Digitalisierung diktiert das Tempo im HR-Management
Marcus Reinhard, Partner und Niederlassungsleiter SELECTEAM Deutschland GmbH, Düsseldorf(firmenpresse) - Autor: Marcus Reinhard, Partner und Niederlassungsleiter SELECTEAM Deutschland GmbH, Düsseldorf
Die Zeiten, in denen Unternehmen Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften inserieren, anschließend hunderte Bewerbungen per Post erhalten, jede Bewerbungsmappe einzeln anhand von verschiedenen Kriterien durchblättern, um eine Handvoll Bewerber zum Vorstellungsgespräch einzuladen, sind vorbei. Ein Prozess, der Monate dauerte. Die Digitalisierung hat das Recruiting-Business und das HR-Management grundlegend verändert. Social Recruiting, künstliche Intelligenz & Co. lösen althergebrachte Recruiting-Methoden ab. Sie unterstützen Unternehmen dabei, Kandidaten zu identifizieren und zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen. Gleichzeitig prognostizieren sie, ob die Kandidaten zum Unternehmen und zu dessen Kultur passen, und erleichtern damit HR-Managementprozesse.
Die Digitalisierung diktiert mittlerweile das Tempo, mit dem sich das HR-Management und das Berufsbild der Recruiter verändern. Während der Bewerbungsprozess früher langwierig und mühselig war, gibt es heute Tools, um das gesamte HR-Management von der Stellenausschreibung über den Auswahlprozess bis zum Employee Life Cycle Management zu verschlanken.
Adhoc-Entscheidungen, bei denen ein bestimmter Mitarbeiter gesucht wird, gehören der Vergangenheit an. Digitale Tools messen heutzutage Zufriedenheit und Performance der Mitarbeiter. Sie signalisieren schon in einem sehr frühen Stadium, wann Stellen neu zu besetzen sind und wann entsprechend agiert werden muss. Die Digitalisierung der Prozesse setzt sich in der Bewerbersuche fort. Online-Profile von potenziellen Kandidaten werden in Karriere-Netzwerken und im Talent-Pool des Unternehmens mit der Stellenbeschreibung abgeglichen. Anhand des Ergebnisses wird direkt eine Liste geeigneter Kandidaten erstellt. Andererseits werden Stellenanzeigen nur dort gepostet, wo sie für die jeweilige Zielgruppe relevant sind.
Doch damit sind die Möglichkeiten der digitalen Technologie im Recruiting-Prozess noch nicht ausgeschöpft. Tools leiten Recruiter und die vielversprechenden Kandidaten durch einen gesonderten Diagnostik-Prozess und erstellen ein Ranking der geeignetsten Kandidaten. Tools für die Verwaltung von Bewerbungen und innovative Bewerbungsmethoden erleichtern den gesamten Recruiting-Prozess. Sie bringen Zeitersparnis mit sich und ermöglichen es, Kandidaten dennoch individuell und persönlich anzusprechen.
Über die digitale Personalakte stehen für ein optimales Employee Life Cycle Management alle Unterlagen jederzeit und auch an mehreren Standorten gleichzeitig zur Verfügung. Ein sachgerechter Austausch über die fachliche und menschliche Qualifikation des Kandidaten bzw. Mitarbeiters ist fachbereichsübergreifend jederzeit möglich. Denn alle berechtigten Personen haben orts- und zeitunabhängig Zugriff auf die Personalakten. Die digitale Personalakte organisiert Wiedervorlagen, steuert Workflows und ermöglicht mitarbeiterübergreifende Dokumentenrecherche. Schriftstücke wie Briefe und E-Mails, Verträge und Vereinbarungen werden automatisch am richtigen Platz abgelegt. Gerade während einer Onboarding-Phase lassen sich getroffene Vereinbarungen z. B. hinsichtlich des Dienstwagens oder eines Umzugszuschusses im Zweifelsfall jederzeit überprüfen und verifizieren.
Digitale, innovative Lösungen verbessern das Matching von potenziellen Kandidaten mit der zu besetzenden Stelle und minimieren damit die Gefahr von Fehlentscheidungen. Die digitale Transformation ist längst aus dem Recruiting-Prozess und dem HR-Management nicht mehr wegzudenken. Recruiter jeder Couleur stehen vor der Verantwortung, diesen Prozess nicht aus den Augen zu verlieren und aktiv zu gestalten. Denn neue, innovative Matching-Portale, Apps und weitere Technologien werden die Digitalisierung im Recruiting auch zukünftig vorantreiben. Nur wer auf diesen Zug aufspringt, kann im Kampf um Bewerber erfolgreich mitmischen.
Aber jegliche Technologie kann letztendlich nur als Entscheidungshilfe für den Recruiter dienen. Denn kein noch so ausgeklügeltes System kann das persönliche Gespräch des Recruiters mit den Kandidaten ersetzen. Bei der Beurteilung, ob die Chemie im Team stimmen würde und wie die Persönlichkeit des Kandidaten einzuschätzen ist, stoßen auch die besten Algorithmen an ihre Grenzen. Um die Soft Skills zu erfassen und die Kompetenz und das Potenzial zu bewerten, braucht es auch bei aller innovativer Technologie einen erfahrenen Recruiter.
Technologiebasiertes, digitales HR-Management stößt aber an seine Grenzen, wenn der Wille zur Veränderung im Unternehmen und vor allem in der Personalabteilung nicht vorhanden oder nur rudimentär ausgeprägt ist. Die Digitalisierung von strategischen Prozessen im HR-Management kann nur erfolgreich sein, wenn die grundlegenden HR-Prozesse beherrscht und professionell angewendet werden. Denn die Digitalisierung ist nicht das Allheilmittel, mit dem jahrelange Fehler und Versäumnisse im Personal-Recruiting und -Management eliminiert werden können. Was in unserer analogen Welt nicht funktioniert, funktioniert nicht auf einmal nur deshalb, weil man ihm den Mantel der Digitalisierung umhängt.
Der grundlegende Erfolg einer Digitalisierung von HR-Prozessen hängt entscheidend von der Frage ab, ob die gesamte Unternehmenskultur bereits die digitale Transformation adaptiert hat, ob die Rahmenbedingungen geschaffen wurden, um digitale Innovationen umzusetzen. Bei diesem oftmals mit vielen Geburtswehen verbundenen Transformationsprozess können Beratungshäuser wichtige Unterstützung leisten, um den Personalverantwortlichen an die Digitalisierung strategischer HR-Prozesse heranzuführen bzw. bei der Umsetzung zu unterstützen. Erfahrene Personalberater wissen, worauf es beim digitalen HR-Management ankommt. Sie sind in der Lage, klassische Strategieberatung, persönliche Kontakte, ihr offline erworbenes Wissen über geeignete Kandidaten, digitales Recruiting-Know-how und technisch, innovative HR-Management-Tools zu einem ganzheitlichen Beratungspaket zusammenzuschnüren, das maximalen Erfolg verspricht.
Düsseldorf, Oktober 2017Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 20.10.2017 - 12:00 Uhr
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