Kanada: Keine höheren Unfallzahlen seit Freigabe von medizinischem Cannabis
ID: 1512455
Cannabis zu medizinischen Zwecken. Die Gesamtzahl der Autounfälle ist
dadurch nicht gestiegen. Eine Anpassung der Regulierungen zur
Fahrtüchtigkeit war nicht notwendig.
In Kanada erlaubt der Gesetzgeber bereits seit 2001 den Einsatz
von Cannabis zu medizinschen Zwecken. Über 160.000 schwer kranke
Patienten sind als Nutzer von medizinischem Cannabis registriert.
Viele sind auf den täglichen Gebrauch eines Fahrzeugs angewiesen.
Aber: Die Gesamtzahl der Autounfälle hat sich seither nicht
signifikant erhöht. Im Gegenteil: In der Gesamtschau zeichnet sich
eher ein Trend zum Rückgang der Unfallzahlen ab.
"Daran können wir sehen, wie verantwortungsbewusst sich die
Patienten verhalten, wenn sie Cannabis zu medizinischen Zwecken
einsetzen", sagt Brendan Kennedy, Geschäftsführer von Tilray in
Kanada. "Fast alle haben ein hohes Risikobewusstsein, und wollen
weder sich, noch andere im Straßenverkehr gefährden." Daten aus den
USA legen sogar einen Rückgang von Autounfällen im Zusammenhang mit
der medizinischen Nutzung von Cannabis nahe.
Kanada hat seine Regelungen zur Fahrtüchtigkeit mit dem Gesetz zur
Freigabe von medizinischem Cannabis nicht geändert. Genau wie in
Deutschland ist für gesunde Menschen das Führen eines Kraftfahrzeugs
unter dem Einfluss von dem in Cannabis enthaltenen Wirkstoff
Tetrahydrocannabinol (THC) verboten und mit Bußgeldern und
Fahrverboten belegt.
Patienten, die eine Cannabis-Therapie erhalten, dürfen jedoch am
Straßenverkehr teilnehmen, wenn sie gewisse Bedingungen erfüllen. Sie
müssen nachweisen können, dass sie eine ärztlich verordnete Therapie
mit cannabinoiden Wirkstoffen durchführen. Gleichzeitig müssen sie
auch unter Medikamenteneinnahme dazu in der Lage sein, ein Fahrzeug
sicher zu führen. Dann bleiben sie straffrei, beziehungsweise begehen
keine Ordnungswidrigkeit. Das Argument für diese Regelung ist, dass
die Medikamenteneinnahme die generelle Fahrtüchtigkeit erst wieder
herstelle.
Doch in Deutschland wie auch in Kanada stellt diese Tatsache die
Patienten vor Herausforderungen: einigen kanadischen Patienten wurde
die Fahrerlaubnis entzogen, weil im Blut noch Restbestandteile von
THC nachweisbar waren. Einige dieser Patienten haben bis vor den
Obersten Gerichtshof von Kanada geklagt, um die Fahrerlaubnis wieder
zurück zu erhalten - teilweise mit Erfolg. "Die Thematik von
medizinischer Cannabis-Therapie und Fahrerlaubnis ist bei weitem
nicht abschließend gelöst - weder in Kanada, noch in Deutschland",
sagt Marla Luther, Geschäftsführerin Tilray Deutschland GmbH.
In Australien arbeitet Tilray mit der University of Sydney an
einer Studie für die australischen Verkehrs- und Gesundheitsbehörden,
um die Datenbasis für das Festlegen von Vorschriften für
Cannabis-Patienten zu ermöglichen. Luther: "Wir werden beobachten,
wie sich die in Deutschland geltende Regelung bewährt. Gerne bringen
wir unsere Erfahrungen aus anderen Märkten in die Diskussion mit ein,
um die Sicherheit sowohl der Patienten als auch anderer
Verkehrsteilnehmer langfristig zu gewährleisten. Denn dieser Aspekt
liegt uns sehr am Herzen."
Mehr zum Thema unter http://www.tilray.de
Pressekontakt:
Brunswickgroup GmbH
Nina Jungcurt
njungcurt@brunswickgroup.com
Telefon 030-206 733 66
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Datum: 19.07.2017 - 13:10 Uhr
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