Zur Forderung nach "Beitragsparität" - vbw: Forderung nach "paritätischer GKV-Finanzierung" ist kurzsichtig
ID: 1523243
e. V. fordert die Parteien auf, von teuren und kurzsichtigen
Wahlversprechen Abstand zu nehmen. Dazu gehört insbesondere, die
Debatte über die Parität bei den Beitragssätzen für die Gesetzliche
Krankenversicherung (GKV) aufzuwärmen.
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt kritisiert die
Forderungen von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und Linkspartei nach
einer Rückkehr zu einer vermeintlich paritätischen Finanzierung, also
einem exakt gleich hohen Beitragssatz zur GKV für Arbeitgeber und
Arbeitnehmer: "Die Arbeitgeber tragen ohnehin einen deutlich höheren
Finanzierungsanteil an den Krankheitskosten als die Arbeitnehmer.
Unterm Strich zahlen die Arbeitgeber mit circa 11,6 Prozent für die
Finanzierung der GKV knapp drei Prozentpunkte mehr als die
Arbeitnehmer mit im Schnitt 8,85 Prozent." Denn zu dem
Krankenversicherungsbeitragssatz von je 7,3 Prozent, den seit 01.
Januar 2015 sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zahlen müssen,
kommen auf Versichertenseite rund 14,3 Milliarden Euro durch den
Zusatzbeitrag und knapp vier Milliarden Euro an Selbstbeteiligungen
hinzu. Auf Arbeitgeberseite schlägt allein die Entgeltfortzahlung im
Krankheitsfall mit insgesamt rund 51 Milliarden Euro zu Buche.
"Eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils würde wie eine zusätzliche
Lohnsteuer auf den Faktor Arbeit wirken. In der Folge würden die
ohnehin hohen Arbeitskosten in Deutschland weiter steigen, die
Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen dafür sinken. Das würde auch
Arbeitsplätze in Deutschland gefährden und damit den Beschäftigten
schaden. Das ist keine soziale Politik", kritisiert Brossardt. Eine
neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnet
vor, dass zehn Jahre nach der Abschaffung des Zusatzbeitrags für
Arbeitnehmer das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent niedriger
ausfallen würde als unter dem heutigen Beitragsrecht. Die
Erwerbslosenquote läge laut IW um 0,8 Prozentpunkte über dem heutigen
Stand. "Das heißt: 400.000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Durch höhere
Arbeitskosten würden auch die Preise im Inland automatisch steigen -
und das höhere Nettoeinkommen damit sofort verschlingen. Solche
Wahlversprechen sind reiner Populismus und müssen unterbleiben",
stellt Brossardt klar.
Pressekontakt:
Dr. Markus Meyer, Tel. 089-551 78-361,
E-Mail: markus.meyer@ibw-bayern.de
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Datum: 24.08.2017 - 10:47 Uhr
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