Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Schlichter am eigenen Volk
ID: 1442948
Irgendwann schmecken es die Gäste halt. Dann kann sich der Wirt aber
was anhören. Gestern zum Beispiel Thüringens rot-rot-grüne
Landesregierung als sie das machte, was alle erwartet haben: Sie
sucht Zuflucht beim Verfassungsgericht. Dieses soll ein Volksbegehren
stoppen. Das Begehren einer Bürgerinitiative hat wiederum zum Ziel,
eine Gebietsreform zu Fall zu bringen, die die von den Linken
angeführte Koalition im Freistaat angezettelt hat.
Die Nörgelei an Vorschaltgesetz und rätselhaft neu
zusammengestellten Landkreisen ist lange schon keine Sache mehr der
Opposition. Man muss nur lesen, wie der SPD-Oberbürgermeister von
Weimar gestern versuchte seinen SPD-Innenminister verbal einzutopfen.
Da ahnt man woher der Spruch kommt: Wer solche Parteifreunde hat
braucht keine Feinde.
Stoßen Interessengruppen unversöhnlich und kompromisslos
aufeinander, bleibt nichts anderes mehr als Richter entscheiden zu
lassen. Die machen auch Schluss mit den eigenwilligsten
Interpretationen, was die Verfassung Thüringens zulässt und was
nicht.
Trotzdem ist darüber hinaus eine Verfassungsdiskussion notwendig:
Wollen wir wirklich, dass Landesregierungen wie früher die CDU oder
heute Rot-Rot-Grün angestrebte Volksgesetzgebungen einfach abbügeln
können? Wie kann das Budgetrecht der gewählten Abgeordneten trotz
erwünschter Volksgesetzgebung geschützt werden? Oder verändert eine
direkte Demokratie das verfassungsmäßig konstituierende Staatswesen
so stark, dass die Struktur des Freistaats Thüringen in seinen
Grundfesten verändert wird?
Einstweilen hat der Ministerpräsident des Kleinstaates Thüringen,
Bodo Ramelow, angekündigt, mit den Initiatoren des Volksbegehrens
einen Kompromiss zu suchen. Das wäre mal etwas anderes als seine
Einsätze als Schlichter in Tarifstreitereien. Hier geht es ja gegen
die eigene Regierung und die Befindlichkeiten im eigenen Thüringer
Volk. Es wäre das Meisterstück des Regierenden.
Pressekontakt:
Ostthüringer Zeitung
Redaktion Ostthüringer Zeitung
Telefon: +49 (0) 365 / 77 33 11 13
redaktion@otz.de
Original-Content von: Ostth?ringer Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.01.2017 - 18:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1442948
Anzahl Zeichen: 2488
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Gera
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 503 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Schlichter am eigenen Volk"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Ostthüringer Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Ostthüringer Zeitung
Berliner Zeitung: Kommentar zum EuGH-Urteilüber die Teilnahme muslimischer Mädchen am Schwimmunterricht: ...
Das Urteil zeugt von Augenmaß, weil es das Prinzip der Religionsfreiheit nicht über das Bedürfnis nach einer funktionierenden gesellschaftlichen Ordnung stellt. Der Schwimmunterricht erfüllt ja nicht nur den Zweck der körperlichen Ertüchtigung, er trägt auch zum gemeinschaftlichen Erleben
Frankfurter Rundschau:Übereilig, aber richtig ...
Das Genörgel ist groß. Mit am lautesten jammern die Deutschen über die Erweiterung der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Teilnehmer. Aber wer am lautesten schimpft, muss noch lange nicht recht haben. Die Fifa hat in ihrer wenig ruhmreichen Geschichte eine Menge verbockt, in diesem Fall j
Kinderhilfswerk Plan trauert um Alt-Bundespräsident Roman Herzog / Alt-Bundespräsident übernahm millionste Patenschaft für Mädchen aus Bolivien ...
Das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland trauert um den früheren Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog. Der Bundespräsident a.D. starb im Alter von 82 Jahren. In seiner Funktion als Bundespräsident engagierte sich Roman Herzog auch für die Arbeit der Kinderhilfsorganisation Plan I
Hans-Gert Pöttering: Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Roman Herzog ...
Zum Tode des Bundespräsidenten a.D. Prof. Dr. Roman Herzog erklärt der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Dr. Hans-Gert Pöttering: "Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Roman Herzog, einer außergewöhnlichen Persönli




