phoenix-Preis für Dokumentarfilmer Kevin Macdonald
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Der phoenix-Preis 2017 geht an den schottischen Dokumentarfilmer
und Regisseur Kevin Macdonald. Der Ereignis- und Dokumentationskanal
phoenix zeichnet Macdonald für seine viel beachteten Dokumentarfilme
über Persönlichkeiten und Ereignisse des Zeitgeschehens aus. Der mit
10.000 Euro dotierte Preis wird am heutigen Freitag (6. Oktober 2017)
beim Film Festival Cologne verliehen.
In seinen Filmen setzt sich Macdonald mit Wendpunkten der
Zeitgeschichte sowie mit Rassismus und Machtmissbrauch auseinander.
Ein Beispiel ist sein Film "Ein Tag im September" über den Mord an
israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen 1972 in München.
Dafür wurde er 1999 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm
ausgezeichnet. phoenix-Dokumentationschef Jean-Christoph Caron hebt
hervor, wie viel Hartnäckigkeit und Ausdauer Macdonald mit diesem
Film beweist. "Jeder Filmemacher weiß, die Recherche, die hinter
einem Film steckt, und den Kontakt zu Zeitzeugen dieser Ereignisse
herzustellen, ist ebenso wichtig und herausfordernd wie die
Dreharbeiten selbst - manchmal sogar das wichtigste", sagte Caron in
seiner Laudatio.
Mit seinem Filmprojekt "Life in a day" inspirierte Macdonald
weltweit Medien- und Filmemacher. Der Dokumentarfilm zeigt Szenen aus
dem alltäglichen Leben vieler Menschen - ausgewählt aus Tausenden
Stunden Filmmaterial, das von mehr als 80.000 Menschen aus 190
Nationen eingereicht wurde. "Ein Beispiel für die neuen Möglichkeiten
für Filmemacher in der digitalen Welt", so Caron.
Eine weitere herausragende Macdonald-Dokumentation ist "My Enemy's
Enemy" (2007) über den ehemaligen Gestapo-Kommandeur Klaus Barbie
("Schlächter von Lyon"), der nach Kriegsende jahrelang für westliche
Geheimdienste tätig war. "Dieser Film öffnet unsere Augen für die
dunkle Seite des Kalten Krieges", sagt Caron und erklärt: "Solche
komplexen Themen brauchen die Tiefe und Intensität eines langen
Dokumentarfilms." Das Medium Film eröffne die Möglichkeit, viele
Perspektiven zu politischen, gesellschaftlich wichtigen Diskussionen
und Problemen gegeneinander zu stellen.
Neben zahlreichen Dokumentarfilmen für Fernsehen und Internet hat
Macdonald als Regisseur auch Kinofilme realisiert, darunter mit den
Hollywoodgrößen Donald Sutherland, Forest Whitaker, Russel Crowe
sowie Ben Affleck. Beim internationalen Film Festival Cologne werden
neben Kevin Macdonald unter anderem Jane Campio (Filmpreis Köln),
Margarethe von Trotta (TV Spielfilm-Preis) und Sean Bean (The
Hollywood Reporter Award) geehrt.
Der phoenix-Preis wird heute Abend bei den INTERNATIONAL FILM
AWARDS NRW im Rahmen des Film Festivals Cologne verliehen.
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