Neue Landmineneinsätze in Myanmar verschlimmern die Situation der Flüchtenden
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Einsätze von Landminen an der Grenze zu Bangladesch auf Schärfste.
Diese Waffen, die fast ausschließlich Zivilisten töten und verletzen,
sind seit genau 20 Jahren durch den Ottawa-Vertrag verboten, der bis
heute von 163 Staaten unterzeichnet wurde. Handicap International
fordert die Regierung von Myanmar auf, die Anwendung dieser
barbarischen Waffen sofort einzustellen und appelliert an die
internationale Gemeinschaft, den jüngsten Einsatz deutlich zu
verurteilen und auf die Regierung Myanmars Druck auszuüben, diese
Waffen endlich aufzugeben.
Eine Reihe von übereinstimmenden Zeugenaussagen, die u.a. vom
Landminen Monitor, Amnesty International und Human Rights Watch
gesammelt wurden, bestätigen die jüngste Verlegung von Landminen
durch Streitkräfte Myanmars an verschiedenen Orten im Grenzgebiet
zwischen Bangladesch und Myanmar. Für die meisten Staaten der Welt
sind Produktion, Verkauf, Lagerung und Einsatz von
Anti-Personen-Minen durch den Ottawa-Vertrag verboten, der am 18.
September 1997 verabschiedet wurde und am 1. März 1999 in Kraft trat.
163 Staaten haben den Vertrag bereits unterzeichnet, Myanmar jedoch
noch nicht.
"Dieser Mineneinsatz in der aktuellen Krise hat verheerende Folgen
für die Zivilbevölkerung, ganz besonders für die Menschen auf der
Flucht", sagt Eva Maria Fischer, Leiterin Advocacy von Handicap
International. "Diese Waffen töten oder bewirken extreme
Verletzungen, die sehr schnell behandelt werden müssen und meistens
lebenslange Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Die erneute
Verwendung von Minen macht deutlich, wie wichtig es ist, dass alle
Staaten dem Verbotsvertrag beitreten. Einsätze von Minen müssen
endlich aufhören, und wir müssen alles dafür tun, die Opfer zu
unterstützen."
Landminen können noch lange nach einem Krieg töten und verletzen,
dabei sind weltweit über drei Viertel der Opfer Zivilisten und ein
Drittel Kinder. 63 Länder und Gebiete sind immer noch von Minen und
Blindgängern betroffen. Laut dem Landminen Monitor gehört Myanmar
neben Nordkorea und Syrien zu den einzigen Staaten, die immer noch
Anti-Personen-Minen einsetzen. Laut dem letzten Bericht des Landminen
Monitors 2016 wurden im Jahr 2015 mindestens 6.461 Menschen von Minen
und explosiven Kriegsresten getötet oder verletzt, in Myanmar waren
es 159.
Zur Organisation: Handicap International ist eine unabhängige
gemeinnützige Organisation, die in Situationen von Armut und sozialer
Ausgrenzung, von Konflikten und Katastrophen interveniert. Sie
unterstützt Menschen mit Behinderung und andere besonders
hilfsbedürftige Menschen, damit ihre grundlegenden Bedürfnisse
gedeckt werden, sich ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre
Grundrechte besser respektiert werden. Insgesamt ist die Organisation
in ca. 60 Ländern aktiv. Handicap International ist eines der sechs
Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von
Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat.
Pressekontakt:
Matthias Gilch, Öffentlichkeitsarbeit, 089/54 76 06 - 29,
mgilch@handicap-international.de
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Datum: 25.09.2017 - 10:53 Uhr
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