Pflege bleibt Dauerherausforderung / bpa diskutiert mit Thüringer Bundestagskandidaten

Pflege bleibt Dauerherausforderung / bpa diskutiert mit Thüringer Bundestagskandidaten

ID: 1524469
(ots) - Die Landesgruppe Thüringen des Bundesverbandes
privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)hatte für den heutigen
29. August 2017 Kandidatinnen und Kandidaten der im Bundestag
vertretenden Parteien nach Erfurt eingeladen. Gemeinsam mit dem
bpa-Präsidenten Bernd Meurer diskutierten Manfred Grund (CDU),
Martina Renner (Die Linke) und Roberto Kobelt (Bündnis90/Die Grünen)
- Carsten Schneider (SPD) musste krankheitsbedingt absagen - über die
jeweiligen Vorhaben ihrer Parteien und die Wahlprüfsteine des bpa zum
Thema Altenpflege. Mindestens 3,5 Millionen Menschen bedürfen im Jahr
2030 zu Hause oder im Heim der Pflege. Die Zahl der benötigten
Heimplätze steigt um 160.000. Dafür werden zusätzlich 500.000
Pflegekräfte benötigt. Über 100 Milliarden Euro müssen bis dahin in
die Pflegeinfrastruktur investiert werden.

Die Vorsitzende des bpa Thüringen, Margit Benkenstein, hob die
Initiativen der schwarz-roten Bundesregierung in ihrer Begrüßung
hervor: "Drei Pflegestärkungsgesetze, die Entbürokratisierung der
Dokumentation, die Entlastung von pflegenden Angehörigen oder die
Besserstellung von Demenzerkrankten zeigen, dass die Bundesregierung
das Thema Pflege in der vergangenen Legislaturperiode im Blick hatte.
Doch Pflege bleibt eine Dauerherausforderung. Vor allem die
Entscheidung, eine generalistische Ausbildung einzuführen, stellt die
Branche vor große Schwierigkeiten." Die Bundesregierung hat
beschlossen, die Altenpflege-, Kranken- und
Kinderkrankenpflegeausbildungen zusammenzulegen, ohne die
Ausführungsbestimmungen zu klären.

Alle Parteien haben sich in ihren Wahlprogrammen mehr oder weniger
intensiv zum Thema Zukunft der Pflege geäußert. SPD, Grüne und Linke
wollen, dass alle Berufsgruppen in die Pflegeversicherung einzahlen
und pflegende Angehörige stärker entlastet werden. bpa-Präsident


Bernd Meurer gibt zu bedenken: "Eine Entlastung der Beitragszahler
macht die Pflege nicht automatisch günstiger oder sorgt für mehr und
besser bezahlte Pflegekräfte. Es braucht die Bereitschaft der
Pflegekassen, die Pflegesätze zu erhöhen. Erst das versetzt die
Einrichtungen in die Lage, ihr Personal besser bezahlen zu können und
damit den Altenpflegeberuf attraktiver zu machen."

Seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 haben private
Unternehmen ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen aufgebaut.
Diese meist mittelständischen Familienunternehmen machen heute über
die Hälfte aller Anbieter aus. "Deshalb ist die Forderung nach einer
Abschaffung dieser erfolgreichen privaten Einrichtungen vor dem
Hintergrund stark steigender Zahlen von Pflegebedürftigen nicht
nachvollziehbar", kritisierte Margit Benkenstein die Pläne der
Linken.

Der bpa appellierte an die Parteien, sich für einheitliche
Rahmenbedingungen in den 16 Bundesländern starkzumachen. Von der
Ausbildung über die Möglichkeiten der Leistungsabrechnung bis hin zum
Heimbaurecht auf Länderebene existieren überall unterschiedliche
Regelungen, die teilweise gravierend voneinander abweichen. "Zur
Entbürokratisierung gehört auch die Harmonisierung von Regelungen",
so bpa Präsident Bernd Meurer.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
220 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.



Pressekontakt:
Für Rückfragen: Thomas Engemann, bpa-Landesbeauftragter, Tel.:
0361/653 86 88, www.bpa.de

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Datum: 29.08.2017 - 15:36 Uhr
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