PwC-Studie zur städtischen Logistik: Aufbruch auf der letzten Meile

PwC-Studie zur städtischen Logistik: Aufbruch auf der letzten Meile

ID: 1543859
(ots) - Onlinehandel führt zu Verkehrsflut / Ein
Drittel der Verbraucher unzufrieden mit Paketzustellung / Bürger
fordern E-Mobilität auf der "letzten Meile" / Städten und Logistikern
fehlen ganzheitliche Konzepte

Die Verkehrssysteme deutscher Städte stehen vor einer großen
Belastungsprobe: Der boomende Onlinehandel sorgt für eine
Verkehrsflut, zugleich fehlt innerstädtischer Raum für den
Warenumschlag. Staus und unpünktliche Lieferungen sind die Folge. Ein
Drittel aller Konsumenten ist unzufrieden mit dem Service der
Paketdienste. Die steigenden Lärm- und Schadstoffbelastungen
verschärfen die Problematik. Doch bislang fehlen ganzheitliche
Konzepte, um die veraltete und ineffiziente städtische Logistik fit
für die Zukunft zu machen. Zu diesen Ergebnissen gelangt die Studie
"Aufbruch auf der letzten Meile - Neue Wege für die städtische
Logistik" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Sie
stellt zugleich Lösungsansätze für Logistiker und Städte vor.

Anspruchsvolle, unzufriedene Endverbraucher

"Der wichtigste Einflussfaktor für Logistikdienstleister und
Städte ist das Einkaufsverhalten der Endverbraucher", sagt Dietmar
Prümm, Leiter Transport & Logistik bei PwC in Deutschland. Deshalb
befragte PwC für die Studie mehr als 1.000 Konsumenten umfassend nach
ihrem Einkaufsverhalten, ihren Präferenzen bei der Paketbelieferung
und ihrer Akzeptanz verschiedener Distributionskonzepte für die
letzte Meile.

Die repräsentative Umfrage ergab: Rund ein Drittel der Befragten
ist mit der Paketzustellung unzufrieden. 20 Prozent bemängelten eine
unpünktliche Lieferung; 18 Prozent gaben an, beschädigte Sendungen
erhalten zu haben. Die Verbraucher legen Wert auf pünktliche,
umweltfreundliche Lieferungen an die Privatadresse, in selbst
bestimmten Zeitfenstern und mit ständiger Statusüberwachung


(Tracking). Gleichzeitig wollen 91 Prozent der Befragten die
Paketzustellung zum Nulltarif. "Diese Ambivalenz setzt die
Logistikdienstleister unter Druck. Mit den Konsumentenanforderungen
steigen die Logistikkosten, gleichzeitig fehlt aber die Wertschätzung
für ihre Dienstleistung. Hier sollte in der Bevölkerung ein Umdenken
stattfinden", sagt Dietmar Prümm.

Immer mehr Pakete

Baldige Besserung ist nicht in Sicht. Der Anteil des Onlinehandels
am Einzelhandel lag 2016 in Deutschland bei knapp 10 Prozent, Tendenz
steigend. "In Zukunft wird nicht nur das Sendungsvolumen stark
zunehmen, sondern auch die Komplexität der Belieferung. Neue
Produktgruppen wie gekühlte Lebensmittel stellen hohe Anforderungen
an die Logistik. Es wird noch enger und zeitkritischer auf der
letzten Meile", erklärt Dietmar Prümm.

Konsumenten fordern Elektromobilität

Um das steigende Sendungsvolumen zu bewältigen und Kosten zu
senken, müssen Logistikdienstleister an technischen Innovationen für
die letzte Meile arbeiten. Hier erleben sie ein weiteres Dilemma:
Konsumenten sehen Drohnen, Zustellroboter und Kofferraumbelieferung
mehrheitlich kritisch.

