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Bundesverkehrsministerium kämpft für den schmutzigen Diesel, die Deutsche Umwelthilfe für die "Saubere Luft" in unseren Städten

ID: 1500289
(ots) - Die Meldung der Heilbronner Stimme
"Diesel-Fahrverbote: Bundesverkehrsministerium wirft der Deutschen
Umwelthilfe Diffarmierungskampagne vor", kommentiert Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH):

"Nicht die Deutsche Umwelthilfe, sondern VW, Daimler, BMW und Co.
diffamieren den Diesel durch systematischen Abgasbetrug. Die
deutschen wie ausländischen Autokonzerne sind dafür verantwortlich,
dass schmutzige Diesel-Pkw ab 2018 in vielen Städten mit Fahrverboten
belegt sein werden. Die DUH hat sich weder "den Diesel" noch "den
Benziner" vorgenommen, sondern Abgasemissionen, die die geltenden
Grenzwerte auf der Straße bei weitem überschreiten. Dies wird auch
durch illegale Praktiken der Hersteller verursacht, wie auch das
Bundesverkehrsministerium endlich eingesteht. Die Abgase haben zur
Folge, dass in Deutschland - und nicht nur hier - Menschen erkranken
und vorzeitig sterben."

Die Stickoxidbelastung in deutschen Städten, wesentlich verursacht
durch Dieselfahrzeuge, bedeutet allein in Deutschland jährlich für
mehr als 10.000 Menschen den vorzeitigen Tod. Die DUH kämpft daher
seit vielen Jahren auch vor Gericht für die Umsetzung des Rechts auf
saubere Luft.

Die Politik ist nicht bereit, die Hersteller zur Einhaltung
geltender Grenzwerte zu bewegen oder andere Maßnahmen wie den Abbau
der Diesel-Subventionierung umzusetzen. Bei der Förderung von
Elektromobilität, als zumindest vor Ort emissionsfreie Mobilität, ist
die Bundesregierung seit mehr als zehn Jahren über Modellprojekte
nicht hinausgekommen. Den Städten nun die Option zu verweigern, zum
Schutz ihrer Bürger endlich wirksame Maßnahmen wie partielle
Fahrverbote einzuführen, ist aus Sicht der DUH ein Schlag ins Gesicht
der an den Folgen des Abgasbetrugs leidenden Menschen.

Die DUH weist mit ihren Untersuchungen seit Jahren darauf hin,


dass es möglich ist, auf der Straße "saubere" Diesel zu produzieren.
Allerdings ist auch heute, mehr als 20 Monate nach Aufdeckung des
US-Dieselabgasbetruges nur ein sehr kleiner Teil der Euro 6
Neufahrzeuge auf der Straße sauber. Nur Diesel-Pkw, die als
Neufahrzeuge oder durch eine vom Hersteller durchzuführende
Nachbesserung den Euro 6 NOx-Grenzwert von 80 mg/km auch auf der
Straße einhalten, sollen nach Auffassung der DUH zukünftig die
Innenstädte befahren dürfen.

Die DUH misst mit ihrem Emissions-Kontroll-Institut die realen
Abgasemissionen von Diesel- und Benzin-Pkw auf der Straße. Im
Gegensatz zu Bundesverkehrsminister Dobrindt veröffentlicht die DUH
ihre Messungen, informiert die Verbraucher und zeigt mit den extrem
überhöhten Stickoxidemissionen von Euro 6 Diesel-Pkw bzw.
Feinstaub-Emissionen bestimmter Benzin-Pkw auf, warum immer noch über
50 Prozent der verkehrsnahen Luftgütemessstellen Überschreitungen der
seit sieben Jahren geltenden Grenzwerte zeigen. Da sich das
Bundesverkehrsministerium zudem weigert, die auch bei aktuell
verkauften Euro 6 Modellen verwendeten Abschalteinrichtungen zu
untersuchen und offenzulegen, konzentrieren sich die DUH
Untersuchungen aktuell auf die Aufdeckung der dem Ministerium zum
Teil bekannten Abschalteinrichtungen.

Die DUH wird seit September 2015 in ihrer Arbeit massiv und
zunehmend behindert. Verkehrsminister Dobrindt verweigert jedes
Gespräch und hat auch seinen Beamten mehrfach angefragte Gespräche
mit der DUH verweigert. Die DUH wird ihre Messungen fortsetzen und in
den kommenden Tagen weitere ernüchternde Ergebnisse veröffentlichen.

Die DUH widerspricht auch der Aussage, die Dieseltechnik trage zur
Einhaltung der europäischen CO2-Flottengrenzwerte bei. Seit zehn
Jahren zeigt die beim Kraftfahrtbundesamt geführte
Zulassungsstatistik gleich hohe CO2 Durchschnittswerte bei Diesel und
Benzinern.



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

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Datum: 15.06.2017 - 16:23 Uhr
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