Umfrage: Raus mit dem Diesel?
Deutliche Mehrheit gegen Diesel in Innenstädten / Skandal-Serie reißt nicht ab / Vorausschauend und innovativ denken - auch im Sinne der nächsten Generationen
Jetzt ist es passiert: Ein erstes Fahrverbot für den Diesel wurde ausgesprochen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart sprach sich klar für die Luftreinhaltung in der Schwaben-Metropole aus. Der massiven Luftverschmutzung müsse man im Zweifel mit einer Verbannung von Diesel-Fahrzeugen entgegentreten, befanden die Richter. Auslöser dieses Urteils war eine beispiellose Klage-Serie der Deutschen Umwelthilfe gegen gleich sechs Städte in NRW, Frankfurt am Main - und eben Stuttgart. Doch auch in München wird man nun nachdenklich. OB Reiter ließ in diesen Tagen verlauten, dass Zufahrtsbeschränkungen für dieselbetriebene Fahrzeuge nicht ausgeschlossen sind.
Was denken die Deutschen?
Dieselfahrzeuge haben schon lange den Ruf, einerseits "Dreckschleudern", aber andererseits günstig im Verbrauch und damit CO2-sparsam zu sein. Neueste Praxistests sollen ergeben haben, dass auch Autos nach Euro-6-Norm die Grenzwerte von 80 Milligramm Stickoxid mit mehr als 500 Milligramm deutlich überschritten haben. "Ein Test mit nur 15 Fahrzeugen und einer Gesamtstrecke von 6.400 km ist jedoch bei weitem nicht ausreichend", sagt Dr. Jürgen Cramer, Vorstandsmitglied der Sparkassen DirektVersicherung, die einer der führenden Direktanbieter für Autoversicherungen in Deutschland ist.
"Außerdem wirft ein Diesel speziell beim Beschleunigen oder bei hohem Tempo wesentlich mehr Stickoxide aus als unter künstlichen Laborbedingungen. Und dies ist in der Regel ja kein Problem in den Innenstädten", so Cramer weiter. Bevor also tatsächlich Fahrverbote ausgesprochen würden, müsse eine angemessene wissenschaftliche Klarheit sichergestellt werden.
Umfrage-Ergebnis eindeutig
Die deutliche Mehrheit der Umfrage - insgesamt 66 Prozent - spricht sich für Zufahrtsverbote in Innenstädte aus, 30 Prozent der Befragten halten es allerdings für unzumutbar im Hinblick auf private Fahrer und vor allem Gewerbebetriebe, also z. B. Lieferanten, die ja zum Großteil mit Dieselfahrzeugen und in Innenstädten unterwegs sind.
"Wir können die Probleme von Dieselnutzern nachvollziehen, doch auch im Sinne der Umwelt muss etwas passieren", sagt Cramer. Es müsse mit aller Kraft auf innovative und nachhaltige Verkehrskonzepte gesetzt werden - mit einer zumutbaren Übergangszeit. "Eines schönen Tages werden künftige Generationen kopfschüttelnd auf unsere Zeit zurückblicken und nicht verstehen, warum die deutsche Autoindustrie nicht früher und intensiver in moderne Antriebstechnologie investiert hat", gibt Cramer zu bedenken. Allen voran sollten sich politische Entscheider und die Automobilindustrie auf neue technische Lösungen fokussieren. Es bleibt also abzuwarten, was der bevorstehende Diesel-Gipfel bringt.
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Das Umfrage-Ergebnis. Die Sparkassen DirektVersicherung hat ihre Kunden und Website-Besucher gefragt: "Feinstaub in den Städten ist ein zunehmendes Problem. Finden Sie, dass Diesel-Fahrzeugen die Zufahrt in Innenstädte und besonders belastete Gebiete komplett untersagt werden sollte?" (siehe Grafik)Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 31.07.2017 - 19:05 Uhr
Sprache: Deutsch
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Auto & Verkehr
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