EU-EnergieministerInnen wollen Energieverschwendung nicht stoppen
ID: 1504142
haben sich gestern Abend auf eine nur unzureichende Ausgestaltung der
Effizienzpolitik bis 2030 geeinigt. Die MinisterInnen verwässerten
den Richtlinienentwurf zur Steigerung der Energieeffizienz deutlich,
so dass es nach 2020 nur noch begrenzt Anreize für nationale
Effizienzsteigerungen geben wird.
Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) kritisierte
das Ergebnis als vergebene Chance. "Der Klimawandel wartet nicht -
das zeigt auch die aktuelle Hitzewelle in Europa. Das Pariser
Klimaabkommen der Bundesregierung zwingt uns, unsere Wirtschaft bis
2050 CO2-frei zu bekommen. Die Anstrengungen dafür sind groß, aber
gerade in der Steigerung der Effizienzsprünge machbar. Mit einem
verbindlichen Energiesparziel von 40 Prozent könnte Europa bis 2030
seine Treibhausgasemissionen um 50 Prozent verringern. Das wäre
gerade in Zeiten, in denen das Pariser Klimaabkommen europäische
Führung braucht, ein wichtiges Signal", sagte Kai Niebert,
DNR-Präsident.
Der DNR bedauert die Entscheidung auch aufgrund der weiteren
positiven Auswirkungen von Energieeffizienz neben dem Klimaschutz.
"Energieeffizienz schützt Menschen in Städten vor schlechter Luft,
bewahrt VerbraucherInnen vor hohen Energierechnungen und kalten
Wohnungen und schafft regionale Arbeitsplätze. Trotz der
Anstrengungen einzelner Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, legt
die insgesamt mutlose Entscheidung der MinisterInnen der
Effizienzwende unnötig Steine in den Weg", sagte Antje Mensen,
DNR-Referentin für europäische Klima- und Energiepolitik.
Nach der Entscheidung der EnergieministerInnen muss nun das
Europäische Parlament eine Haltung zur Effizienzpolitik finden. Der
Positionsentwurf wurde Ende letzter Woche vorgestellt, die Abstimmung
im federführenden Energieausschuss ist für Mitte Oktober anberaumt.
In der Vergangenheit haben die Europaabgeordneten sich für ein
verbindliches Energieeffizienzziel von 40 Prozent ausgesprochen. "Mit
einer effizienz-starken Position kann das europäische Parlament
beweisen, dass es seine Rolle als demokratisch gewähltes Organ der EU
wahrnimmt und die Zukunft ihrer BürgerInnen in den Mittelpunkt
stellt", so Hermann Ott, Mitglied im DNR-Präsidium.
http://ots.de/iP53c
Pressekontakt:
Deutscher Naturschutzring, Antje Mensen, Referentin für EU-Klima- und
Energiepolitik, 0157/88447217, antje.mensen@dnr.de
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Datum: 27.06.2017 - 09:40 Uhr
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