Terror in Somalia: Gewalt behindert Arbeit der SOS-Kinderdörfer
ID: 1542756
in Somalia erschwert die Arbeit von Hilfsorganisationen. Beim
verheerendsten Anschlag in Somalias jüngster Geschichte sind 275
Menschen getötet worden, mehr als 300 wurden schwer verletzt,
darunter auch ein Praktikant der SOS-Kinderdörfer weltweit.
SOS-Mitarbeiter Hassan Liban, erlebte die Explosion im SOS-Büro,
nur 400 Meter vom Anschlagsort entfernt: "Es war eine gewaltige
Detonation! Fenster zerbarsten, Türen wurden aus den Angeln gerissen,
Tische und Stühle flogen durch die Luft. Unser Praktikant wurde durch
herumfliegende Glassplitter verletzt. Zum Glück besteht keine
Lebensgefahr, er steht aber immer noch unter Schock."
Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 1991 ist die Gewalt in Somalia so
extrem wie in kaum einem anderen Land. Auf dem Weltfriedensindex
steht der Krisenstaat am Horn von Afrika seit Beginn der Messungen
2007 auf einem der fünf letzten Plätze. "Die unsichere Lage erschwert
uns die Arbeit. Helfer geraten in die Schusslinie oder werden selbst
zum Angriffsziel", sagt Ahmed Mohamed, Leiter der SOS-Kinderdörfer in
Somalia. In der Vergangenheit wurden mehrere SOS-Helfer erschossen,
entführt oder kamen bei Bombenangriffen ums Leben. "Viele
Hilfsorganisationen haben bereits aufgrund der angespannten
Sicherheitslage das Land verlassen. Wir arbeiten hier seit 30 Jahren
ununterbrochen und werden bleiben, um diejenigen zu erreichen, die
Hilfe am dringendsten benötigen."
Der Kreislauf aus Gewalt, Flucht und Hunger, trifft die Kinder
besonders hart: Von 1000 werden 137 keine fünf Jahre alt, nach
Schätzungen der Hilfsorganisation geht nur jedes dritte Kind zur
Schule. Hinzu kommt die aktuelle Hungerkrise: Somalia leidet seit
Monaten unter einer schweren Dürre, 800.000 Menschen sind vom
Hungertod bedroht, rund 87.000 Kinder sind bereits so ausgezehrt,
dass nur eine sofortige Behandlung ihr Leben retten kann.
"Die Kinder brauchen unsere Hilfe dringender denn je!" sagt
Mohamed. Weltweit werde Somalia als gescheiterter Staat bezeichnet.
"Diese Haltung können wir nicht akzeptieren! Das hieße, auch die
Kinder aufzugeben. Aber jedes Kind hat ein Recht auf Leben."
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Boris Breyer
Medienkommunikation
SOS-Kinderdörfer weltweit
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Datum: 20.10.2017 - 05:30 Uhr
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