4ING-Positiion zu den KMK-Beschlüssen vom 10.12.2009
ID: 148209
4ING nimmt zu den Beschlüssen der Kultus-ministerkonferenz vom 10.12.2009 Stellung
4ING lehnt Überregulierungen in Form von Modulmindestgrößen und zu engen Vorgaben für Praktika und Mobilität ab. Diese gehen an der Realität von Studiengängen in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik vorbei und schränken die wettbewerbsfördernden Gestaltungsmöglichkeiten der Hochschulen unnötig ein. 4ING verwehrt sich gegen bewerberunabhängige Beschränkungen für die Zulassung zum Masterstudium. Ohne optimale Bildungschancen ist der technologische Vorsprung in unserem Land nicht haltbar. Ein ungehinderter Masterzugang für alle Studierenden der Ingenieurwissenschaften und der Informatik, die ihre Eignung unter Beweis gestellt haben, ist hierfür geboten.
1.4ING begrüßt die klare Positionierung der KMK für eine wissenschaftliche Qualifizierung in den Bachelor-Studiengängen.
2.Die von der KMK angesprochene profilabhängige Schwerpunktsetzung der Hochschulen setzt unsere bewährte und international anerkannte Tradition von unterschiedlich aufgebauten Studiengängen bei Fachhochschulen und Universitäten fort.
3.4ING begrüßt die grundsätzliche Öffnung der KMK, wie z.B. in Ausnahmefällen auch für längere Regelstudienzeiten.
4.Den Aussagen der KMK kann entnommen werden, dass eine zwingende Berufsphase zwischen Bachelor und Master nur für Weiterbildungsstudiengänge erforderlich ist. Dies wird von 4ING begrüßt.
5.Die von der KMK getroffenen Aussagen zu Vollzeitstudien mit konsekutiv aufbauenden Bachelor- und Masterstudiengängen entsprechen den Vorstellungen der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik. Erfolgreiche Bachelorabsolventen dürfen dabei aber nicht durch Zulassungsbeschränkungen vom konsekutiven Masterstudium und damit von der Schaffung optimaler und nachhaltiger Grundlagen für ein langes Berufsleben ausgeschlossen werden. Bewerberunabhängige Beschränkungen für die Zulassung zum Masterstudium, z.B. aufgrund zu knapper Finanzierungen der Hochschulen, sind vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Bedarfs an Ingenieuren und Informatikern kontraproduktiv und daher abzulehnen. Jedes Talent muss eine optimale Chance erhalten. Eine Kontingentierung für den Zugang zum Master schadet der deutschen Wirtschaft.
6.Eignungsfeststellungsverfahren sind vor dem Hintergrund der Flexibilisierung des Master-Zugangs erforderlich.
7.Die Fakultäten der Ingenieurwissenschaften und der Informatik setzen die von der KMK gestellten Forderungen nach aussagekräftigen Diploma-Supplements und nach einer Dokumentation der Studierbarkeit und Arbeitsbelastung derzeit schon um, bzw. haben diesen Prozess abgeschlossen. Dabei hat sich gezeigt:
a.Eine Festschreibung einer Modulmindestgröße auf 6 Kreditpunkte ist nicht zielführend und behindert die Gestaltung der Curricula sowie von Studiengängen mit großer akademischer Freiheit. In den Studiengängen der Ingenieurwissenschaften und der Informatik gibt es zahlreiche Beispiele wertvoller profilbildender Veranstaltungen, die mit deutlicher weniger Kreditpunkten und Workload vonstattengehen. In diesen Studiengängen wird schon bisher der erfolgreiche Abschluss eines Moduls nicht zwingend mit einer Prüfung verknüpft.
b.Praxisphasen als Bestandteil des Studiums würden dazu führen, dass die Universitäten für alle Studierende Praktikumsplätze nachweisen müssen. Dies ist von den Universitäten nicht leistbar und auch nicht sinnvoll, da die Organisation von Praktika das studentische Engagement fördert und zu einer größeren Vielfalt führt. Industriepraktika müssen auch weiterhin als extracurriculare Zugangsvoraussetzungen gehandhabt werden können.
c.Mobilitätsphasen können gerade bei konsekutiven Studiengängen sehr gut in die Zäsur zwischen Bachelor- und Master-Studium integriert werden. Ein verpflichtendes Mobilitätsfenster sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium ist in diesem Fall unnötig.
d.Der Berechnungsansatz des für einen Kreditpunkt erforderlichen Arbeitsaufwandes muss eine verbindliche, im Konsens gefundene Richtschnur für die mittlere Workload bleiben. Die Kennzahl dient zur Festlegung des Umfangs der Curricula. Wenngleich die Workload zwischen den Studierenden individuelle Streuungen aufweist, die weit über fünf Stunden je Kreditpunkt liegen kann, führt eine „weiche“ Festlegung des mittleren Arbeitsaufwands von 25 – 30 Stunden je Kreditpunkt bei der hochschulindividuellen Auslegung zu einem Streuband, das bei konsekutiven Studiengängen immerhin fast den inhaltlichen Umfang von zwei Semestern entsprechen kann. Damit führt die Festlegung zur Beliebigkeit im Umgang mit Kreditpunkten, was die wechselseitige Anerkennung erschwert. Nur eine feste Zielgröße kann sinnvoll nachverfolgt und evaluiert werden.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Dachverein „Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten“ (4ING) vertritt 130 Fakultäten, Fachbereiche und Abteilungen an Universitäten, Technischen Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Diese stellen mehr als 90% des universitären Studienangebotes bereit in den Fächern Bauingenieurwesen, Geodäsie; Maschinenbau, Verfahrenstechnik; Elektrotechnik, Informationstechnik sowie Informatik.
Prof. Dr. Gerhard Müller
Vorsitzender 4ING
Techn. Universität München
Arcisstr. 21
80333 München
Telefon: 089-289-28348
Telefax: 089-289-28665
E-mail: gerhard.mueller(at)bv.tu-münchen.de
www.4ing.net
Datum: 23.12.2009 - 12:58 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 148209
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Prof. Dr. Gerhard Müller
Telefon: 089-28928348
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 23.12.2009
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