Lausitzer Rundschau: Von der Erde zum Mond
Tauber und sein Minijobber-Tweet
ID: 1507396
richtig so. Aber: Das ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der
anderen hat der vermaledeite Tweet des CDU-Generalsekretärs einen
schonungslosen Einblick gewährt, wie entrückt manche Politiker sind.
Karriere gemacht, vielleicht auch noch einen Doktortitel, vor der Tür
steht der Dienstwagen, und im Büro sorgen Mitarbeiter dafür, dass man
einigermaßen erfolgreich politisch tätig sein kann. Keine Frage, das
erreicht man nicht ohne Leistung. Aber da wird die Distanz zur
Lebenswirklichkeit vieler Menschen schnell so groß wie die Entfernung
von der Erde zum Mond. Zwangsläufig, wenn man sich nicht bemüht, mal
in die Niederungen des Landes hinabzusteigen. Es gibt Menschen - auch
im wirtschaftlich erfolgreichen Deutschland - die sich anstrengen und
bei denen es trotzdem nicht reicht, um "gut und gerne" zu leben, wie
die Union in ihrem Wahlprogramm der Nation verspricht. Dazu gehören
viele Minijobber oder Aufstocker. Qualifikation, Aus- und
Weiterbildung schützen davor, das ist richtig. Aber sie sind noch
lange keine Garantie für den Aufstieg. Tauber sollte das eigentlich
wissen, zumal er gerne von sich behauptet, den Kontakt zur Basis zu
haben. Umso abgehobener wirkt seine Äußerung. Darüber hinaus kann man
dem Generalsekretär und allen Politikern nur raten: Erst nachdenken,
dann twittern. Der Kurznachrichtendienst verleitet dazu, schnell mal
eben das hinauszuposaunen, was einem durch den Kopf geht. Oft endet
das zu Recht im Shitstorm. Es sei denn, man möchte daraus ein
politisches Prinzip machen und so werden wie US-Präsident Donald
Trump, der alles und jeden bei Twitter verunglimpft. Aber das kann
man sich bei Peter Tauber eigentlich nicht vorstellen.
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Datum: 04.07.2017 - 19:52 Uhr
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