NOZ: Wagenknecht bietet SPD Zusammenarbeit an
ID: 1548208
Linksfraktionschefin bringt Untersuchungsausschuss zu Lufthansa
ins Gespräch
Osnabrück. Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der Linken im Bundestag,
signalisiert eine grundsätzliche Bereitschaft zur Kooperation mit der
SPD - auch wenn die Sozialdemokraten nach ihrer Einschätzung "bis
heute nicht begriffen haben, warum ihr die Wähler weglaufen". Im
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) betonte die
Fraktionsvorsitzende: "Ich würde es gut finden, wenn es zu einer
engeren Zusammenarbeit in der Opposition käme." Das setze aber
natürlich gemeinsame Anliegen voraus. So hätten die Linken zum
Beispiel angeboten, die Forderung nach 12 Euro Mindestlohn jetzt noch
einmal gemeinsam mit der SPD in den Bundestag einzubringen.
Wagenknecht versicherte: "Wir sind offen für Kooperation und in
bestimmten Fragen muss es sie ja fast schon geben. Weder die SPD noch
wir werden in Zukunft allein einen Untersuchungsausschuss einberufen
können." Die Fraktionschefin bezeichnete es zum Beispiel als wichtig,
"den offensichtlich von langer Hand vorbereiteten schmutzigen Deal
zugunsten der Lufthansa noch einmal zu durchleuchten". Es gebe da
eine klare politische Einflussnahme. Der Lufthansa seien zum
Billigtarif Routen und Landerechte der Air Berlin zugeschoben worden,
die Beschäftigten von Air Berlin habe man dagegen auf skandalöse
Weise im Regen stehen gelassen.
Wagenknecht betonte, die SPD werde nur dann wieder erfolgreich
sein, "wenn sie sich runderneuere wie die Labour Party in
Großbritannien unter der Führung von Jeremy Corbyn". Sie kritisierte
zugleich, die SPD sei seit Gerhard Schröder eine Partei, die den
Sozialstaat abbaue und Arbeitnehmerrechte zerstöre. Das Problem sei,
dass sowohl Parteichef Martin Schulz als auch Fraktionschefin Andrea
Nahles die Politik der letzten Jahre in Spitzenpositionen vertreten
hätten und sie im Kern offensichtlich bis heute für richtig hielten.
Das habe sich gerade wieder beim Mindestlohn gezeigt: "Olaf Scholz
fordert völlig zu recht eine Erhöhung auf zwölf Euro. Und Frau Nahles
distanziert sich prompt davon. So gewinnt man natürlich keine
Glaubwürdigkeit zurück."
------------------------------------------------------------------
-
Wagenknecht kritisiert "Feigheit" im Kampf gegen Steuerflucht und
-umgehung
Linksfraktionschefin prangert "unglaubliches Staatsversagen" an
Osnabrück. Trotz der Enthüllungen zu Steueroasen durch die
"Paradise Papers" erwartet die Linksfraktion im Bundestag keine
Konsequenzen durch die mögliche künftige Bundesregierung.
Fraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Dienstag): "Ich glaube nicht, dass eine Jamaika-Koalition
gegen Steuerflucht und Steuerumgehung vorgehen wird. Alle beteiligten
Parteien haben in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt,
dass sie zu feige sind, sich mit den Lobbys der Superreichen und
Konzerne anzulegen, die von diesem skandalösen System profitieren."
Wagenknecht bewertete die Enthüllungen als Ausweis unglaublichen
Staatsversagens. "Die Regierungen kennen das Problem seit vielen
Jahren und trotzdem tun sie nichts." Dabei gäbe es nach ihren Worten
einfache Mittel: "Man könnte Quellsteuern erheben auf Finanzflüsse,
die in Steueroasen gehen. Mit einem schlichten Bundesgesetz könnte
man der Steuerumgehung einen Riegel vorschieben."
