Ärzte der Welt verurteilt aufs Schärfste den Giftgasangriff in Syrien
ID: 1478133
Giftgasangriffen geworden. Ärzte der Welt verurteilt diese Attacken
aufs Schärfste und fordert die Ahndung dieses Kriegsverbrechens.
Erste Krankenwagen konnten die türkisch-syrische Grenze am Posten
Bab-Al Hawa überqueren, einige Patienten konnten so in die Türkei in
das Reyhanli State Hospital gebracht werden. Unsere Partner vor Ort
beklagen 86 Tote und 160 Verletzte. Der Zustand vieler Verletzter ist
kritisch und wir müssen befürchten, dass die Zahl der Toten weiter
steigen wird.
"Die Symptome (übermäßiger Speichelfluss, Atembeschwerden,
Übelkeit, Übergeben, gefolgt von Krämpfen) sind sehr wahrscheinlich
auf den Einsatz des Giftgases Sarin zurückzuführen. Ärzte der Welt
stellt medizinische Kits mit Gegengiften, wie zum Beispiel Atropin,
zusammen, um die Bevölkerung und das medizinische Personal zu
schützen", erklärt François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der
Welt Deutschland.
In Syrien müssen humanitäre Hilfskorridore sofort eingerichtet und
die Menschen versorgt werden. Die humanitäre Situation wird von Tag
zu Tag schlechter - die humanitären Helfer stoßen zunehmend an ihre
Grenzen. Unterdessen finden die Angriffe auf Zivilisten und
Krankenhäuser kein Ende. "Wir zählen 136 medizinische Einrichtungen,
die 2016 bombardiert wurden. Die Situation ist katastrophal, die
Bevölkerung erlebt seit sechs Jahren die Hölle auf Erden. Wann öffnet
die internationale Gemeinschaft endlich die Augen für dieses
Massaker?", fragt Dr. Françoise Sivignion, Präsidentin von Ärzte der
Welt Frankreich.
Was sollen wir von den Syrien-Konferenzen in Genf halten, die
nicht in der Lage sind, einen Friedensplan zu verabschieden? Was
sollen wir von einer UN halten, deren Resolutionen durch Vetos
wiederholt im Sicherheitsrat blockiert werden? Ärzte der Welt fordert
die Führungsriege dieser Welt auf, gegen diese Verbrechen gegen die
Menschlichkeit vorzugehen! "Wir brauchen die internationale
Gemeinschaft, um nach Lösungen zur Beendigung dieses unerträglichen
Krieges zu suchen. Der Giftgasangriff ist ein erneuter Gipfel der
Kriegsverbrechen der letzten Jahren. Er ist aber nur die Spitze des
Eisberges in einer Spirale der Grausamkeit. Als medizinische
Hilfsorganisation stehen wir an der Seite der Opfer als Zeuge und
Mitleidende der Erreignisse", so De Keersmaeker.
Ärzte der Welt hat in Syrien stationäre und mobile Kliniken
errichtet, um fehlende Infrastruktur auszugleichen und dadurch eine
medizinische Erstversorgung für die Zivilbevölkerung der
Regierungsbezirke Idlib zu gewährleisten. Außerdem unterstützt die
Organisation syrische Partner, die in weiteren
Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäusern aktiv sind.
Pressekontakt:
Ute ZURMÜHL
Leitung Medien & Kommunikation
Ärzte der Welt e.V.
Leopoldstr. 236, 80807 München,
t. +49 (0) 89 45 23 081-24
m. +49 (0) 160 855 74 27
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Datum: 07.04.2017 - 15:40 Uhr
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