NOZ: Verfassungsschutzpräsident fordert Recht auf Gegenmaßnahmen bei Hackerangriffen
ID: 1514791
Gegenmaßnahmen bei Hackerangriffen
Maaßen erwartet Versuche, die Bundestagswahl zu beeinflussen -
Warnung vor digitalen Attacken wie in den USA
Osnabrück.- Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat
erneut vor Hackerangriffen im Wahlkampf gewarnt und fordert die
Möglichkeit für digitale Gegenangriffe. In einem Gespräch mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) sagte Maaßen: "Aus meiner
Sicht ist es notwendig, dass auch Deutschland in der Lage ist, aktive
Maßnahmen im Cyberbereich durchzuführen." Dazu wird etwa die
Möglichkeit gezählt, Hacker anzugreifen, damit diese ihre Attacken
einstellen. Das Amt hat bisher nicht das Recht, Daten auf einem
Server zu löschen, die ein Angreifer erbeutet hat. Der
Verfassungsschutzpräsident geht davon aus, dass es Versuche geben
kann, die Bundestagswahl zu beeinflussen - möglicherweise von
russischen Stellen. "Ich rechne damit, dass im Vorfeld der Wahl
Informationen an die Öffentlichkeit gebracht werden, seien es nun
falsche Informationen, verfälschte Informationen oder echte
Informationen, um die Stimmabgabe der Wähler zu beeinflussen, so wie
es in den USA und vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich der Fall
war", sagte Maaßen. Diese Desinformationskampagnen sollten das
Wahlergebnis beeinflussen. Eine Attacke auf das Wahl- und
Auszählverfahren bei der Bundestagswahl schloss er aber aus: "Nach
allem was mir bekannt ist, halte ich es für eher unwahrscheinlich,
dass das in Deutschland passieren kann." Denn die Technik der
Datenübermittlung und Speicherung von Wahlberechtigten sei geschützt.
Auf die Frage, warum der Verfassungsschutz russische Angriffe und
Einflussversuche nicht stoppt, sagte Maaßen: "Der erste Punkt ist:
Wir dürfen das nicht." Der Nachrichtendienst kläre auf und die
Politik und die Polizei müssten daraus die Schlussfolgerungen ziehen.
"Das zweite ist: Es ist nicht immer so einfach, den Dieb bei der Tat
zu erwischen", fügte Maaßen hinzu und sagte: "Gerade bei
Cyberangriffen ist es sehr schwer, jemandem wirklich nachzuweisen,
dass er der Täter ist und die Daten gestohlen hat." Gegenmaßnahmen
wie ein Hack-Back, ein Rückschlag gegen Hacker, könne Unbeteiligte
treffen, wenn der Angreifer etwa auf Malaysia oder den Philippinen
Server anmiete. "Dann ist ja nicht Malaysia oder die Philippinen der
Gegner", sagte Maaßen: "Es ist alles komplex."
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Datum: 27.07.2017 - 05:00 Uhr
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