Sieben Fakten zu Zucker und Ernährung
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Vielen Argumenten fehlt die wissenschaftliche Basis. "Da geistern
regelrechte Zuckermythen durch die öffentliche Debatte. Zucker ist
nicht gesundheitsgefährdend, sondern als Lebensmittel Bestandteil
einer ausgewogenen Ernährung", so Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer
der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ). Um die Diskussion zu
versachlichen, fasst die WVZ die folgenden, wissenschaftlich belegten
Fakten zusammen:
1. Entscheidend ist die Kalorienbilanz.
Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Ganz
gleich, woher diese Kalorien stammen. Sich bei der Diskussion um
Übergewicht auf eine Zutat zu fokussieren, macht keinen Sinn. Denn
letztlich entscheidet die Kalorienbilanz über das Gewicht. Zucker ist
kein Dickmacher und deswegen auch kein Risikofaktor für
Zivilisationskrankheiten. Wir müssen aufhören, über einzelne Zutaten
zu reden. Allein der Blick auf die Kalorienbilanz kann effektiv etwas
gegen Übergewicht ausrichten.
2. Die Deutschen nehmen heute nicht mehr, sondern eher weniger
Kalorien auf als früher.
In den Jahren 1985-1989 haben Frauen im Durchschnitt pro Tag 1.838
kcal aufgenommen. In den Jahren 2005-2007 waren es nur noch 1.683
kcal. Ähnlich bei den Männern. Die nahmen in den Jahren 1985-1989 im
Durchschnitt 2.422 kcal auf. 2005-2007 waren es nur noch 2.252
kcal.(1) Doch viele Menschen bewegen sich heute weniger in Beruf
oder Freizeit. Deshalb geht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(DGE) seit einigen Jahren davon aus, dass der Energiebedarf der
Deutschen gesunken ist.(2)
3. Zuckerabsatz und Zuckerverzehr dürfen nicht verwechselt werden.
Pro Jahr und pro Kopf werden in Deutschland 18 bis 20 Kilogramm
Haushaltszucker (Saccharose) verzehrt. Das zeigen Ergebnisse der
Nationalen Verzehrstudie II (NVS II). Zuckerabsatz ist nicht gleich
Zuckerverzehr. Zucker ist ein vielseitig einsetzbares Produkt aus der
Natur. Er wird nicht nur als Lebensmittel verwendet, sondern kommt zu
einem erheblichen Anteil auch im Non-Food-Bereich zum Einsatz. Dort
wird Zucker als nachwachsender Rohstoff in der
Fermentationsindustrie, bei der Erzeugung von Bioethanol sowie der
Herstellung chemischer Produkte genutzt.
4. Die Zahngesundheit der Deutschen ist so gut wie nie zuvor.(3)
In Deutschland hat sich die positive Entwicklung der letzten Jahre
weiter fortgesetzt. Acht von zehn 12-jährigen Kindern (81,3 Prozent)
sind heute vollkommen kariesfrei. Die Zahl der kariesfreien Gebisse
hat sich demnach in den Jahren 1997 bis 2014 praktisch verdoppelt.
Damit steht Deutschland an der Weltspitze. Erreicht wurden diese
Erfolge durch Prophylaxemaßnahmen, wie regelmäßiges Zähneputzen mit
fluoridhaltiger Zahnpasta und Fissurenversiegelungen. Das zeigt: Eine
Regulierung des Zuckerkonsums kann nicht der richtige Ansatz sein,
Karies vorzubeugen.
5. Strafsteuern machen niemanden schlank.
Sie helfen im Kampf gegen Übergewicht nicht weiter. So ist es laut
einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie(4) mehr als
fraglich, ob eine Strafsteuer auf Zucker ihr Ziel, Kalorien zu
sparen, erreicht. Weichen Verbraucher beispielsweise auf preiswertere
Varianten eines Lebensmittels aus, werden keine Kalorien gespart.
Auch die Erfahrungen aus dem Ausland - beispielsweise in
Frankreich, Dänemark oder Mexiko - geben keinen Anlass zu der
Annahme, dass Steuern ein geeignetes Mittel zur Prävention von
Zivilisationskrankheiten sind. Bis heute gibt es keine Antwort auf
die Frage, ob die Menschen in diesen Ländern heute tatsächlich
weniger Übergewicht haben. Sicher ist nur eins: Eine Strafsteuer auf
Zucker - darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
(NGG) hin - würde insbesondere sozial schwache Familien treffen. Sie
wäre daher, so die NGG(5), diskriminierend.
6. Zucker ist transparent ausgewiesen.
Versteckten Zucker gibt es nicht. Zucker gehört wie Stärke zu den
Kohlenhydraten und wird in der Nährwerttabelle gesondert aufgeführt
("davon Zucker"). Diese Angabe informiert über den
"Gesamtzuckergehalt" eines Lebensmittels, unabhängig davon, ob
"Zucker" bei der Zubereitung und Herstellung eines Lebensmittels
zugesetzt wurde oder ob er bereits von Natur aus in anderen Zutaten
enthalten ist. Die Zutatenliste gibt darüber Auskunft, ob und wenn ja
welche Zuckerarten dem Produkt zugesetzt wurden.
7. Zuckerreduktion ist Zuckerersatz - Macht weniger Zucker
vielleicht sogar dick?
Wer Zucker in festen Lebensmitteln reduziert, muss ihn durch
andere Stoffe ersetzen. Die bringen auch Kalorien mit - manchmal
sogar mehr als Zucker. Weniger Zucker heißt also nicht automatisch
weniger Kalorien. Viele Verbraucher werden getäuscht, weil sie
glauben, dass sie Kalorien sparen und deshalb mehr von einem
Lebensmittel essen können. Macht weniger Zucker die Menschen
vielleicht sogar dick?
(1) Vergleich der Ernährungsberichte 1996 und 2012 der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung (DGE).
(2) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische
Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für
Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung
(SVE) (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau
Buchverlag, 1. Auflage, 5., korrigierter Nachdruck 2013.
(3) Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), Institut der
Deutschen Zahnärzte, http://ots.de/mlyV3, Stand 29.08.2017.
(4) ECORYS: Food taxes and their impact on competiveness in the
agri-food sector; Studie im Auftrag der Europäischen Kommission, GD
Unternehmen und Industrie, 12. Juli 2014: http://ots.de/vLuIw, am
29.08.2017.
(5) Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten: "NGG lehnt
'Zuckersteuer' ab", http://ots.de/QJYRZ, Pressemitteilung vom
25.8.2016, Stand 29.08.2017.
Pressekontakt:
Wirtschaftliche Vereinigung Zucker
Eva Sawadski
Am Hofgarten 8
53113 Bonn
Tel.: +49 228 2285 100
E-Mail: wvz-vdz@zuckerverbaende.de
Internet: www.zuckerverbaende.de
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Datum: 30.08.2017 - 09:59 Uhr
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