journalist-Umfrage unter Dax-Konzernen: Deutsche Unternehmen meiden Breitbart-Werbung
ID: 1475594
Werbebranche. Unternehmen können auf diese Weise mit automatisch
vermittelten Werbeschaltungen kostengünstig eine große und passgenau
auf ihre Angebote zugeschnittene Zielgruppe erreichen. Das Problem
ist: Unternehmen können auch auf umstrittenen Plattformen wie etwa
Breitbart auftauchen.
Was tun deutsche Unternehmen, wenn ihre Werbung in einem solch
demokratie- oder menschenfeindlichen Kontext erscheint? Das
Medienmagazin journalist hat sich bei zehn deutschen DAX-Unternehmen
umgehört. Das Ergebnis: Alle befragten Unternehmen lehnen Breitbart
als Plattform für ihre Werbung ab.
So erklärt etwa die Deutsche Bank, dass sie "Medien mit extremer
politischer Ausrichtung" bei der Werbung meide. Man setze sich "für
eine pluralistische, offene und demokratische Gesellschaft ein. Dazu
zählen natürlich die Meinungs- und Pressefreiheit. In Medien, die
diese Werte bewusst verletzen, möchten wir nicht erscheinen. Das gilt
auch für Werbung."
Einige Unternehmen wie etwa BASF räumen gegenüber dem journalist
ein, schon mal mit einem Werbebanner auf Breitbart erschienen zu
sein. "Wir haben keine Werbung auf dieser Website geschaltet, können
aber nicht ausschließen, dass über Onlinewerbenetzwerke eine
unbeabsichtigte Schaltung erfolgt ist", heißt es bei BASF. Man habe
Breitbart als "unangemessene Plattform für unsere Unternehmenswerbung
blocken lassen".
Unternehmen wie Allianz und Beiersdorf verweisen ebenfalls auf
sogenannte Blacklists, um Werbung auf unerwünschten Seiten
auszuschließen. Daimler arbeitet nach eigener Aussage mit Listen und
Filtertools, um Inhalte "auf nicht gewünschten Seiten
auszuschließen", und hat "alle Märkte und Medienagenturen
aufgefordert, die Listen zu überprüfen" und "bei den relevanten
Anzeigen-Netzwerken die Einhaltung der strengen Werberichtlinien"
einzufordern. Commerzbank und Henkel erklären, dass sie die Werbung
umgehend stoppen würden, wenn ihre Marke trotz aller Vorkehrungen in
unerwünschten Umfeldern auftauchen würde.
Alle befragten Unternehmen distanzieren sich deutlich von
Diskriminierung und Extremismus. Parteipolitisch oder im engeren Sinn
politisch wollen sie sich nicht positionieren. Die ProSiebenSat.1
Media SE erklärt: "Wir bringen uns in den politischen Diskurs ein und
zeigen Haltung. Als Medienunternehmen sind wir aber auch zu
journalistischer Unabhängigkeit verpflichtet. Eine dezidiert
parteipolitische Haltung schließt sich damit aus."
Die komplette Umfrage lesen Sie in der April-Ausgabe des
Medienmagazins journalist, die heute erscheint. Vor einem halben Jahr
hat der journalist den Verlag gewechselt, erscheint nun im Hamburger
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Datum: 03.04.2017 - 10:55 Uhr
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