Jobmotor oder Knochenmühle / Wie gesund sind unsere Gesundheitsberufe? (AUDIO)
ID: 1507626
ANMODERATION
Etwa jeder Zehnte in Deutschland arbeitet heute in einem
Gesundheitsberuf. Einem Beruf wie Kranken- oder Altenpfleger.
Menschen, die wir brauchen, vor allem dann, wenn es uns einmal nicht
so gut geht. Doch wie sieht es um deren Befinden aus? Wie arbeitet es
sich in diesen Berufen? Mit eben diesen Fragen beschäftigt sich der
aktuelle Gesundheitsatlas der Betriebskrankenkassen ... und kommt zu
erschreckenden Ergebnissen.
SPRECHER
Mehr als 40 Prozent der Menschen in Gesundheitsberufen bewerten
ihre Arbeitsfähigkeit negativ. Schweres Heben, Tragen und nicht
zuletzt psychische Belastungen hinterlassen ihre Spur. Dirk Rennert,
Projektleiter Gesundheitsberichterstattung beim Berliner BKK
Dachverband:
OT1RENNERT
Jeder siebte Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege
sieht seine psychische Gesundheit durch seine Arbeit stark gefährdet.
Bei den Beschäftigten in der Altenpflege ist dieser Anteil sogar mehr
als doppelt so hoch. Entsprechend zeigen sich auch für beide
Pflegeberufe hohe Fehlzeiten aufgrund psychischer Störungen. In der
Altenpflege sind es im Durchschnitt 4,5 Fehltage je Beschäftigten -
das ist der höchste Wert von allen Berufsgruppen.
SPRECHER
Grund dafür seien nicht nur die inhaltlichen, sondern auch
formalen Rahmenbedingungen dieser Berufe - ergänzt Dr. Matthias
Richter, Referent für die Gesundheitsberichterstattung beim BKK
Dachverband:
OT2RICHTER
Man hat täglich mit Krankheit und Tod zu tun, was einen belasten
kann. Zum anderen wirken sich Dinge aus wie Schichtarbeit, geringe
Entlohnung, aber auch Befristung und damit Arbeitsplatzunsicherheit.
Jeder Fünfte in der Gesundheits- und Krankenpflege hat einen
befristeten Arbeitsvertrag, in der Altenpflege ist es jeder Dritte.
SPRECHER Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands, sieht sowohl
die Politik als auch die Führung von Unternehmen in der Pflicht:
OT3KNIEPS
Wir brauchen eine bessere Bezahlung, aber wir brauchen vor allem
bessere Arbeitsbedingungen, mehr Respekt zwischen den
Gesundheitsberufen, insbesondere zwischen den Ärzten und allen
anderen Gesundheitsberufen. Wir brauchen gute, kollektive
Arbeitsorganisationen, die Teamarbeit ermöglichen. Und wir müssen
auch den zeitlichen Druck entzerren, der aufgrund geringer
Personalausstattung in vielen Gesundheitsberufen den Menschen das
Leben schwer macht.
Pressekontakt:
BKK Dachverband e.V.
Christine Richter
Pressesprecherin
TEL (030) 2700406-301
FAX (030) 2700406-222
E-Mail: christine.richter@bkk-dv.de
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Datum: 05.07.2017 - 11:00 Uhr
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