Südwest Presse: Kommentar zum Thema Kohleausstieg
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Treibhausgasen bei. Kein Wunder, dass Umweltministerin Barbara
Hendricks im Klimaschutzplan 2050 gerne genaueres zum Kohleausstieg
festgeschrieben hätte. Doch sie wurde vom damaligen SPD-Chef und
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ausgebremst, der Arbeitsplätze und
Wettbewerbsfähigkeit zu wenig berücksichtigt sah. Jetzt versucht der
Naturschutzbund Deutschland (Nabu), das Thema neu zu beleben: Der
Kohleausstieg sei bis 2035 möglich, also in 18 Jahren, so das
Ergebnis einer Studie in seinem Auftrag. Die allerdings hat nicht
etwa neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Tage gefördert, sondern
nur andere Studien aus den letzten zweieinhalb Jahren ausgewertet.
Recycling ist offensichtlich auch unter Wissenschaftlern üblich. Die
Ergebnisse als Neuigkeit zu verkaufen, ist nicht ganz koscher,
sondern eher in der Abteilung Show zu verbuchen. Bei der Energiewende
passt vieles nicht zusammen. Elektroautos werden als Königsweg
gepriesen ohne aufzuzeigen, woher der Strom kommen soll, und das
umweltfreundlich. Erneuerbare Energien werden stark gefördert, ohne
frühzeitig den Ausstieg aus den Subventionen einzuplanen. Wohnhäuser
und übrige Gebäude stehen viel zu wenig im Fokus. Das sind nur einige
Beispiele. Wer da ein Datum für den Kohleausstieg festschreiben will,
macht sich die Sache zu einfach, schon weil das willkürlich ist.
Zumal es wenig hilft, ein Ziel nur für Deutschland festzulegen, wenn
unsere Nachbarn etwa in Polen weiter auf die Kohle setzen. Am Ende
exportieren die dann ihren Kohlestrom zu uns. Nötig ist ein
Gesamtkonzept, bei dem alle Rädchen ineinander passen.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 24.04.2017 - 19:16 Uhr
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