"Übernehmen Sie Verantwortung!" - Offener Brief an Ministerin Dr. Barbara Hendricks
ID: 1510564
Unter der Federführung von Susanne Günther
(https://schillipaeppa.net) haben die Agrarblogger Bernhard Barkmann,
www.blogagrar.de, und Bauer Willi, www.bauerwilli.com, einen offenen
Brief an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks geschrieben.
Anlass ist ein Treffen des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere,
Nahrungs- und Futtermittel (PAFF) am 19. Juli 2017 zu einer erneuten
Diskussion über Glyphosat. In dem Brief kritisieren die Landwirte die
Argumentation des Bundesumweltministeriums (BMUB) und die Position
von Bundesministerin Barbara Hendricks in der Diskussion um die
Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Das BMUB und
Bundesministerin Hendricks stützten sich auf eine Veröffentlichung
des Umweltbundesamtes (UBA). In dieser gehe es um Auswirkungen von
Pflanzenschutzmitteln generell, nicht im Speziellen um Glyphosat.
"Natürlich lässt Glyphosat, wie auch andere Herbizide, Pflanzen
absterben und reduziert damit die Vielfalt auf dem Acker. Das tun
mechanische Verfahren der Unkrautkontrolle auch und ist das Wesen
jeglichen Ackerbaus, egal ob konventionell oder Bio", so die
Landwirte. "Wenn vor der Aussaat statt mit einem Herbizid mit dem
Pflug "reiner Tisch" gemacht wird, sind von der Ackerfläche auch
sämtliche Pflanzen verschwunden. Hinzu kommt, dass durch wendende
Bodenbearbeitung massiv in die Fauna eingegriffen wird. Der WWF
meldet, dass durch Pflügen 90 Prozent der Amphibien auf der Fläche
getötet werden. Nicht nur aus diesem Grund hat sich in der
Landwirtschaft das Verfahren der Minimalbodenbearbeitung immer weiter
etabliert. Im Bio-Landbau wird der Pflug weitaus häufiger zur
Unkrautbekämpfung eingesetzt", erläutern die Agrarblogger. Es sei
sinnvoll, bei der Diskussion um Herbizide und insbesondere bei
Glyphosat die Auswirkungen des gesamten Ackerbausystems auf die
Biodiversität zu betrachten, nicht die Wirkung einer einzelnen
Maßnahme. Die Landwirte argumentieren: "Bei einem direkten Vergleich
schneiden Mulch- und Direktsaatsysteme sehr gut ab: Regenwürmer,
Laufkäfer und Spinnen profitieren davon, dass Erntereste und anderes
organisches Material an der Bodenoberfläche bleiben. Neben den
positiven Aspekten bei der Biodiversität hat der Verzicht auf den
Pflug weitere Vorteile: Die Bodenstruktur bleibt erhalten und die
Wasseraufnahmefähigkeit wird erhöht. Beides schützt sowohl vor Wind-
als auch vor Wasser-Erosion. Auch CO2-Emissionen werden durch
konservierende Bodenbearbeitung reduziert, da sich Häufigkeit und
Intensität reduziert. Das ist ein Grund, warum auch die
Welternährungsorganisation der UN, die FAO, den Entscheidungsträgern
in der EU empfiehlt, diese konservierende Bodenbearbeitung zu
fördern." Die Agrarblogger Günther, Barkmann und Bauer Willi fordern
die Bundesumweltministerin auf, ihre Haltung gegenüber der
Wiederzulassung von Glyphosat zu überdenken. Ansonsten würden gerade
die Landwirte abgestraft, die sich besonders viel Gedanken um
Fruchtfolgen, Zwischenfruchtanbau, Bodenschutz, Reduzierung von
Emissionen sowie die Wechselwirkungen in der Natur machten. Der
offene Brief im vollständigen Wortlaut ist nachzulesen unter:
https://schillipaeppa.net www.blogagrar.de www.bauerwilli.com
Pressekontakt:
Susanne Günther
Festnetz: 05695/991687
Mobil: 0157/52096143
E-Mail: susanne.guenther.waldeck@googlemail.com
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Datum: 13.07.2017 - 11:07 Uhr
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