Börsen-Zeitung: Mau, Kommentar zur Commerzbank von Bernd Wittkowski
ID: 1454810
machen es dem geneigten Publikum nicht leicht, einzuschätzen, wie gut
oder schlecht es der nach Bilanzsumme nur noch viertgrößten deutschen
Bank wirklich geht. Zum einen ist das Zahlenwerk wieder mal ein
Sammelsurium von Sonder- und Bewertungsfaktoren, was sich schon jetzt
absehbar auch 2017 nicht grundlegend ändern wird. Zum anderen leben
die Gelben seit Generationen auf einer schwer überschaubaren
Dauerbaustelle, auf der - so viel ist sicher - auch in den nächsten
Jahren Hochbetrieb herrschen wird. Beides - die Verzerrung der
Erfolgsrechnung durch angebliche Einmaleffekte und der permanente
Umbruch - sind freilich zumindest unter den privaten Großbanken keine
Spezifika der Commerzbank. Ehrlich gesagt ist uns aus den vergangenen
Jahrzehnten keine Rechnungsperiode erinnerlich, die man auch nur für
eines dieser Häuser in beiderlei Hinsicht als "Normaljahr" einstufen
könnte.
Beim Blick auf das aktuelle Zahlenbild der Commerzbank erscheint
das Prädikat "ganz ordentlich", das Vorstandschef Martin Zielke der
operativen Entwicklung gibt, recht wohlwollend. Nun gut, er ist
Partei. Tatsächlich macht das operative Ergebnis mit 1,4 Mrd. Euro
und einem Rückgang um 28% einen eher traurigen Eindruck. Man fragt
sich zudem, was darin enthaltene Beiträge aus dem Verkauf der
Visa-Beteiligung, der Wertaufholung beim Heta-Engagement oder
Immobilienveräußerungen mit dem operativen Geschäft zu tun haben
sollen.
Andererseits gibt es enorme Belastungen etwa aus
Goodwillabschreibungen, durch die Zinspolitik der EZB und nicht zu
vergessen aus der Risikovorsorge für Schiffskredite, die hoffentlich
nicht noch allzu weit über 2017/18 hinaus zur Gewohnheit werden. In
diesen "Übergangsjahren" müssen ohnehin der milliardenschwere
Restrukturierungsaufwand und mögliche negative Folgen der neuen
Rechnungslegung (IFRS 9) verdaut werden. Bis dahin sieht es bei
vermutlich eher bescheidenem Ertragswachstum mau aus.
Die gute Nachricht: Es stimmt, die Commerzbank liefert, was sie
versprochen hat. Sie hat trotz externer Zusatzbelastungen die Kosten
im Griff. Die Kapitalausstattung dürfte auskömmlich sein. Die
Digitalisierung wird entschlossen vorangetrieben, der Umbau (nicht
Abbau) des Filialnetzes ebenfalls. Mehr als 1 Million Privatkunden
hat die Bank seit 2012 netto gewonnen, allein 137000 seit Oktober,
das ist äußerst respektabel. Der deutsche Markt war wohl doch nicht
so verkrustet und verteilt, wie es manch früherer Commerzbank-Chef
immer beklagt hatte.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Original-Content von: B?rsen-Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.02.2017 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1454810
Anzahl Zeichen: 3053
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 423 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Mau, Kommentar zur Commerzbank von Bernd Wittkowski"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar VW-Affäre Des Dramas nächster Akt Wolfgang Mulke, Berlin ...
Mitunter fragt man sich, ob der Diesel-Skandal seinem Ende entgegensieht oder erst richtig losgeht. Anscheinend ist letzteres der Fall. Der nächste Akt im Drama VW ist eine Schlammschlacht zwischen dem früheren Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und den wohl heute mächtigsten Männern im Kon
Weser-Kurier:über die Elbvertiefung schreibt Peter Hanuschke: ...
Dass die Elbvertiefung kommt, ist nun klar. Wann die ersten Baggerarbeiten beginnen können, ist allerdings ungewiss. Zunächst müssen die Behörden nachbessern und die vom Bundesverwaltungsgericht festgestellten rechtlichen Mängel beseitigen. Und so etwas kann dauern. Auch wenn die klagenden
Bessere Honorarberatung mit VDH-FinTech-Lösungen ...
(Amberg, 09. Februar 2017) So sehr FinTechs seit einiger Zeit auch gehypt werden, Algorithmen können den Honorarberater aus Fleisch und Blut nicht ersetzen. Gleichwohl sind anwenderfreundliche und technisch ausgereifte Software-Tools "erstklassige Instrumente zur Optimierung unserer Dienstleis
Ex-Nokia Head of Sales Francesco Fucile wird neuer Partner bei Board Partners ...
Essen/Zürich, 9. Februar 2017 – Francesco Fucile, unter anderem früherer Head of Sales Alps bei Nokia, ist ab sofort neuer Partner der internationalen Beratungsgruppe Board Partners GmbH (www.board-partners.com). Vom Standort Schweiz aus betreut er insbesondere nationale und internationale Unter




