Südwest Presse: Kommentar zu Schlecker-Prozess
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Vielleicht zu groß, bedenkt man, wie komplex die Sachverhalte sind,
die während der 26 Verhandlungstage geklärt werden sollen. Die
Öffentlichkeit fordert eine harte Strafe für Anton Schlecker. Sie
sieht nur den beratungsresistenten Kaufmann aus dem schwäbischen
Ehingen, der aus Gewinnsucht das Unternehmen in den Ruin trieb und so
25000 Menschen in die Arbeitslosigkeit schickte, während er für seine
Familie Geld beiseite geschafft hat. Sein Anwalt stellt es anders
dar: Anton Schlecker habe so an seinem Lebenswerk gehangen, dass er
eine mögliche Insolvenz nicht wahrhaben wollte. Darum seien ihm die
Geschenke an Kinder und Enkel auch nicht vorzuwerfen. Wichtigste und
schwierigste Aufgabe des Gerichts ist es zu klären, wann Anton
Schlecker bewusst war, dass sein Unternehmen nicht mehr zu retten
ist. Nur dann kann auch beurteilt werden, ob seine Überweisungen nur
Geschenke oder strafbare Handlungen waren. Fünf Jahre nach der
Insolvenz ist es eine Mammutaufgabe, diese Rechtsfragen zu klären -
geschweige denn Gerechtigkeit zu schaffen.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 06.03.2017 - 19:05 Uhr
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