Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Rücktritt Erwin Sellerings: Schwarzes Jahr für die SPD
ID: 1494669
zur falschen Zeit. Nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen in
Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein muss sich Spitzenkandidat
Martin Schulz sammeln, um gegen die erstarkte Angela Merkel bei der
Bundestagswahl überhaupt eine Chance zu haben. Erwin Sellering war
für Schulz und dessen Vorgänger eine wichtige Stütze. Der Westfale
prägte das Ost-Gewissen der SPD maßgeblich mit. Keiner, nicht einmal
seine potenzielle Nachfolgerin Manuela Schwesig, hat sich derart
nachdrücklich für die Anerkennung der Lebensleistung der Menschen in
den neuen Bundesländern und für die Angleichung der Ost-Renten stark
gemacht wie Erwin Sellering. Er ist es auch, der immer wieder mahnt,
trotz des Ukraine-Konfliktes und des umstrittenen Engagements von
Wladimir Putin im Syrien-Krieg die Handelsziehungen zu Russland nicht
abzubrechen. Mit dem Russlandtag, zu dem er regelmäßig nach
Mecklenburg-Vorpommern eingeladen hat, machte er Schlagzeilen in
Deutschland und in Russland. Manuela Schwesig soll das politische
Erbe Sellerings antreten. Sie gilt schon länger als mögliche
Nachfolgerin für den 67-Jährigen, der mit seiner Beliebtheit im
vergangenen Jahr bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern der
SPD den Wahlsieg beschert hat. Auch Schwesig kennt Land und Leute,
ist gut vernetzt in MV, lebt mit ihrer Familie in Schwerin. Sie hat
jetzt Zeit bis zur Landtagswahl in knapp fünf Jahren, in die neue
Rolle hineinzuwachsen. Ein Selbstläufer ist das nicht. Auch Sellering
startete holprig, galt anfangs als eher sachlich-nüchtern, bis er
seine Rolle als nahbarer Landesvater gefunden hatte. Manuela Schwesig
bringt gute Voraussetzungen mit: Regierungserfahrung selbst im Bund
und ihr hoher Bekanntheitsgrad sprechen für sie. Ganz so gut sieht es
für Martin Schulz nicht aus. Schwesigs Wechsel nach Schwerin schwächt
die Bundes-SPD erheblich. Deutschlands oberster Sozialdemokrat
verliert eine der profiliertesten Politikerinnen, die es schaffte,
sozialdemokratische Politik als Bundesfamilienministerin umzusetzen.
Ob die blasse bisherige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley an
Schwesigs Erfolg anknüpfen kann, ist fraglich. Programmatisch ist die
SPD vor der Bundestagswahl noch schwach auf der Brust. Gelingt es dem
Wahlkampfteam um den neuen Generalsekretär Hubertus Heil nicht,
inhaltlich Akzente zu setzen, bleibt 2017 ein schwarzes Jahr für die
SPD.
Pressekontakt:
Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de
Original-Content von: Ostsee-Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.05.2017 - 18:59 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1494669
Anzahl Zeichen: 2909
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Rostock
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 485 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Rücktritt Erwin Sellerings: Schwarzes Jahr für die SPD"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Ostsee-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Ostsee-Zeitung
Mitteldeutsche Zeitung: zu dem Rauswurf von Thomas Tuchel beim BVB ...
Zur Erklärung, warum es nicht gepasst hat, braucht es vermutlich gar nicht mehr als diesen einen Slogan, mit dem sich die Borussia selbst verkauft: "Echte Liebe". Mag man über Vereinsboss Hans-Joachim Watzke denken, was man will - diese Liebe zum BVB kann ihm niemand absprechen. Thom
Mitteldeutsche Zeitung: zu Personalentscheidungen in der SPD ...
Man mag an Katarina Barley bemängeln, dass sie als Generalsekretärin nicht unbedingt als Kämpferin aufgefallen ist. Andererseits macht gerade das die politische Späteinsteigerin zu einer interessanten Figur für Teile der Wählerschaft. Jedenfalls fällt einem spontan auch niemand anderes
Straubinger Tagblatt: Posten-Schach bei der SPD ...
Der Rücktritt Sellerings, bei all seiner zugrundeliegenden Tragik, eröffnet der SPD nun die Möglichkeit, ihr Barley-Problem auf ganz elegante Weise zu lösen. Schulz will nun beweisen, dass er als Parteichef über ähnliche Fähigkeiten im Posten-Schach verfügt wie sein Vorgänger Sigmar Gab
Frankfurter Rundschau: Der Ruhrpott-Ossi ...
Der 67-jährige Verwaltungsrichter aus dem Ruhrgebiet hat es bravourös verstanden, als westdeutscher Politiker in Ostdeutschland Anerkennung zu finden. Sellering war immer sehr beliebt, weil er sich für Land, Leute und deren Probleme wirklich interessierte. Sein Regierungsstil war geräuschlos




