Dem Klimawandel auf der Spur: "Weltspiegel" mit Andreas Cichowicz kommt aus der Arktis / Sendetermin: Sonntag, 3. September, 19.20 Uhr, Das Erste
ID: 1525113
kündigt das in jahrelanger politischer Arbeit mühselig ausgehandelte
Klimaabkommen. Auf der ganzen Welt häufen sich die Wetter-Extreme. In
der Antarktis bricht ein gigantischer Eisberg vom Schelfeis ab,
sechsmal so groß wie die Insel Rügen. In Grönland wütet an der
Westküste der größte Brand, der je dort beobachtet wurde. Dieses Jahr
herrschen dort ungewöhnlich hohe Sommertemperaturen. Die Gletscher in
Alaska und Grönland schmelzen in rasantem Tempo.
Für die "Weltspiegel"-Ausgabe am Sonntag, 3. September, um 19.20
Uhr im Ersten sind Moderator Andreas Cichowicz und ein NDR-Team vor
Ort an Grönlands Westküste. Am Eisfjord in Ilulissat ist der
Klimawandel schon sichtbar. Er birgt für Grönland viele Risiken, aber
auch Chancen. Denn für Grönland sieht eine wärmere Zukunft nicht
ausschließlich düster aus: Die größte Insel der Erde könnte vom
Rohstoffabbau profitieren, der durch den Klimawandel erstmals in
erreichbare Nähe rückt, und sich in naher Zukunft endlich besser
selbst versorgen und eine tragfähigere Landwirtschaft entwickeln.
Helfen soll dabei der extrem nährstoffhaltige Schlamm, der beim
Abtauen der Gletscher freigelegt wird. Vielleicht könnte er sogar
ausgelaugte Böden in Afrika oder Asien wieder regenerieren. Der
international bekannte Wissenschaftler Minik Rosing beschäftigt sich
mit diesem Projekt, mit dem er seiner Heimat Grönland eine Zukunft
ermöglichen will. Denn die Perspektivlosigkeit vieler Grönländer ist
ein großes Problem für das Land, das als überseeisches Gebiet
Dänemarks gilt und - noch - am dänischen Sozial-Tropf hängt. Die
Selbstmordrate ist außergewöhnlich hoch, die Zahl der Schulabbrecher
einzigartig. Kim Godfredtsen, ehemaliger Extremsportler, will vor
allem den Kindern der Inuit in Grönlands Hauptstadt Nuuk wieder
Selbstvertrauen vermitteln - in ihre Stärke und in die Stärken der
eigenen Kultur.
Fernab der Zivilisation, in Thule im Nordwesten Grönlands, liegt
eine US-amerikanische Militärbasis. Clas Oliver Richter und sein Team
vom ARD-Studio Stockholm sind die ersten Deutschen, die dort den
Alltag der Soldaten drehen dürfen. Grönland ist strategisch von
größter Wichtigkeit in der Arktisregion. Die gigantischen
Radaranlagen von Thule sind streng nach Osten ausgerichtet - nach
Russland, das die Hoheitsrechte über 1,2 Millionen Quadratkilometer
in der Arktis fordert, den Nordpol eingeschlossen. Damit würde sich
Russland den Zugang zu fast 5 Milliarden Tonnen fossiler Rohstoffe
verschaffen. Und auf der russischen Halbinsel Jamal im äußersten
Norden Russlands liegt eine gigantische Gasförderungsanlage, für die
der ungehinderte Zugang zur immer länger eisfreien Nordostpassage
wirtschaftlich notwendig ist. Denn so gelangt das Gas auf dem
kürzesten Weg zum zahlenden Abnehmer China. Und so bleibt Putin an
der Macht - denn Gas und Öl sind für den russischen Staat
überlebenswichtig.
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Datum: 31.08.2017 - 10:41 Uhr
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