Lausitzer Rundschau: Die Krise als Chance
Zum Spitzentreffen zur Dieselaffäre
ID: 1526202
über - man hört richtig - Luftqualität. Unversehens ist der Ausbau
des öffentlichen Personennahverkehrs ein Top-Thema, ebenso der
Radverkehr und die Elektromobilität. Das alles geschieht nicht aus
Gründen der Vernunft. Die ökologische Republik ist nicht über Nacht
ausgebrochen, nicht bei Merkel und auch nicht bei den meisten
Bürgermeistern. Es geschieht, um des Deutschen liebstes Kind, das
Auto, speziell den Diesel, vor drohenden Fahrverboten zu schützen.
Aber sei es drum, die Krise des Diesels kann trotzdem zur Chance für
die Städte werden. Denn nun fließt Geld, eine Milliarde Euro. Ein
Viertel davon zahlen die Automobilkonzerne. Das ist wenigstens eine
kleine Wiedergutmachung für ihren Hochmut. Es liegt an den Kommunen,
das Geld jetzt sinnvoll auszugeben. Die Menschen in den Städten
werden nicht nur durch die Abgase belästigt, auch der Lärm ist
schlimm, dazu die Versiegelung der Landschaft und die Unfallgefahr.
Die Städte verlieren durch den Autoverkehr massiv an Lebensqualität,
weshalb zum Beispiel mehr grüne Wellen zwar der Luft helfen würden,
alle anderen Probleme aber nur verstärken. Autofahrer, die jetzt
widersprechen, mögen sich ehrlich fragen, ob sie selbst an der Straße
wohnen möchten, durch die sie täglich pendeln. Ziel muss es sein, den
privaten Pkw-Verkehr zu reduzieren, vor allem den der Pendler. Dass
so viele den Wagen nutzen, um - meist ganz allein - zur Arbeit oder
zum Einkaufen zu fahren, ist ja nicht nur ihrer Bequemlichkeit
geschuldet, auch wenn die in vielen Fällen eine Rolle spielt. Sondern
genauso auch mangelnden Alternativen. Zu wenig
Park-and-Ride-Möglichkeiten, zu schlechte Verbindungen, zu große
Takte. Wenn dem in vielen Städten überdimensionierte Straßen
gegenüberstehen und Bauvorschriften, die für reichlich Tiefgaragen
sorgen, muss man sich über Autoverkehr nicht wundern. Auch so mancher
Bürgermeister trägt daher Mitverantwortung für die jetzt zutage
getretenen Probleme. Deshalb klingt es ziemlich hohl, wenn die Städte
nur nach mehr Geld rufen. Gefragt ist vielmehr eine intelligentere
lokale Verkehrspolitik - Radschnellwege und -leihsysteme,
Elektroroller, Carsharing, vor allem mehr öffentliche
Verkehrsangebote. Das Zweite ist der Wirtschaftsverkehr, wozu auch
der eigene Fuhrpark der Kommunen gehört. Es ist völlig
unverständlich, warum nicht wenigstens die Busse schneller auf
saubere Antriebe umgestellt werden. Freilich setzt ein Umsteuern beim
gewerblichen Verkehr voraus, dass es genug Ladestationen gibt und
dass entsprechende Fahrzeuge überhaupt im Angebot sind. Dass die Post
ihre Elektro-Sprinter selbst bauen musste, spricht Bände über das,
was in Deutschland verkehrspolitisch los war und ist: Ignoranz und
Fantasielosigkeit auf vielen Seiten. Das muss sich ändern.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.09.2017 - 19:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1526202
Anzahl Zeichen: 3333
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 370 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Die Krise als Chance
Zum Spitzentreffen zur Dieselaffäre"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik Erzieherinnen immeröfter krank - Fehlzeiten drastisch gestiegen ...
Um die Gesundheit der Erzieherinnen in Sachsen-Anhalt ist es schlecht bestellt. Die Zahl der Krankentage ist innerhalb von vier Jahren um 53 Prozent rasant angestiegen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstagausgabe) mit Verweis auf einen regierungsinternen Berich
Aachener Nachrichten: Chance vertan - Das TV-Duell Merkel gegen Schulz war eine müde Veranstaltung.Ein Kommentar von Joachim Zinsen ...
Spötter sprechen bereits von einem Duett statt einem Duell. Verglichen mit den "Elefantenrunden" vergangener Jahrzehnte war die TV-Diskussion von Angela Merkel und Martin Schulz am Sonntag eine harmonische Veranstaltung. Streit kam selten auf, Spannung gar nicht. Dass der Erkenntnisge
Mitteldeutsche Zeitung: zum Diesel-Gipfel ...
Warum kein milliardenschwerer Masterplan zum Umbau der Mobilität in den Städten? Zunächst einmal würden Fahrverbote vermieden. Ein umfassendes Konzept, das auch die Ausweitung des Radverkehrs und der Carsharingsysteme umfassen muss, würde die Lebensqualität in den Städten steigern. Und
Mitteldeutsche Zeitung: zum TV-Duell ...
Ist das Fernsehduell doch der Wendepunkt in diesem Wahlkampf, so wie es die ins Hintertreffen geratene SPD gern sehen möchte? Eher nicht. Selbst wenn Schulz und die SPD nun den Umfragerückstand etwas aufholen: Besonders wahrscheinlich ist es nicht, dass der Wahlsieger am 24. September Marti




