Kölner Stadt-Anzeiger: Bundesregierung: Kein gesonderter Handlungsbedarf zur Integration von Sinti

Kölner Stadt-Anzeiger: Bundesregierung: Kein gesonderter Handlungsbedarf zur Integration von Sinti und Roma
Volker Beck (Grüne) spricht von "Trauerspiel" und Leugnung sozialer Probleme

ID: 1532221
(ots) - Köln. Die Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit
für gesonderte Bemühungen um die Integration von Sinti und Roma.
Grundsätzlich stünden den Angehörigen dieser Minderheit in
Deutschland alle bestehenden Angebote offen, heißt es in der Antwort
auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im Bundestag, über die
der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe) berichtet. Die
geschätzt 70 000 deutschen Sinti und Roma sehen sich nach Angaben
des Innenministeriums "selbst als gut integriert" an. Der scheidende
integrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Volker Beck,
kritisierte die Haltung der Bundesregierung als "Trauerspiel". Von
gelungener Integration der Sinti und Roma könne kaum die Rede sein,
wenn sich die Betroffenen nach einer Studie aus dem Jahr 2011
mehrheitlich von Behörden diskriminiert und schikaniert fühlten,
sagte Beck der Zeitung. Laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes
sind Sinti und Roma die Gruppe mit den geringsten Sympathiewerten in
der deutschen Bevölkerung. Zwischen 2015 und 2017 hat der Bund
insgesamt 40 Einzelprojekte zum Kampf gegen Anti-Ziganismus gefördert
und weitere in Aussicht gestellt. Die Fortschritte würden laufend
dokumentiert. Über ein Bemühen um Integration von Sinti und Roma in
den deutschen Arbeitsmarkt liegen der Bundesregierung nach eigenen
Angaben aber keine Informationen vor. "Die Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Volksgruppe oder ethnischen Minderheit wird in der
Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht erfasst", heißt es zur
Begründung. Die Bundesregierung behandle das Thema Anti-Ziganismus
gleichwohl "stiefmütterlich" und habe ein "antiquiertes Verständnis"
von Integration und gleichberechtigter Teilhabe von Roma in
Deutschland, monierte Beck. Er forderte ein unabhängiges
Expertengremium zum Anti-Ziganismus. "Die Bundesregierung leugnet


soziale Probleme und institutionelle Diskriminierung auf dem Rücken
der Schwächsten, nämlich der neu zugewanderten Roma, die aus ihren
Heimatländern aufgrund von massiver Diskriminierung und Verfolgung
fliehen mussten." Auch Romeo Franz, Geschäftsführer der
"Hildegard-Lagrenne-Stiftung" für die Belange von Sinti und Roma,
nannte das Thema Integration der neu zugewanderten Roma "brennend".
Die gesellschaftliche Stimmung habe sich "stark gewandelt".
Ausgrenzung und Diskriminierung seien für Sinti und Roma "eine
Realität".



Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

Original-Content von: Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Saarbrücker Zeitung: Pflegerat-Chef  Wagner warnt vor politischen Schnellschüssen  bei der Pflege Kölner Stadt-Anzeiger: V-Mann fehlt als Kronzeuge im Prozess gegen den Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa - Gefahr für Leib und Leben
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.09.2017 - 01:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1532221
Anzahl Zeichen: 2849

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Köln



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 343 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kölner Stadt-Anzeiger: Bundesregierung: Kein gesonderter Handlungsbedarf zur Integration von Sinti und Roma
Volker Beck (Grüne) spricht von "Trauerspiel" und Leugnung sozialer Probleme
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Kölner Stadt-Anzeiger (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Ex-Obmann Krischer: Ausländermaut ein Paradebeispiel für schlechte Politik -"Für angeklagten Scheuer gilt die Unschuldsvermutung bis zum Schluss" ...
Der frühere Obmann der Grünen im Untersuchungs-Ausschuss zur Pkw-Maut, Oliver Krischer, hat das Projekt als "Paradebeispiel für schlechte Politik" bezeichnet. Für den nun wegen Falschaussage im Ausschuss angeklagten Ex- Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gelte "die Unsch

Reiche fordert Stopp von Frühverrentungsprogrammen -"Wir müssen das Arbeitsvolumen steigern" ...
Berlin. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schaltet sich in die Reformdebatte um die Rente und den Arbeitsmarkt ein. Mit Blick auf das bis Sommer geplante große Gesetzespaket forderte Reiche im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe) unter anderem eine

Reiche fordert Stopp von Frühverrentungsprogrammen -"Wir müssen das Arbeitsvolumen steigern" ...
Berlin. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schaltet sich in die Reformdebatte um die Rente und den Arbeitsmarkt ein. Mit Blick auf das bis Sommer geplante große Gesetzespaket forderte Reiche im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe) unter anderem eine


Weitere Mitteilungen von Kölner Stadt-Anzeiger


Kölner Stadt-Anzeiger: V-Mann fehlt als Kronzeuge im Prozess gegen den Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa - Gefahr für Leib und Leben ...
Köln. Im Terror-Prozess gegen den Hassprediger Ahmad Abdulaziz A., alias Abu Walaa, und vier seiner Gefolgsleute vor dem Oberlandesgericht in Celle wird ein wichtiger Zeuge fehlen. Für den V-Mann des Landeskriminalamts NRW, der die mutmaßliche Nummer 1 der Terror-Milizen "Islamischer Sta

Saarbrücker Zeitung: Pflegerat-Chef Wagner warnt vor politischen Schnellschüssen bei der Pflege ...
Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, hat den Umgang der SPD mit dem Thema Pflege im Wahlkampf kritisiert. "Die pflegerische Versorgung ist hochkomplex und deshalb für Schnellschüsse ungeeignet", sagte Wagner der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe).

Rheinische Post: ARD-Intendanten wollen Kanzlerduell reformieren ...
Die Intendanten der ARD wollen das bisherige Format für das TV-Duell der Kanzlerkandidaten so nicht mehr akzeptieren und haben sich auf eine Reform verständigt. Das haben alle Vertreter der ARD-Anstalten bei der Intendantenkonferenz am vergangenen Montag vereinbart, wie die "Rheinische Po

Rheinische Post: Röttgen warnt USA vor Verlust der Führungsrolle ...
Nach der Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung hat der Vorsitzende des Auswärtigen Bundestags-Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), Washington vor den Folgen solcher innenpolitisch motivierten Auftritte gewarnt. "Die USA werden ihre internationale Führungsrolle ni


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z