde. Dann ist der "Boss" auch tatsächlich verantwortlich - und zwar allein. Wahre Stärke würde er beweisen, wenn er die Türkei wieder auf den

Frankfurter Rundschau: Kommentar zur Sicherheitsdebatte ...
Die Sicherheitsdebatte löst sich immer weiter von den Fakten und nimmt hysterische Züge an. Sachlich richtig ist, dass wir ein wachsendes Sicherheitsproblem haben, was den Terrorismus betrifft. Dies hängt mit der Flüchtlingsfrage enger zusammen, als vielen Linken lieb sein kann. Es hat in de


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z