Musikinstrumentenmarkt verzeichnet weiterhin Zuwächse - Anstieg dürfte aufgrund von CITES-Problema

Musikinstrumentenmarkt verzeichnet weiterhin Zuwächse - Anstieg dürfte aufgrund von CITES-Problematik in 2017 stoppen

ID: 1475611
(ots) - Die deutsche Musikinstrumenten- und
Musikequipmentbranche verzeichnet auch für das Geschäftsjahr 2016
eine positive Trendentwicklung. Das verkündete der Branchenverband
SOMM - Society Of Music Merchants am Montag, im Vorfeld der
Musikmesse, in Frankfurt.

Zum Start der Musikmesse (05.- 08.04.2017) legte der Verband die
Jahreszahlen für das vergangene Jahr vor. Demnach verzeichnete die
deutsche Musikinstrumentenwirtschaft für das Jahr 2016 einen
positiven Umsatztrend von 5,4 Prozent(1) im Vergleich zum Vorjahr
(2015). Der Umsatz mit Musikinstrumenten, Musikequipment und Noten
(Papiergeschäft) weist laut Branchenstatistik IMIS ein
Gesamtmarktvolumen von ca. 960 Millionen Euro(1),(2),(3) zu
Endverbraucherpreisen aus.

In fast allen Bereichen der Warenhauptgruppen ist ein Umsatzplus
zu beobachten. Zweistellige Umsatzzuwächse verzeichneten die beiden
Hauptwarengruppen Beschallung (14,2%) und Computer Software (11,6%),
wenn auch teilweise auf niedrigem Umsatzniveau. Umsatzbringer waren
wie im letzten Jahr auch die Hauptwarengruppen Mikrofone und
Kopfhörer mit einem Umsatzanteil von 17 Prozent am Gesamtmarkt.
Ebenso konnten sich die Bereiche Beschallung, Tasteninstrumente und
Saiteninstrumente als Umsatzgarant profilieren. Insgesamt machen
diese vier Musikinstrumentensegmente rund 60 Prozent des
Gesamtvolumens am Markt aus.

"Das Umsatzplus sowie einzelne Marktstudien zeigen auf, dass
Musikmachen immer noch im Trend liegt. Allerdings befürchten wir für
das Jahr 2017 Umsatzrückgänge für verschiedene Instrumentengruppen",
so SOMM-Geschäftsführer Daniel Knöll. Grund dafür sind unter anderem
die Beschlüsse der 17. CITES-Vertragsstaatenkonferenz vom Oktober
2016 und die daraus für die MI-Branche resultierenden Auswirkungen.

Mit dem Beschluss wurden zahlreiche Holzarten, die auch in


Musikinstrumenten Verwendung finden, in CITES Anhang II gelistet. Der
Handel mit Produkten, die diese Hölzer beinhalten, wird dadurch
massiv beeinträchtigt und erschwert. "Die CITES-Änderungen und die in
der Folge für die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) geltenden
Auswirkungen, stellen die MI-Branche vor enorme Aufgaben. Die
Differenzierung, die nur für den deutschen Markt gilt, bedeutet
unseres Erachtens eine massive Wettbewerbsverzerrung und führt zu
massiven wirtschaftlichen und kulturpolitischen Schäden. Die
Umsetzung der verbindlichen CITES-Vorgaben für den internationalen
Handel belastet die gesamte Branche stark", führt Knöll die
Problematik weiter aus und bekennt sich dabei ausdrücklich zum
Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Bedingt durch eine erweiterte
Buchführungspflicht (BArtSchV) sieht sich der Musikfachhandel in
Deutschland maßgeblich gegenüber dem Musikfachhandel im europäischen
Ausland beeinträchtigt bzw. diskriminiert.

Weiterer Hemmschuh für eine kontinuierliche Fortführung eines
steigenden Absatzmarktes ist der seit Jahren ausbleibende
Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland. Immer
weniger Kinder und Jugendliche finden deshalb keinen Zugang zum
aktiven Musikmachen bzw. haben deshalb gar keinen Kontakt mehr mit
Musikinstrumenten. Nach wie vor bleibt dies die größte
Herausforderung für die gesamte Branche. "Der Gesetzgeber muss in
beiden Fällen handeln - unverzüglich! Es geht hier um weitaus mehr
als um eine Musikunterrichtsdiskussion oder eine Bagatelle. Es geht
um den Stellenwert von Musik in der Gesellschaft und den Erhalt des
Kulturguts Musikinstrument. Darüber hinaus geht es um Wettbewerb, den
Erhalt einer Unternehmenskultur und die Wirtschaftlichkeit einer
ganzen Branche mit zahlreichen Arbeitsplätzen", fordert Knöll.

Der Gesamtmarkt spürt diese Auswirkungen wahrnehmbar: der
Wettstreit steigt bei zunehmender Marktkonzentration und
Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Kampf
um den günstigsten Preis und die Gunst des Verbrauchers ist schon
längst entfacht.

(1) IMIS: Umsatz MI-Branche zu Endverbraucherpreisen, gemessen an der
freiwilligen Branchenstatistik der SOMM (Insg. 25 teilnehmende
Unternehmen) / DMV-Branchenstatistik (Studie: Musikwirtschaft in
Deutschland 2015)

(2) Saison- und kalenderbereinigte Werte

(3) IMIS: Umsatz MI-Branche zu Endverbraucherpreisen, gemessen an der
freiwilligen Branchenstatistik der SOMM (Insg. 25 teilnehmende
Unternehmen).

Über SOMM e. V.:

Der Verband SOMM - Society Of Music Merchants e. V. -
Spitzenverband der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche in
Deutschland - vertritt die Interessen von 60 Unternehmen aus den
Bereichen Herstellung, Vertrieb, Handel und Medien aus der
Musikinstrumentenbranche, die rund zwei Drittel des deutschen
MI-Marktes repräsentieren.

Der Verband vertritt national und europaweit die kulturellen und
wirtschaftlichen Interessen der Musikinstrumenten- und
Musikequipmentbranche mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der
Branche in allen Marktbereichen zu stärken, die politischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen den Anforderungen der Branche
entsprechend mitzugestalten, Marktstandards zu definieren und
Dienstleistungen für Mitglieder zu erbringen, eine zeitgemäße
musikalische Fort- und Weiterbildung zu fördern sowie das aktive
Musizieren und die Musikkompetenz in der Gesellschaft zu
intensivieren.



Pressekontakt:
SOMM e.V.
Daniel Sebastian Knöll
T: +49 30 8574748-0
F: +49 30 8574748-55
E: d.knoell@somm.eu

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