Heilbronner Stimme: Soziologe Rolf Pohl zum Fall Weinstein: Ungleichheiten und Hierarchien Ursache für Alltagssexismus
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Professor Rolf Pohl sieht die Ursache für den Alltagssexismus in der
deutschen Gesellschaft in einem strukturellen Problem, das tief in
der Gesellschaft verankert sei. Der "Heilbronner Stimme"
(Samstagausgabe) sagte er bezugnehmend auf den Weinstein-Skandal:
"Was da zum Ausdruck kommt, weist auf nach wie vor vorhandene
Ungleichheiten und Hierarchien in den Geschlechterbeziehungen hin,
durch die es sich Männer herausnehmen, Frauen als Beute zu
betrachten. Die Geschlechterordnung ist nicht so modern und
fortgeschritten, wie wir immer glauben."
Bei Männern, die gegenüber Frauen übergriffig werden, gehe es
meist um einen Männlichkeitsbeweis. "Sexualität und die Verknüpfung
von Sexualität mit Anzüglichkeit oder gar Gewalt ist ein probates
Mittel, um Männlichkeit zu beweisen. Besonders dann, wenn sie durch
eine Krise in Gefahr zu geraten scheint." Offensichtlich schalte sich
dabei die Vernunft aus. "Denn würden die Männer genau darüber
nachdenken, wüssten sie, was sie tun", so der Forscher.
Pohl sagte weiter: "Auch der aktuelle Fall Weinstein zeigt: Viele
Männer denken noch immer, es ist ihr Vorrecht, sich Frauen als
Beute zu greifen. Subjektiv glauben sie, sie lieben Frauen und würden
mit ihrem Verhalten zeigen, dass sie die Frau attraktiv finden.
Sogar, dass es die Frau adelt, von ihnen so begehrt zu werden. Dies
ist von den Empfindungen des Opfers meilenweit entfernt ."
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Datum: 21.10.2017 - 08:30 Uhr
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