12. dbb Medienkonferenz
Fake News gefährden Programmqualität - dbb Chef: Politik und Medien müssen gegensteuern
ID: 1536858
sachgemäße, die Menschen tatsächlich erreichende und zur
gesellschaftlichen Mitwirkung anstiftende Informationsvermittlung hat
der dbb Chef Klaus Dauderstädt betont. Zur Eröffnung der 12. dbb
Medienkonferenz, die unter dem Motto "Alternativlose Fakten -
Gefährden Fake New und Bots die Programmqualität?" steht, verwies
Dauderstädt am 4. Oktober 2017 in Berlin auch auf die Ergebnisse der
Bundestagswahl und sagte: "Es ist ja doch offenbar so, dass sich
viele Menschen hierzulande mit ihren Anliegen nur unzureichend
wahrgenommen fühlen. Dafür machen sie neben der Politik auch die
Medien verantwortlich. Vorwürfe mangelnder Unabhängigkeit und
Glaubwürdigkeit werden nicht nur auf Demonstrationen laut, sondern
schlagen sich auch im Umfragen und wissenschaftlichen Erhebungen
nieder."
"Hier muss gegengesteuert werden", forderte Dauderstädt. "Presse,
Radio und Fernsehen, aber auch die Online-Medien stehen gegenüber
ihren Lesern, Hörern, Zuschauern, Usern in der Pflicht. Fake News
gehören nirgendwo ins Programm. Es sollte vielmehr um Fakten und
Hintergründe von Relevanz, im besten Sinne um Information und
Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger und um ihre Beteiligung gehen.
Meinungsvielfalt ist gefragt und sollte nicht als lähmendes Problem,
sondern vielmehr als reizvolle Herausforderung verstanden werden."
Für alle Medien müsse es in diesen Zeiten schneller Klicks
Handlungsrichtlinie sein, sorgfältig zu recherchieren, den kritischen
Blick zu bewahren und eine gefälschte reißerische Schlagzeile oder
ein manipuliertes Bild als bewusste Irreführung zu entlarven. Der dbb
Chef verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine aktuelle Umfrage im
Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW, wonach 61 Prozent der
Befragten gezielte Falschnachrichten als demokratiegefährdend
bezeichnet hatten.
Die Medienkonferenz des dbb, die in diesem Jahr bereits zum
zwölften Mal stattfindet, dient den vom dbb und seinen
Mitgliedsgewerkschaften entsandten Rundfunk- und Medienräten und
anderen medienpolitisch Interessierten zur Diskussion über aktuelle
medienpolitische Themen, zu Informationsaustausch und Kontaktpflege.
Zum Auftakt wird ZDF-Chefredakteur Peter Frey über "Lügenpresse, Fake
News und die Glaubwürdigkeit der Medien - das Fernsehen und seine
Rolle in der neuen digitalen Welt" referieren. Neueste Ergebnisse der
Bewegtbildforschung stehen sodann im Mittelpunkt des Vortrags "Mehr
Quantität? Mehr Qualität? - Zur Rolle bewegter Bilder", den der
Geschäftsführer der AGF Videoforschung, Willibald Müller, halten
wird. "Gefälscht oder wahr?" lautet das Motto der anschließenden
Podiumsrunde, in der darüber debattiert werden soll, ob und wie
Desinformation und Manipulation in der Berichterstattung verhindert
werden können. Dazu erwartet werden Patrick Gensing, Leiter des
Projekts "faktenfinder" der ARD, Tabea Rößner, Sprecherin für Medien
von Bündnis 90/Die Grünen, Siegfried Schneider, Präsident der
Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, sowie Anja Hirschel,
Sprecherin für Digitalisierung von der Piratenpartei Deutschland.
Pressekontakt:
dbb - beamtenbund und tarifunion
Dr. Frank Zitka
Telefon: 030.4081-5510
Fax: 030.4081-5599
Email: zitka@dbb.de
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Datum: 04.10.2017 - 16:10 Uhr
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