Studenten entwickeln Fahrzeug für Blinde mit der SolidWorks 3D-CAD-Software
„Viele blinde Menschen würden gerne selber fahren. Und es spricht nichts dagegen, dass Blinde eines Tages dazu in der Lage sein werden. Dies haben sie bereits in unseren teilautonomen Fahrzeugen unter Beweis gestellt“, so Kimberly Wenger, Leiterin des Studentenprojekts Virginia Tech Blind Driver Challenge. „Im nächsten Schritt muss die Technologie perfektioniert werden, damit Blinde auf öffentlichen Straßen fahren können, ohne dabei andere Personen zu gefährden. Zugegebenermaßen eine große Herausforderung.“
Blinde Personen haben den Dünenbuggy im Sommer 2009 Probe gefahren und konnten dabei das Fahrzeug selbstständig lenken, beschleunigen und abbremsen. Bei der Lenkung folgen sie über Kopfhörer computergenerierten Steuerbefehlen, wie etwa „zwei Klicks nach rechts“, da bei jeder 5-Grad-Drehung des Lenkrads ein Klickgeräusch ertönt. Mittels einer Vibrationsweste wird dem Fahrer signalisiert, wann gebremst oder angehalten werden muss. Die Anweisungen erteilt der Fahrzeugcomputer auf Grundlage von Umgebungsdaten, die von einem an der Vorderseite des Fahrzeugs angebrachten Laser erfasst werden.
Die Studenten der Virginia Tech nutzen SolidWorks, um die Konstruktion des Klickrads im Roulette-Design zu perfektionieren. „Mithilfe von SolidWorks haben wir zahlreiche Konzepte für die inneren Mechanismen des Klickrads entwickelt und mehrere strukturierte Konstruktionsprüfungen durchgeführt“, erzählt Wenger. „Mit SolidWorks konnten wir die Ideen aller Teammitglieder visualisieren und eingrenzen, Interferenzen erkennen und so die beste Konstruktion ermitteln. Dank der Überprüfungen ist die gemeinschaftliche Konstruktionsarbeit von Anfang an reibungslos verlaufen.“ Das Team stützte sich auch beim Entwurf des Armaturenbretts und der Batteriehalter sowie für die Steuerung des Laserschneidens der Teile auf SolidWorks.
Obwohl es für Blinde eine Bereicherung ist, selbst fahren zu können, ist das studentische Team noch nicht zufrieden. Warum sollten Blinde nur den Anweisungen eines Computers folgen, anstatt selbst Fahrentscheidungen zu treffen? Aus diesem Grund soll das Fahrzeug im nächsten Schritt mit einem revolutionären Gerät ausgestattet werden, das dem Fahrer in Echtzeit eine topografische Tastkarte der Umgebung bereitstellt, damit sie selbst feststellen können, wann sie wenden, bremsen oder anhalten müssen. Mithilfe dieses Gerätes namens AirPix, das in etwa wie ein Airhockey-Tisch funktioniert und bei dem Druck durch Löcher nach oben gelangt, können Fahrer das Terrain über ihre Fingerspitzen „erfühlen“. Ein hoher Druck weist auf Hindernisse hin. Auch bei der Konstruktion dieses Gerätes verlassen sich die Studenten auf SolidWorks.
Das Team der Virginia Tech besteht aus 12 Maschinenbaustudenten und arbeitet im weltberühmten Robotics and Mechanisms Laboratory kurz RoMeLa. Das Projekt startete nach einem Aufruf der Blindenorganisation National Federation of the Blind, die sich für mehr Unabhängigkeit für Blinde einsetzt. Die Virginia Tech war die einzige Organisation, die sich dieser Herausforderung stellte. Ein Video zu den Probefahrten des Dünenbuggys steht auf YouTube zur Verfügung: http://www.youtube.com/user/virginiatech#p/u/35/k0yr57meJ5w.
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Datum: 15.12.2009 - 10:31 Uhr
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