Harvard-Ökonom Rogoff erwartet Rückkehr der Euro-Krise
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für Süd-Europa unabwendbar
Berlin, 15. Februar 2017 - Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff rät
der Bundesregierung, beim deutschen Staatsüberschuss das Pulver
trocken zu halten. Deutschland werde als Gläubiger im Euro-Raum "eine
Rechnung bezahlen müssen". "Die Last der deutschen Schulden ist
höher, als die Zahlen es vermuten lassen. Sie sind nicht in der
Bilanz, aber eines Tages werden sie fällig - und die Deutschen
sollten darauf vorbereitet sein", mahnte der Experte für
Staatsschulden im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital'
(Ausgabe 3/2017, EVT 16. Februar).
Rogoff erwartet, dass nach dem Ende der ultralockeren Geldpolitik
das Risiko einer neuen Schuldenkrise in Süd-Europa - vor allem in
Italien - rapide zunimmt. Schliesslich werde es für EZB-Chef Draghi
"sehr problematisch, bei einer höheren Inflation die Notwendigkeit
des Quantitative Easing (QE) zu erklären".
Die südlichen Euro-Staaten, allen voran Griechenland, bräuchten
dann einen Schuldenschnitt und Deutschland werde dabei hohe Beträge
abschreiben müssen. "Man hätte den Schuldenschnitt vor langer Zeit
machen sollen. Wenn er kommt, sollte man großzügig sein", so Rogoff.
Für die US-Wirtschaft ist der Havard-Ökonom optimitisch und
rechnet mit einer Fortsetzung des Aufschwungs in 2017 und 2018. "Auf
kurze Sicht wird die US-Wirtschaft gut laufen", so der
Harvard-Ökonom. Für 2019 prophezeit er aber eine Überhitzung mit
steigender Inflation: "Dann werden wir das klassische
Makro-Schlamassel erleben."
Pressekontakt:
Horst von Buttlar, Chefredaktion 'Capital',
Telefon: 030/220 74-5101
E-Mail: chefredaktion@capital.de
www.capital.de
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