Wuppertal lässt Pflegebedürftige schon jetzt im Regen stehen / bpa befürchtet landesweiten Mangel an Tagespflegeplätzen, wenn Kommunen den Bedarf festlegen und Angebote verhindern
ID: 1546029
Tagespflegeangebote lässt die Stadt Wuppertal Pflegebedürftige und
deren Familien im Regen stehen. Das kritisiert die
nordrhein-westfälische Landesgruppe des Bundesverbandes privater
Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und warnt vor ähnlichen
Entwicklungen in anderen Kommunen. "Kaum eine Unterstützung hilft
pflegenden Angehörigen als ergänzende ambulante Versorgung so sehr,
wie ein Tagespflegeplatz. Das zeigt die nicht nur überall in NRW
steigende Nachfrage nach solchen Betreuungsplätzen für die
Tageszeiten, an denen pflegende Angehörige arbeiten gehen oder eigene
Angelegenheiten regeln. Dass die Stadt Wuppertal jetzt das Wachstum
dieses Bereiches aus vermutlich rein finanziellen Überlegungen
stoppt, wird viele Familien vor Probleme stellen", sagt der
bpa-Landesvorsitzende Christof Beckmann.
In einer "Örtlichen Planung" hatte die Verwaltung dort verbindlich
festgelegt, dass keine neuen Tagespflegeplätze in der Stadt mehr
entstehen sollen. Dazu hat die Kommune seit einer Gesetzesänderung
die rechtliche Möglichkeit. "Landesweit gibt es jedoch nur für etwa
10 Prozent der Anspruchsberechtigten auch Tagespflegeplätze. In
Wuppertal wird das nicht anders sein. In dieser Situation von einem
gedeckten Bedarf zu sprechen, ist völlig absurd", erklärt Beckmann.
Nun würden hilfesuchende Familien dort keine Tagesbetreuung für
pflegebedürftige Angehörige mehr finden können.
"NRW-Sozialminister Laumann hat in seiner bisherigen Funktion als
Pflegebeauftragter der Bundesregierung aktiv an neuen Entlastungen
für pflegende Familien gearbeitet. Hier in NRW muss er nun auch
konsequent dafür Sorge tragen, dass Kommunen ihren Bürgerinnen und
Bürgern diese Leistungen nicht verweigern, weil sie das Mittel der
Bedarfsplanung zur Reglementierung der Pflegeangebote nutzen."
"Leider haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet: Wenn die
Kommunen, die für alle Tagespflegegäste einen Teil der Kosten tragen
müssen, den Daumen über neue Tagespflegeangebote heben oder senken
können, dann werden diese wichtigen Angebote für Pflegebedürftige und
deren Angehörige zur fiskalischen Verfügungsmasse", so der
nordrhein-westfälische bpa-Landesvorsitzende Beckmann. Ähnliche
Entwicklungen, nur in wesentlich größeren Dimensionen, ließen sich
bereits bei der stationären Dauerpflege in NRW beobachten.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.500 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 24,2 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0211/311 39 30, www.bpa.de
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Datum: 30.10.2017 - 09:13 Uhr
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