Die Linken-Politikerin forderte außerdem, "dass die letztlichen
Eigentümer von Trusts und Stiftungen offengelegt werden müssen". Da
habe sich aber schon Finanzminister Wolfgang Schäuble immer wieder
quer gestellt. Die Menschen erlebten immer wieder, "dass die
Interessen kleiner, aber dafür sehr einflussreicher Lobbys mehr
zählen als ihre elementaren sozialen Bedürfnisse". Genau dies bringe
sie dazu, sich von der Demokratie abzuwenden.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.11.2017 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1548208
Anzahl Zeichen: 4552
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Wahlen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 377 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NOZ: Wagenknecht bietet SPD Zusammenarbeit an"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Angesichts explodierender Kosten in der Pflege fordert CDU-Fraktionsvize Albert Stegemann, erwachsene Kinder künftig früher an den Kosten ihrer pflegebedürftigen Eltern zu beteiligen. "Ich sehe die Möglichkeit, die Einkommensgrenze, bei der man zu den elterlichen Pflegekosten herangezogen w
Wolfgang Kubicki: "Eine inhaltliche Neuaufstellung auf dem Parteitag brauchen wir nicht" / Designierter FDP-Parteichef will ehemalige Wähler "mit klarer Sprache" zurückholen ...
Der Kandidat für den FDP-Parteivorsitz, Wolfgang Kubicki, hat kurz vor dem Parteitag der Liberalen in Berlin erklärt, dass er eine inhaltliche Neuaufstellung der FDP derzeit nicht für notwendig hält. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte der 74-Jährige: "Eine inhaltliche N
Wolfgang Kubicki will E-Auto-Subventionen streichen / Designierter FDP-Parteichef hält Förderung für nicht zielführend - "Französische und chinesische Anbieter und reiche Eltern profitieren& ...
Der designierte FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki hält die staatliche Förderung von E-Autos für nicht zielführend und würde sie komplett streichen, um mit dem Geld Steuersenkungen zu ermöglichen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte er: "Die E-Mobilitäts-Subventionen kön
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
NOZ: Europapolitiker Weber fordert von Jamaika-Partnern Bekenntnis zu Europa ...
Europapolitiker Weber fordert von Jamaika-Partnern Bekenntnis zu Europa EVP-Vorsitzender: Deutschland muss Europa gemeinsam mit Frankreich entwickeln - In CSU-Personaldebatte stellt sich Weber hinter Seehofer Osnabrück. Vor den Jamaika-Sondierungsverhandlungen zur Europapolitik hat der Fr
NOZ: Germanwatch: Mit Stilllegung von Kohlekraftwerken ist es beim Klimaschutz nicht getan ...
Umweltschützer: Mit Stilllegung von Kohlekraftwerken ist es beim Klimaschutz nicht getan Germanwatch fordert außerdem Verkehrswende und Umbau der Landwirtschaft - Appell an Klimagipfel Osnabrück. Zum Beginn des UN-Klimagipfels in Bonn an diesem Montag drängen Umweltschützer die Bundes
NOZ: Potsdamer Klimaforscher warnt Politik: Klimaziele nicht aufgeben ...
Potsdamer Klimaforscher warnt Politik: Klimaziele nicht aufgeben Edenhofer: Raus aus der Kohle, rein in die Digitalisierung mit smarten Häusern Osnabrück. Vor Beginn der Weltklimakonferenz in Bonn hat der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer davor gewarnt, die Klimaziele aufzugeben
NOZ: Noch immer fast jeden Tag ein Anschlag auf Asylbewerberheim ...
Noch immer fast jeden Tag ein Anschlag auf Asylbewerberheim BKA-Statistik zeigt: In diesem Jahr Zahlen weitgehend konstant - aber Rückgang gegenüber 2016 Osnabrück. Trotz der rückläufigen Tendenz gibt es in Deutschland im Schnitt fast immer noch jeden Tag einen Anschlag auf ein Asyl




