Kohleausstieg durch Limitierung von Betriebsstunden und Abschaltungen umsetzen
ID: 1548971
morgigen letzten Runde der Sondierungsgespräche zu Energie und Klima
den sofortigen Einstieg in den Kohleausstieg, um das Klimaziel 2020
zu erreichen - Versorgungssicherheit nicht gefährdet - Soziale
Abfederung an Kraftwerksstandorten möglich
Mit Betriebsstunden-Limits und ersten Abschaltungen von
Kohlekraftwerken ist das Klimaziel 2020 noch zu erreichen. Die
Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb eine Begrenzung auf 4000
Betriebsstunden pro Jahr für alle Braunkohlekraftwerke, die älter als
20 Jahre sind. Diese haben einen schlechteren Wirkungsgrad und stoßen
mehr klimaschädliches Gas aus als neuere Anlagen und
Steinkohlekraftwerke. Bei den Braunkohlekraftwerken können besonders
viele Treibhausgase eingespart werden. Neben
Betriebsstunden-Begrenzungen müssen aber auch Stilllegungen
vorgenommen werden. Um das Klimaziel 2020 zu erreichen, müssen bis
2020 Kapazitäten von mindestens 10.000 Megawatt stillgelegt werden.
Stand März 2017 sind Braun- und Steinkohle-Kapazitäten von 5000
Megawatt zur Stilllegung bei der Bundesnetzagentur angemeldet. Diese
gehen bis 2019 vom Netz. Bis 2020 muss noch einmal die gleiche Menge
- vorrangig durch Stilllegung der ältesten Kraftwerke zuerst -
folgen.
"Die Politik muss handeln, wenn Deutschland beim Klimaschutz
glaubwürdig bleiben will", fordert Sascha Müller-Kraenner,
Bundesgeschäftsführer der DUH. "Noch besteht die Chance, durch eine
intelligente Kombination von Betriebsstunden-Begrenzungen und
zusätzlichen Abschaltungen von Kohlekraftwerken die Klimaziele zu
erreichen."
Europaweit bestehen Überkapazitäten am Strommarkt. Deutschland
exportierte in den letzten Jahren zehn Prozent seines Stroms. "Eine
Reduktion des Kohlestroms ist ohne Abstriche bei der
Versorgungssicherheit möglich", unterstreicht Peter Ahmels,
Bereichsleiter Energie und Klimaschutz bei der DUH. "Mit dem
Betriebsstunden-Limit können zudem harte Brüche an vielen
Kraftwerksstandorten vermieden werden. Der Transformationsprozess weg
von der Kohle kann besser geplant und soziale Anpassungsmaßnahmen in
die Wege geleitet werden. Parallel muss der Ausbau der Erneuerbaren
Energien bis 2020 verdoppelt werden."
Hintergrund:
Bereits 2009 wurde das jetzige Klimaziel von der damaligen
schwarz-gelben Regierung nach den Meseberger Beschlüssen 2007
formuliert und von jeder folgenden Regierung erneut bestätigt. Bis
zum Ziel, 40 Prozent weniger Treibhausgas im Jahr 2020 gegenüber
1990, fehlen noch mehr als zehn Prozent. Umgerechnet bedeutet das
eine Reduktion von 150 Millionen Tonnen Treibhausgas, die bis 2020
noch erreicht werden muss. Die Reduktion ist am billigsten und
effektivsten bei Kohlekraftwerken zu erreichen. Kohle ist der
schmutzigste Energieerzeuger überhaupt: Deutsche Kohlekraftwerke
stoßen jährlich 270 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 aus.
Links:
Mehr Informationen zum Engagement der Deutschen Umwelthilfe gegen
Kohlekraft: http://www.duh.de/projekte/kohle/
Positionspapier "Die nächsten Schritte der Energiewende:
Forderungen der Deutschen Umwelthilfe": http://l.duh.de/p171108
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
Dr. Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz
030 2400867-91, 0151 16225863, ahmels@duh.de
DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe
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Datum: 08.11.2017 - 11:09 Uhr
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