Tag der Organspende am 3. Juni / Organspendeausweis: Die Entscheidung zählt / Noch lange nicht so selbstverständlich wie das Handy?
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und im Notfall Hilfe holen? Für 90 Prozent der Bundesbürger über 14
kein Problem.* Aber im Ernstfall vielleicht selbst ein Leben retten?
Nur 32 Prozent haben laut Umfrage der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung ihren Willen zur Organspende in einem
ausgefüllten Organspendeausweis dokumentiert. Oft fehlt es lediglich
an Informationen, um sich zu entscheiden. Am 3. Juni, dem Tag der
Organspende, stehen Information und Aufklärung rund um die
Organspende im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der Tag der
Organspende ist ein bundesweiter Aktionstag, der seit 1983 jedes Jahr
am ersten Samstag im Juni stattfindet. Er bietet unter dem Motto
"Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." einen Anlass, über Organspende
aufzuklären und auf die gesamtgesellschaftliche Dringlichkeit des
Themas hinzuweisen.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärt: "Organspende geht
uns alle an. Denn jede und jeder von uns kann schon morgen selbst auf
ein Spenderorgan angewiesen sein. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen
mit einem Organspendeausweis deutlich machen, dass sie eine
Entscheidung getroffen haben. Es geht darum, sich zu informieren, zu
entscheiden und mit der eigenen Familie darüber zu sprechen."
Mehr gesellschaftliche Anerkennung für Organspender und ihre
Angehörigen wünscht sich Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der
Deutschen Stiftung Organtransplantation. Für ihn ist die Organspende
das größte Geschenk, das ein Mensch einem anderen hinterlassen kann.
Mit einem Beispiel verdeutlicht er: "Im Jahr 1983 erhielt das
weltweit erste Mobiltelefon seine Zulassung, die ersten
Organspendeausweise wurden in Deutschland sogar schon im Jahr 1971
verteilt. Doch so selbstverständlich wie inzwischen das Handy ist der
Organspendeausweis leider noch nicht."
Dabei ist der handliche Ausweis im Scheckkartenformat ein Ausdruck
von Selbstbestimmung und bietet nicht nur die Möglichkeit, seine
Entscheidung zu dokumentieren, sondern auch die Gewissheit, seine
Angehörigen im Ernstfall von dieser schwierigen Frage zu entlasten.
Wie die Entscheidung ausfällt, ist jedem selbst überlassen. Sie kann
auch jederzeit rückgängig gemacht und geändert werden. Es gibt die
Möglichkeit, einer Organspende zuzustimmen, sie auf bestimmte Organe
und Gewebe zu beschränken oder eine Spende abzulehnen. Darüber hinaus
kann die Entscheidung auch auf eine Person des Vertrauens übertragen
werden.
Der Tag der Organspende soll die gesellschaftliche Bedeutung des
Themas einmal im Jahr gezielt in den Mittelpunkt stellen. Die
Entscheidung für eine Organspende wird uneigennützig getroffen, sie
bedeutet ein altruistisches Geschenk an die Mitmenschen über den
eigenen Tod hinaus. "Die Menschen, die sich dafür entschieden haben
oder diese Entscheidung für ihre Angehörigen getroffen haben,
verdienen eine gesellschaftliche Würdigung - denn sie spenden
selbstlos und ohne eine Gegenleistung zu erwarten - sie spenden, weil
sie helfen wollen", betont Egbert Trowe, selbst seit über 15 Jahren
transplantiert und Vertreter der Patientenverbände. Der Tag soll
deshalb auch dazu dienen, den Organspendern und ihren Angehörigen für
ihre Entscheidung zu danken.
Bundesweit erinnern sich Organempfänger dieses Jahr am 3. Juni an
ihre Transplantation, denken an den unbekannten Spender und werden
sich noch einmal ganz bewusst darüber, wie viele Lebensjahre, Freude
und neue Lebensqualität sie der Organspende verdanken.
Auf der zentralen Großveranstaltung zum Tag der Organspende, die
jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfindet, kommt dies
deutlich zum Ausdruck. Sie beginnt in diesem Jahr in Erfurt mit einem
ökumenischen Dankgottesdienst in der Predigerkirche. Beim
Bühnenprogramm auf dem Domplatz unterstützen Prominente wie Mary Roos
und Laith Al-Deen das Thema musikalisch. Die Schirmherrschaft hat der
Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Bodo Ramelow, übernommen.
Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim
Bundesminister für Gesundheit, und Heike Werner, Thüringer Ministerin
für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, eröffnen das
Programm.
Auch in diesem Jahr werden sich bei der Aktion "Geschenkte
Lebensjahre" wieder möglichst viele Organempfänger auf der Bühne
versammeln und ihren Beitrag zu der Gesamtzahl der geschenkten Jahre
leisten. Seit 1963 konnten in Deutschland über 128.000 Organe
transplantiert werden. Für viele Patienten ist eine Transplantation
die letzte Hoffnung auf ein neues Leben oder eine bessere
Lebensqualität.
Alle Infos zur zentralen Veranstaltung zum Tag der Organspende 2017
in Erfurt
Schirmherrschaft: Ministerpräsident des Freistaats Thüringen Bodo
Ramelow
Motto: "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig."
Wo: Domplatz
Wann: 10 bis 18 Uhr
Was: Ökumenischer Dankgottesdienst in der Predigerkirche
Bühnenprogramm mit Musik und Gesprächsrunden
Informationsstände
Aktionen
Wer: Bundesverband der Organtransplantierten e.V., Bundesverband
Niere e.V., Lebertransplantierte Deutschland e.V., Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung, Deutsche Stiftung Organtransplantation,
Deutsche Transplantationsgesellschaft
Infotelefon Organspende
Am Samstag, 3. Juni, bietet das Infotelefon Organspende von 9 Uhr
bis 14 Uhr zusätzliche Sprechzeiten. Ein qualifiziertes Team gibt
unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 90 40 400 individuelle
Antworten auf Fragen zur Organspende und Transplantation. Das
Infotelefon Organspende ist ansonsten montags bis freitags von 9 bis
18 Uhr erreichbar. Der Organspendeausweis sowie kostenlose
Informationsmaterialien können dort telefonisch oder per E-Mail an
infotelefon@organspende.de bestellt werden.
*Quelle: Meinungsforschungsinstitut Aris, im Auftrag der Bitkom
vom August 2013
Pressekontakt:
Birgit Blome, Bereichsleiterin Kommunikation
Nadine Körner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Organtransplantation
Deutschherrnufer 52
60594 Frankfurt am Main
Tel.: 069 677328-9400 / Mobil: 0170 572 4502 / Fax: -9409
E-Mail: birgit.blome@dso.de, Internet: www.organspendetag.de
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Datum: 30.05.2017 - 13:24 Uhr
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