Mittelständisches Geschäftsklima: Durchatmen nach Allzeithoch
ID: 1498215
- Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen gibt im Mai
moderat nach, bleibt aber auf sehr hohem Niveau
- Großunternehmen gewinnen an Zuversicht
- Deutsche Konjunktur läuft weiter rund
Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen in
Deutschland kann im Mai sein Allzeithoch aus dem Vormonat nicht ganz
halten: Der zentrale Stimmungsindikator des
KfW-ifo-Mittelstandsbarometers gibt um 2,0 Zähler auf 23,0
Saldenpunkte nach - liegt damit aber weiterhin auf einem
ausgezeichneten Niveau. Der Rückgangs ist vor allem auf die weniger
guten Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen (-3,0
Zähler auf 35,4 Saldenpunkte). Die Geschäftserwartungen kühlen
demgegenüber nur leicht ab, nämlich um 1,0 Zähler auf 10,7
Saldenpunkte.
"Durchatmen nach dem Allzeithoch - so lautet die Devise des
Mittelstands im Mai. Der Stimmungsrückgang ist kein Grund zur
Besorgnis, der grundsätzliche Aufwärtstrend des Geschäftsklimas
bleibt unberührt. Die deutsche Konjunktur läuft rund", sagt Dr. Jörg
Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.
Ein Großteil des Klimarückgangs im Mai ist auf einen Rückprall bei
den von Veränderungen des saisonalen Konsummusters besonders
betroffenen Unternehmen des Einzelhandels und des Großhandels
zurückzuführen - und damit auf technische Faktoren. Die Auswirkungen
der Lage des Osterfestes - 2016 fand es im März, 2017 im April statt
- dürften durch das Saisonbereinigungsverfahren nur ungenügend
abgefangen worden sein, wie das Auf und Ab der Stimmungsindikatoren
dieser Branchen in den zurückliegenden beiden Monaten zeigt. Die
fundamentalen Aussichten für den Konsum bleiben aber gut, nicht
zuletzt dank der anhaltend expansiven Beschäftigungspläne der
deutschen Wirtschaft.
Auch aus dem Blickwinkel der Großunternehmen stehen die Zeichen
für die Konjunktur auf Grün: Sie schauen im Mai deutlich
zuversichtlicher in die Zukunft als noch im April. Darin dürfte nicht
zuletzt die Erleichterung der großen, überdurchschnittlich
exportorientierten Unternehmen - und hier allen voran der großen
Industriefirmen - über den Wahlausgang in Frankreich zum Ausdruck
kommen, der nun die Chance bietet, Europa und die Währungsunion auf
ein stabileres Fundament zu setzen. Zugleich belebt sich die
Weltwirtschaft und die grenzüberschreitende Nachfrage nach deutschen
Produkten zieht an. Konkret steigen die Geschäftserwartungen der
Großunternehmen im Mai um 3,7 Zähler auf 11,2 Saldenpunkte und
schließen damit gut zu dem mittelständischen Vergleichswert auf. Ihre
Lageurteile geben dagegen auf hohem Niveau um 3,8 Zähler auf 34,2
Saldenpunkte nach, sodass das Geschäftsklima der großen Unternehmen
sich im Mai praktisch seitwärts bewegt (+0,1 Zähler auf 22,6
Saldenpunkte).
"Das wieder kräftigere globale Wachstum und die große Chance auf
eine Neubelebung des europäischen Projekts nach den französischen
Präsidentenwahlen machen Mut", sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner. "Die
Firmen dürften nun stärker als bislang gedacht investieren. Wir haben
deshalb kürzlich unsere Konjunkturprognose für Deutschland jeweils um
0,2 Prozentpunkte auf 1,6 % in den beiden Jahren 2017 und 2018
angehoben. Das sind gute Aussichten angesichts der fortbestehenden
Unwägbarkeiten im Verhältnis zu den USA und Großbritannien, die noch
geraume Zeit weiter schwelen dürften."
Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist abrufbar unter
www.kfw.de/mittelstandsbarometer
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KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM) Christine Volk
Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
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Datum: 09.06.2017 - 10:00 Uhr
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