Lausitzer Rundschau: Die Partei der Willigen Grüne für Jamaika-Sondierungen

Lausitzer Rundschau: Die Partei der Willigen

Grüne für Jamaika-Sondierungen

ID: 1535958
(ots) - Das ist schon ein Treppenwitz der Geschichte: Die
Grünen sind die Ersten, die sich verhandlungstechnisch für ein
mögliches Jamaika-Bündnis aufgestellt haben. Ausgerechnet die
vormalige Sponti-Truppe, die "Anti-Parteien-Partei" wirkt jetzt
geradezu staatstragend, derweil sich die Union noch sortieren muss -
so paradox kann Politik sein. Für die Grünen steht allerdings auch
besonders viel auf dem Spiel. Die Union wird auf jeden Fall regieren,
in welcher Konstellation auch immer. Die Liberalen sind gerade erst
wieder in den Bundestag zurückgekehrt. Schon das ist eigentlich
Erfolg genug. Die Grünen jedoch drücken seit zwölf Jahren die harten
Oppositionsbänke im Bundestag. Und das durchweg als politisch
schwächste Kraft. Nur wegen der aktuell besonderen Umstände - siehe
AfD und den "Groko"-Überdruss der SPD - werden drei Parteien für ein
künftiges Regierungsbündnis benötigt, mit der CDU-Schwester CSU sogar
vier. Das macht die Grünen diesmal so interessant. Das macht viele
Grüne aber auch besorgt, die Partei könnte für einen Zipfel der
ersehnten Macht ihre letzten Überzeugungen über Bord werfen. Auf
ihrem kleinen Parteitag war dieses Unbehagen durchaus zu spüren. Doch
auch dem linken Flügel schwant, dass die Grünen in einer Opposition
zwischen SPD und AfD zu zerbröseln drohen. Immerhin rund 40 Prozent
der Grünen-Wähler haben sich erst kurz vor dem Wahltag für die Partei
entschieden. Zu einer Zeit, als "Jamaika" sich klar als Option zur
"Groko" herausgeschält hatte. Hinzu kam, dass die Grünen diesmal
nicht mehr einseitig auf Rot-Grün abonniert waren, sondern sich auch
als anschlussfähig jenseits der "linken Mitte" inszenierten. Das
Schlagwort dafür hieß "Eigenständigkeit". Insofern darf man den
leichten Zugewinn der Partei durchaus als einen Regierungsauftrag
interpretieren. Nach den grünen Regularien wird am Ende allerdings


ein Bundesparteitag den Daumen über eine Koalitionsvereinbarung heben
oder senken. Bis dahin kann noch viel passieren. Der Klimaschutz ist
zweifellos das Kernanliegen der Grünen. Deshalb braucht die Partei
hier vorzeigbare Projekte, um den Regierungseintritt zu
rechtfertigen. Das konkrete Ziel hat pikanterweise Angela Merkel
vorgegeben: Demnach soll Deutschland bis 2020 den Ausstoß seiner
Treibhausgase um 40 Prozent gemessen am Stand von 1990 reduzieren.
Aber davon ist das Land weit entfernt. Man stelle sich nun vor, ein
grüner Bundesumweltminister hätte kurz vor dem JahrïEUR®2020 das
krachende Scheitern dieses Ziels zu verkünden. Die Grünen könnten
einpacken. Um das zu verhindern, müssten Union und FDP in den
nächsten Wochen über ihren klimapolitischen Schatten springen. So,
wie die Grünen umgekehrt zum Beispiel beim Thema innere Sicherheit
über ihren Schatten springen müssten. Nein, ein Jamaika-Abenteuer ist
sicher keine wunderbare Verheißung. Aber unter allen schlechten
Optionen immer noch die Bessere. Deshalb sind die Grünen jetzt die
Partei der Willigen.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Lausitzer Rundschau: Quadratur des Kreises

Pflicht zur freiwilligen Feuerwehr Neue Westfälische (Bielefeld): Erneuerung der SPD
Schlagworte alleine reichen nicht
Lothar Schmalen, Düsseldorf
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.10.2017 - 19:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1535958
Anzahl Zeichen: 3493

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 503 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Die Partei der Willigen

Grüne für Jamaika-Sondierungen
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Allg. Zeitung Mainz: Verkauft / Kommentar zu Gerhard Schröder / Von Christiane Stein ...
Ist der Posten des Aufsichtsratschefs bei Rosneft wirklich ein Angebot, das Gerhard Schröder nicht ablehnen konnte? Mitnichten. Der gut gelaunte Altkanzler vermittelte beim ersten Auftritt an der Spitze des umstrittenen russischen Konzerns keineswegs das Bild eines Mannes, der - so die eigentli

Allg. Zeitung Mainz: Gift / Kommentar zu Spanien/Katalonien / Von Reinhard Breidenbach ...
Spanien, zum freien Westen gehörend, war unter Franco noch 30 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg eine Diktatur. Das hat im genetischen Code des Landes Spuren hinterlassen. Die diktatorische Art, wie Ministerpräsident Rajoy seine "Guardia Civil" jetzt gegen katalanische Bürger vorgehe

Frankfurter Rundschau: Spanisches Desaster ...
Die katalanischen Separatisten haben gewonnen. Nein, sie haben nicht das Referendum für sich entschieden, auch wenn sie demnächst einen überragenden Sieg für das Ja für ein unabhängiges Katalonien bekannt geben werden. Das muss man nicht ernst nehmen. Diesem Referendum fehlten alle rechtsst

Der Tagesspiegel: Zypries möchte keinen "Nine-to-Five-Job" mehr haben ...
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), die sich nicht erneut um ein Bundestagsmandat beworben hatte, möchte nach ihrem Ausscheiden aus der Bundesregierung vor allem ehrenamtlich tätig sein. "Ich möchte mich für Jugendliche engagieren, auch ihre digitalen Kompetenzen stärken.


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z