NOZ: Nicht Steuern senken, sondern mehr investieren
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Fratzscher beklagt Substanzverfall in Deutschland - "Das kostet
uns viel Wohlstand"
Osnabrück. In der Debatte um die Verwendung der hohen staatlichen
Überschüsse hält der Präsident des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Marcel Fratzscher, eine massive
Aufstockung der Investitionen "für den einzig richtigen Weg". Im
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) warnte
Fratzscher zugleich vor Steuersenkungen.
Der Wissenschaftler betonte: "Steuersenkungen kann man nur dann
machen, wenn sie dauerhaft finanzierbar sind. Die staatlichen
Überschüsse sind aber nur temporär." Schon für 2018, spätestens 2019
erwarte das DIW Berlin wieder Defizite im Bundeshaushalt. Fratzscher
fügte hinzu: "Der Staat profitiert heute mit jährlich 40 Milliarden
Euro von den extrem niedrigen Zinsen. Das wird aber nicht immer so
bleiben." Auch sei - schon aus demografischen Gründen - eine
Abschwächung des Arbeitsmarktes zu erwarten. Und es bleibe zudem
abzuwarten, ob die Gewinn- und Ertragssteuern weiter so hoch sein
werden wie aktuell.
Fratzscher plädierte stattdessen für mehr staatliche Investitionen
und betonte: "Der deutsche Staat lebt heute von seiner Substanz. Seit
15 Jahren erleben wir einen massiven Substanzverfall, der uns
letztlich viel Wohlstand kosten wird. Es muss oberste Priorität
haben, diese schädliche Entwicklung zu stoppen und sie umzudrehen."
Das erfordere deutlich mehr Investitionen, unter anderem in
Bildungseinrichtungen sowie in die Verkehrsinfrastruktur.
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Datum: 24.02.2017 - 14:30 Uhr
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