Viel beliebter ist Elektromobilität als umweltfreundliche und
geräuscharme Alternative: Für 61 Prozent der Befragten ist die
Auslieferung durch E-Autos oder Lastenfahrräder ein wichtiges
Kriterium bei der Wahl ihres Onlinehändlers. In vielen deutschen
Städten werden seit Jahren die Lärm- und Feinstaubgrenzwerte
überschritten. Die Dieselproblematik, die Ausweitung von Umweltzonen
und auch der Klimaschutz zwingen jetzt zum Handeln. 77 Prozent der
befragten Bürger wünschen sich mehr Anreize für Elektrofahrzeuge bei
der Paketauslieferung. "Deshalb sollten Städte schnellstmöglich
Anreize wie zum Beispiel die Aufhebung lokaler oder zeitbezogener
Zufahrtsbeschränkungen etablieren. Sie müssen jetzt aktiv werden, um
ihre Attraktivität als Standort bei Händlern, Logistikern und vor
allem den Bürgern zu erhalten", empfiehlt Alfred Höhn, Leiter
Öffentlicher Sektor bei PwC.

Städte ringen um Raum

Die Innenstädte stehen bereits heute vor einem Platzproblem:
"Knappe Lagerflächen, mangelnde Be- und Entlademöglichkeiten, strikte
Zufahrtsregelungen und enge Zeitfenster für Fußgängerzonen lassen den
Logistikern kaum Raum und Zeit zum Warenaustausch", so Dietmar Prümm.
Das Platzproblem wird sich bereits in naher Zukunft weiter
verschärfen: Nicht nur in den Innenstädten wird es eng, sondern im
gesamten Stadtgebiet. Jeder einzelne Haushalt wird zum potenziellen
Warenempfänger. Der Versuch einiger Städte, Verkehr zu vermeiden oder
zu verlagern, um den städtischen Raum attraktiver zu machen,
offenbart sich als weiterer Zielkonflikt und die städtische
Infrastruktur bleibt überlastet.

Lösungen für die städtische Logistik von morgen

Die PwC-Studie beleuchtet Treiber, Herausforderungen und mögliche
Zukunftskonzepte. Fazit: Städte können durch Regulierung,
Incentivierung und Infrastrukturmaßnahmen zur Problemlösung
beitragen. Es ist erfolgsentscheidend, dass Kooperationen
vorangetrieben und verschiedene Ansätze vereint werden, um die
Rentabilität des Projekts sicher zu stellen und alle Interessen zu
vereinen. "Die logistischen Anforderungen und die finanziellen und
organisatorischen Kapazitäten der Städte sind sehr unterschiedlich,
daher muss jede Stadt ihr individuelles Projekt entwickeln", sagt
Alfred Höhn.

Die PwC-Experten empfehlen einen Maßnahmenmix für die städtische
Logistik von morgen. Bei den befragten Bürgern kamen die
Nachtbelieferung des Einzelhandels (75 Prozent) und Maßnahmen zur
optimierten Flächennutzung besonders gut an (68 Prozent).
Sharing-Modelle versprechen Effizienzgewinne, so zum Beispiel die
gemeinschaftliche Nutzung von Logistikzentren (Multi-Hubs) oder
Distributionsstrukturen mit kleineren, teils mobilen Depots
(Micro-Hubs) im Stadtgebiet, sowie die zeitweilige Nutzung von
Parkplätzen als Be- und Entladeflächen. Digitale Lösungsansätze
liegen in der besseren Nutzung von Verkehrsdaten für die
Verkehrsplanung und -steuerung durch Datenplattformen, sowie im
Einsatz von Apps zur Information und Kommunikation zwischen den
Beteiligten. "Es ist an der Zeit, in der städtischen Logistik neue
Wege zu gehen - für lebenswerte Städte von morgen", resümiert Dietmar
Prümm.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.pwc.de/StaedtischeLogistik

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen
aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 236.000
Mitarbeiter in 158 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen,
branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder
eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen
Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.



Pressekontakt:
Martin Reulecke
PwC Communications
Tel.: (0211) 981 - 1657
E-Mail: martin.reulecke@pwc.com

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Datum: 24.10.2017 - 09:30 Uhr
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